Ein Löffelcheln Wohlbefinden: Die Papaya ist ein sehr gesundes Obst. Die heilsamen Wirkungen werden mehr und mehr wissenschaftlich untersucht.

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freizeit Essen & Trinken
05/25/2020

Sumo-Ringer im Obstregal: So gesund ist die Papaya

Schwergewichtig, trotzdem topfit. Weshalb die Papaya den Titel "Superfood" wirklich verdient.

von Cordula Puchwein

Das Fruchtfleisch, die kleinen schwarzen Kerne im Inneren, selbst die Blätter des Melonenbaumgewächses - alles, wirklich alles an der Papaya ist gesund. Und damit ist sie ein Vitalfood erster Güte. Wegen der ovalen Form wird sie auch Baummelone genannt. Klingender ist die Bezeichnung, die Christoph Kolumbus ihr einst gegeben hat, als er sie in Südamerika entdeckt hat. Er rühmte sie als "Frucht der Engel“.

Wie recht der italienische Seefahrer dazumal damit hatte, beweisen wissenschaftliche Studien von heute. "Tatsächlich beschäftigen sich immer mehr Forschungsgruppen weltweit mit der Heilwirkung der Papaya“, sagt Marlies Gruber, Ernährungswissenschaftlerin und Geschäftsführerin des Vereins „forum.ernährung heute“.

"Tatsächlich beschäftigen sich immer mehr Forschungsgruppen weltweit mit der Heilwirkung der Papaya“, sagt Marlies Gruber, Ernährungswissenschaftlerin und Geschäftsführerin des Vereins „forum.ernährung heute“. "Noch aber ist die Studienlage zu den Inhaltsstoffen der Papaya und ihren Effekten auf den menschlichen Organismus relativ dünn, denn viele der Wirkweisen wurden bislang lediglich in Zell- oder Tierversuchen beobachtet. Es besteht jedoch durchaus Grund zur Annahme, dass verschiedene Extrakte der Wurzel, der Blätter oder des Fruchtfleisches antientzündliche, antibakterielle und antimykotische Wirkungen aufweisen“, betont die Expertin.

Extrakte unreifer Papayas sollen etwa die Wundheilung beschleunigen und auch bei Hauterkrankungen wie Dermatitis werden bereits sehr gute Erfolge erzielt.

Es besteht Grund zur Annahme, dass Extrakte der Wurzel, der Blätter, des Fruchtfleisches antientzündliche, antibakterielle, antimykotische Wirkungen haben“

Marlies Gruber | Ernährungswissenschaftlerin

Weitgehend gut erforscht sind hingegen jene Inhaltsstoffe, die den Carotinoiden und Antioxidantien zugeordnet werden, darunter das Vitamin C. "Mit nur 130 Gramm Papaya pro Tag lässt sich jedenfalls der gesamte Vitamin-C-Tagesbedarf decken“, so die Expertin.

Auch den beiden Enzymen Papain und Carpain ist man mittlerweile auf der Spur. Man weiß, "dass sie bei der Regeneration von Haut und Knochen sowie in der Zellerneuerung eine wichtige Rolle spielen“, erläutert die Wissenschaftlerin. Das wiederum macht diese Wirkstoffe auch für die Kosmetikindustrie, etwa für Hautpeelings und Cremes, interessant.

Fördernd

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Glättend

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Verfeinernd

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Papain & Carpain

Fakt ist: 100 Gramm Fruchtfleisch weisen einen Energiegehalt von lediglich 35 Kilokalorien auf. 90 von 100 Gramm sind Wasser. Der Rest: Ballaststoffe. Menschen, die dann und wann mit dem Gewicht kämpfen, wissen, was diese Dreierkombination bedeutet: Die Papaya ist ein Weightwatcher par excellence. Man kann jede Menge davon essen – sie macht nicht dick, füllt aber den Magen und bringt den Darm auf Touren. Dafür verantwortlich sind vor allem die erwähnten eiweißspaltenden Enzyme: Carpain und Papain.

Carpain ist in den Blättern des Melonenbaumgewächses enthalten, die in asiatischen Ländern auch für Tees verwendet werden. Das zweite wichtige Enzym, das Papain, ist reichlich im Fruchtfleisch vorhanden. "Seine Fähigkeit, Eiweiß zu spalten, kann helfen, die Transitzeit der Nahrung zu verkürzen und somit die Verdauung positiv zu beeinflussen. Die Papaya hilft bei Verdauungsbeschwerden wie Durchfall und Verstopfungen“, sagt Gruber.

Das macht sich die Pharmaindustrie zunutze, indem sie Präparate mit Papaya-Extrakten zur Behandlung von Verdauungsproblemen entwickelt.

Lange Zeit verkannt

Verkannt wurden lange Zeit die schwarzen Samenkerne der Papaya. Viele Genießer der Frucht entfernen sie auch heute noch. Das ist schade, denn auch diese enthalten enorm wichtige Inhaltsstoffe, beispielsweise Glykoside. "Das sind Verbindungen zwischen Alkohol und Zucker, die effektiv bei der Behandlung von Bakterien-, Wurm- und Pilzerkrankungen sind.

In Teilen Asiens besteht zudem immer noch der Glaube, dass die Kerne eine Schwangerschaft verhindern können. Im Laborversuch konnte das allerdings nicht bestätigt werden“, sagt Gruber. Die Kerne schmecken aufgrund des enthaltenen Senföls pfeffrig-scharf. Deshalb werden sie in Asien getrocknet, gerieben und wie Pfeffer zum Würzen verwendet.

Voreilig

Vorsicht sei, so die Wissenschaftlerin, hingegen bei den Lobeshymnen geboten, die neuerdings im Internet die Runde machen und Papayas als neues Antikrebsmittel, etwa bei Brust-, Gebärmutterhals-, Bauchspeicheldrüsen-, Darm- und Prostatakrebs und Leukämie bejubeln.

Marlies Gruber: "Einige Quellen nennen Krebszellen eliminierende Effekte und bringen Papayas in Zusammenhang mit einem reduzierten Wachstum von Krebszellen. Das bezieht sich allerdings in erster Linie auf In-vitro-Studien. Die Beweislage reicht für solche Aussagen also keineswegs aus. Die Papaya ist eben auch kein schnelles Allheilmittel gegen Krebs aus dem Lebensmittelgeschäft ums Eck.“

Zwei Rezeptempfehlungen

Papaya-Kokos-Suppe mit gebratenen Garnelen

Zutaten für 4 Personen:

  • 450 ml Kokosmilch
  • 250 ml fertiger Fischfond
  • 300 g frische Papaya
  • 1 Zwiebel
  • 1 Knolle chinesischer Knoblauch
  •  rote Chilischote
  • 1 nussgroßes Stück Ingwer
  • Salz
  • Pfeffer
  • 1 Prise Chilipulver
  • 1 EL Currypulver
  • 12 Garnelen

Zubereitung:

  • Papaya schälen, würfeln und die entsprechende Menge abwiegen.
  • Zwiebel schälen, kleinwürfelig schneiden. Chilischote fein hacken.
  • Ingwer und Knoblauch in etwas Butter anschwitzen, die Papayawürfel und den fein geschnittenen Chili dazugeben. Kurz abraten.
  • Mit Kokosmilch aufgießen.Das Currypulver unterrühren, mit Salz und Pfeffer abschmecken und leicht einkochen lassen.
  • Mit Fischfond ablöschen, anschließend leicht köcheln lassen, bis die Papayastücke weich sind.
  • Während die Suppe köchelt, die Zeit nutzen und die Garnelen in einem Sieb gut kalt abschwemmen, anschließend in etwas Butter anbraten. Mit Salz, Pfeffer und Chilipulver würzen.
  • Abschließend die Suppe mit dem Mixstab pürieren, in tiefe Suppenschüsseln füllen und dekorativ mit den Riesengarnelen anrichten.

Avocado-Papaya-Salat mit
gerösteten Cashewkernen

Zutaten für 4 Personen:

  • 100 g Mixsalat, etwa: Feldsalat, Rucola, Batavia, wahlweise auch frische Spinatbätter
  • 2 Stangen Staudensellerie
  • 1 mittelgroße Papaya
  • 2 Avocados
  • 40 g Cashewkerne
  • 1 mittelgroße Zwiebel
  • 1 EL Honig, Prise Salz, 1 EL Zitronensaft
  • Mischung aus 2 EL weißem Aceto Balsamico,
  • je 2 EL Sonnenblumenö und Erdnussöl

Zubereitung:

  • Salat putzen und waschen.
  • Die Papaya schälen, halbieren, Kerne entfernen. Einige Kerne zur Seite stellen. Papayahälften in gut ein Zentimeter dicke Scheiben schneiden.
  • Selleriestangen waschen, entfädeln, in feine Scheiben schneiden.
  • Avocados schälen, halbieren. Steine entfernen. Die Hälften in dünne Spalten schneiden und umgehend mit Zitronensaft beträufeln.  
  • Cashewkerne einer Pfanne leicht anrösten.
  • Papayaspalten ebenfalls kurz mit ein wenig Öl in einer Grillpfanne anbraten.
  • Zwiebel schälen und kleinwürfelig schneiden und diese mit Honig, Essig und der Ölmischung zu einer Sauce verrühren. Salzen, pfeffern.
  • Salat mit Selleriescheiben und etwas Dressing vermischen und anrichten. Papayascheiben und Avocadospalten darauf verteilen. Restliches Dressing darüber träufeln. Cashews und einige der schwarzen Papayakerne darüber streuen.