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freizeit Fragen der Freizeit
12/10/2019

Warum quälen uns manche Songs als "Ohrwurm"?

Fragen der "Freizeit" ... Und Antworten, die Sie überraschen werden.

von Andreas Bovelino

Didlda, didldum, didldoof! Jetzt ist es wieder passiert, diesen einen Song gehört, und obwohl ich so schnell wie möglich versucht habe, wieder wegzuhören, war der Wurm schon drin im Ohr. Sie kennen das? In der Früh ein Lied gehört, und der ganze Tag ist versaut, weil man es einfach nicht mehr aus den Kopf kriegt. Da kann sogar ein Song, den man prinzipiell eh mag, richtig nervig werden. Aber wieso nur? Warum lassen einen manche Melodien einfach nicht mehr in Ruhe?

Ich hatte vor Jahren das Vergnügen, von Musikforscher Walter Deutsch erklärt zu bekommen, wieso volkstümliche Musik so populär sei: Weil wir praktisch jeden Song schon „kennen“. Oft ist es tatsächlich ein Schlager aus den 30ern oder 40ern, aber IMMER ist die Melodie derart einfach, dass  der Hörer den Refrain zu Ende denken kann, noch bevor er ihn zum ersten Mal bis zu Ende hört. Denn es ist diese „Eigenleistung“, die, wie die Psychologie uns lehrt,  den Menschen so richtig anfixt. Also das Wort „anfixen“ hat Professor Deutsch so natürlich nicht verwendet, aber es beschreibt den Mechanismus perfekt. 

Und wie eine Studie der  renommierten britischen Durham University kürzlich zeigte, hat Walter Deutsch damit auch gleich das Ohrwurm-Prinzip vorweggenommen.  Denn nach einer Untersuchung an 3.000 Probanden in London ist es amtlich: Genau diese „Eigenleistung“ in Kombination mit einer möglichst einfachen Melodie bringt uns dazu, den Song danach immer und immer wieder in Gedanken durchzuspielen. Am schlimmsten ist es, wenn man das Lied nicht bis zu Ende hört, dann steigt die Wahrscheinlichkeit, dass es sich festsetzt, signifikant an.

Was dagegen hilft?  Den Song noch einmal bis zum Ende durchhören, sagen die Forscher. Manchen Teilnehmern half auch ein „Heilungs-Lied“, wobei dabei die Gefahr besteht, dass sich genau dieses dann als Ersatz in unserem geistigen Ohr breitmacht. Eine Studie der Universität Reading brachte dagegen einen erstaunlichen Schutzschild vor dem musikalischen Quälgeist aufs Tapet: Kaugummi! Weshalb, ist noch nicht ganz klar, aber wer kaut, wird wesentlich seltener vom bösen Ohrwurm befallen.

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