Portrait of elegant brutal man in a wool suit

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Freizeit
09/01/2020

Warum haben Ärmel an den Sakkos unterschiedlich viele Knöpfe?

Klingt seltsam, scheint aber so zu sein: In einem Sportsakko fühlt man sich sportlicher.

von Bernhard Praschl

Schön langsam kann man es abends wieder aus dem Schrank holen. Das Sakko. Jetzt, da die Temperaturen etwas nachlassen, ist  man mit diesem Kleidungsstück  jedenfalls nach Sonnenuntergang auch in der Freizeit gut bedient. Aber mit was für einem Sakko nun genau, einem Einknopfsakko, einem Zwei- oder Dreiknopfsakko, einem  einreihigen oder einem zweireihigen?

Die Auswahl ist groß. Und das ist noch lange nicht alles. Vor Kurzem erst langte in der Freizeit-Redaktion die Anfrage eines Lesers ein, den ebenfalls die Anzahl der Knöpfe an den Herrenanzügen beschäftigte – allerdings jene an den Ärmeln. Gute Frage. Denn wer ein Sakko trägt, zieht es zwar regelmäßig an, registriert jedoch nur im Ausnahmefall, ob jetzt am Ärmel drei Knöpfe angenäht sind, oder vier. Und wozu eigentlich?

Wie viele es sind, „ist eine Frage der Mode oder des Geschmacks“, sagt Herrenausstatter Martin Sturm vom gleichnamigen Bekleidungssalon am Parkring in Wien. Wobei es dabei zwei unterschiedliche Schulen gäbe. „Die eleganten Engländer tragen eigentlich immer  vier Knöpfe“, erklärt er. „Die sportiveren Italiener  auch gerne einmal drei.“ Davon leitet er auch die Regel ab: „je weniger Knöpfe, desto sportlicher“. Denn der Unterschiede gibt es noch mehr. „Tweed Sakkos werden teilweise mit nur zwei Knöpfen am Ärmel getragen, Smokings und elegante Blazer mit vier, früher sogar mit fünf Knöpfen.“

Sportiv im Sakko

Zu glauben, dass man in einem Sportsakko auch einen Sport ausüben könne, ist etwas weit hergeholt. Gut, bei den Ärmeln und den Schultern ist es nicht so eng anliegend, wie sein Slim-Fit-Business-Pendant.  Aber in Wahrheit trägt es seine Bezeichnung, weil man sich in legerem bzw. sportivem Zustand auch weniger zugeknöpft als bei einem formellen Anlass gibt. So weist das Sportsakko eben höchstens drei Knöpfe am Ärmel auf.

Ob sportlich oder nicht, eine Funktion haben diese runden Dinger sogar auch. Martin Sturm:  „Der eigentliche Grund hierfür war, dass der Gentleman beim Händewaschen den Ärmel öffnen und etwas nach oben krempeln konnte, damit er nicht nass wird.“

Eine andere Geschichte wiederum ist, wie Mann den Anzug trägt. Asfa-Wossen Asserate, ein ausgewiesener Experte in Sachen Stil und Manieren sowie Großneffe des letzten äthiopischen Kaiser, kennt dazu die treffende Bemerkung: "Der englische Anzug hat auszusehen, als habe sein Besitzer in ihm geschlafen, ausgebeult, ohne Bügelfalten; der italienische muss geradezu noch den Dampf des Bügeleisens atmen."

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