Vector illustration of a man working on the computer

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freizeit Fragen der Freizeit
03/17/2020

Warum reden wir auf den Computer ein, obwohl er uns nicht antworten kann?

Fragen der Freizeit ... und Antworten, die Sie überraschen werden

von Annemarie Josef

Du bist mir ein schöner Volltrottel. Ah geh, Neiiin, was tust denn, du depperter *Piiiep*?!!!“ Wenn jemand hemmungslos schimpft, ist der erste Gedanke: Gut, dass es nicht mich trifft. Wenn aber klar wird, der Computer ist gemeint, ist alles halb so wild. Er ist, so meine Umfrage im Büro, Hassobjekt Nummer eins der Dinge, die uns im Alltag umgeben. Vor allem, wenn er nicht funktioniert. Oder wenn wir nicht funktionieren: nämlich die falsche Taste drücken. Es tut gut, dem *Piiiep* die Schuld zuschieben zu können. Er wird sich damit abfinden.

Es gibt aber auch andere Gründe, auf einen Computer einzureden. So wie einige das im Umgang mit Pflanzen oder Autos kennen. „Nicht-menschliche Objekte“, wie die Wissenschaft das nennt, haben nämlich eines gemeinsam:

Homo sapiens neigt dazu, eine Beziehung zu ihnen aufbauen zu wollen. Schließlich ist er von immer mehr technischen Helfern und sonstigem Klumpert umgeben.

Manche sind mit ihren Dingen derart vertraut, dass sie ihnen Namen geben: Rudi, der Kaktus und Susi, das Auto zum Beispiel.

Manche sind mit ihren Dingen derart vertraut, dass sie ihnen Namen geben: Rudi, der Kaktus und Susi, das Auto zum Beispiel. Laut Nicholas Epley, Wissenschafter an der University of Chicago, neigt der Mensch von Natur aus dazu, Gegenstände zu vermenschlichen. Das nennt man dann Anthropomorphismus, die Übertragung menschlicher Eigenschaften auf Nichtmenschliches. Wer seinem Auto etwa „du Braver“ zuflüstert und das Lenkrad tätschelt, ist schon mittendrin, und wer seinem Computer ein ungeduldiges „geh ma, geh ma“ zuruft, ebenso. In beiden Fällen wird eine Bindung aufgebaut.

Laut Epley gibt es drei Gründe, ein Ding zu anthropomorphisieren: 1. Es hat ein Gesicht. Etwa Scheinwerfer, Stoßstange und Kühlergrill – Punkti, Punkti, Komma, Strich, fertig ist das Blechgesicht. 2. Wir mögen es. Z. B. den ausgeleierten Lieblingspullover, von dem wir niemals loskommen werden. Und 3. Das „Verhalten“ des Geräts ist uns fremd.

Da wären wir wieder bei ihm, dem Computer. Wir verstehen ihn nicht, er ist uns ein Rätsel, ein schwieriger Charakter sowieso. Aber wenn wir auf ihn einreden, wird er zu einem Freund, dem man alles – wirklich alles – sagen kann. Auch dass er ein depperter *Piiiep* ist.

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