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freizeit Fragen der Freizeit
03/02/2021

Lassen sich im Lockdown Freundschaften pflegen?

Sich im Kaffeehaus verabreden oder im Stammlokal über den Weg laufen, spielt es seit Wochen nicht. Helfen soziale Medien da aus?

von Bernhard Praschl

Am Vormittag zwei Videokonferenzen mit dem Team, dann eine große mit der gesamten Redaktion, später x Telefonate, Videocalls, zwischendurch E-Mails lesen, E-Mails schreiben, E-Mails suchen. Und WhatsApp hält auch nicht still.

Ja, im Home Office geht’s rund.

Wer anfangs dachte, er könne sich mitunter eine kleine Pause gönnen – vielleicht einen Film reinziehen  – wurde rasch eines Besseren belehrt. Die neue Form der Heimarbeit  fühlt sich an manchen Tagen stressiger an als im Großraumbüro. Wer dann abends noch Freude an den Sozialen Medien hat, gratuliere!

Stichwort proaktiv

Zufällig einem alten Freund im Stammlokal über den Weg laufen, spielt es schon länger nicht. Da muss man die Pflege von Freundschaften eben anders angehen – proaktiv.

"Unter Einhaltung vorgegebener Regeln ist das auch im Lockdown möglich – etwa mit einem Treffen unter freiem Himmel", meint Gernot Schauer, Klinischer und Gesundheitspsychologe in Linz. "Zur Wahrung der psychischen Gesundheit ist das Aufrechterhalten sozialer Kontakte auch nötig."

Mehr noch. "Insbesondere für Menschen mit wenig Alltagskontakt wie etwa in einem Singlehaushalt lebende Personen ist dies zur Aufrechterhaltung von Lebensqualität notwendig", ergänzt er. Kann ein regelmäßiger Austausch via Facebook- oder Instagram-Account als ausreichender  Ersatz für direkte persönliche Kontakte herhalten?

Vorsicht vor Isolation

Für eine Überbrückung des erzwungenen Stillstands von Freundschaften  sei es zwar empfehlenswert, sich per Medien sozial zu verhalten. "Aber es gibt Studien, die darauf hinweisen, dass Menschen, die vorwiegend ,Freundschaften’ in sozialen Medien pflegen, sich bereits in einer Art Isolation befinden."

Wäre ein möglicher Ausweg, mit lange nicht "Face-to-Face"-verabredeten Freunden gemeinsam in einer Teststraße anzustehen? Diese Variante klinge gar nicht so schlecht, bestätigt der Psychologe. Ganz problematisch aber sei die derzeitige Lage für junge Menschen, die erst durch die Begegnung mit anderen zur eigenen Identität finden. "Denn für einen Gewinn von Freundschaften ist die Situation mit Lockdowns in Serie fatal."

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