Der aromatisierte Wein ist unten im Gefäß. Auf die Feuerzange oben drüber kommt der mit Rum getränkte Zuckerhut (beides im Bild von Wiener Zucker). Der wird angezündet

© CARLETTO PHOTOGRAPHY/Wiener Zucker

freizeit Essen & Trinken
12/23/2020

Spiel mit dem Feuer: So wird die Feuerzangenbowle perfekt

Das Getränk ist vor Weihnachten und zu Silvester Kult. Aber Vorsicht: Der Schnaps sollte niemals direkt in den Wein. Sonst droht Ungemach.

von Daniel Voglhuber

"Ein Teufelszeug, kann ich Ihnen sagen! Geht scheußlich aufs Gemüt. Und macht einen herrlichen Kater!“ Es sind warnende Worte, die ein greiser Herr im Film „Die Feuerzangenbowle“ ehrfürchtig spricht – und sich gleich darauf noch eine Tasse des gleichnamigen Getränks einschenkt.

Und nicht nur in dem Streifen aus 1944 (den manche Historiker als problematischen NS-Durchhaltefilm sehen) mit Heinz Rühmann in der Hauptrolle dient er als Ausgang einer – im wahrsten Sinne des Wortes – hochgeistigen Unterhaltung. So existieren Anekdoten von Silvesterpartys, die mit den Dämpfen des hochprozentigen Rums und dem Beträufeln des später angezündeten Zuckerhuts begannen. Und sie endeten, als dieser von der Feuerzange in den Wein getropft war, mit Striptease-Einlagen.

Feuerzangenbowle nur um des Rausches willen? Das muss nicht sein. Das hat sich das kultige Getränk nicht verdient. Richtig gemacht – nicht zu süß und nicht zu stark – ist es schmackhaft. Gerade in Nächten vor Weihnachten und zu Silvester.

Das Geheimnis

Das Geheimnis einer guten Feuerzangenbowle? „80-prozentiger Stroh-Rum wird nur zum Karamellisieren für den Zuckerhut verwendet. Er sollte nicht in die Bowle fließen, da sonst der Alkoholgehalt sehr hoch wird“, erklärt Johann Kamleithner vom Gasthaus „Witwe Bolte“ in Wien-Neubau. Ohne Corona würde er – wie seit 30 Jahren – die Feuerzangenbowle am Spittelberger Weihnachtsmarkt ausschenken (wegen der Krise hat er ein Liefer-Abhol-Service eingerichtet). Essenziell dabei: „Eine richtig gute Feuerzangenbowle sollte den Rotweingeschmack enthalten. Das heißt, die Aromen, die Frucht wie Kirsche oder dunkle Beeren, Tanine, das Herbe am Gaumen, ein guter langer Abgang – das alles sollte man erkennen.“ Als Basis bevorzugt Kamleithner einen blauen Zweigelt.

Zutaten:
    2 l trockener Rotwein
    4 Bio-Orangen
    2 Bio-Zitronen
    1 TL Ingwer
    2 Zimtstangen
    4 Stück Nelken
    10 g Piment
    2 Stück Sternanis
    10 g Koriandersamen
    6 g Wacholderbeeren
    1 Wiener Zuckerhut
    200 ml Rum mit 80 %
    (sonst brennt der Zuckerhut nicht)
    Feuerzange (etwa im Online-Shop von Wiener Zucker erhältlich)

Zubereitung

1. Zitrusfrüchte heiß waschen, Zesten abreiben und den Saft auspressen. Ingwer in dünne Scheiben schneiden. Rotwein in einen Topf füllen, Orangen- und Zitronensaft hinzugeben. Ingwer, Gewürze, Zesten hinzugeben und bei mittlerer Hitze 15 Minuten erhitzen – Achtung: Nicht zum Kochen bringen!

2. Topf nach 15 Minuten vom Herd nehmen und für zwei Stunden ziehen lassen. Dann kommen die Feuerzange
und der Zuckerhut ins Spiel.

3.  Die Feuerzange aufs Gefäß legen und den Zuckerhut daraufsetzen. Den Zuckerhut mit Rum übergießen. Er muss sich vollständig angesogen haben. Anzünden und vollständig schmelzen lassen. Der Zucker karamellisiert und tropft langsam in die heiße Bowle.   Ist der Zuckerhut zur Gänze geschmolzen, Feuerzangenbowle gut umrühren, eventuell abseihen und heiß in hitzebeständigen Gläsern servieren.

Rezept von Wiener Zucker zur Verfügung gestellt.

Und das Reduzierte könnte auch der Grund sein, warum er zuletzt eine verstärkte Nachfrage nach dem Getränk bemerkt hat. „Es gibt einen Anstieg auch beim jungen Publikum, da die Feuerzangenbowle – anders als bei Punsch – nur einen reinsortigen Alkohol hat.“

Wobei: Bei jungen Menschen ist das Getränk seit Langem beliebt. Bei Studentenverbindungen – von katholischen bis rechtsextremen – ist das Zubereiten des „Krambambuli“ ein fixes Ritual. Aber generell leeren viele Studierende besonders in Deutschland gerne die Tassen – zum Film „Die Feuerzangenbowle“. Sie bringen Sprühkerzen mit, spielen Szenen mit – und pfeifen einen als Nazi identifizierten Lehrer aus.

Etwas anders: Zwei weitere Rezepte

Zutaten:
    1 l trockener Weißwein
    1 l Apfelmost (alternativ: 2 l Weißwein)
    250 ml Apfelsaft
    3 kleine Äpfel
    2 Bio-Zitronen
    2 Zimtstangen
    4 Stück Nelken
    2 Stück Sternanis
    1 Wiener Zuckerhut
    250 ml Rum 80 %
    Feuerzange (im Wiener-Zucker-Online-Shop erhältlich)

Zubereitung:
Äpfel waschen und in  Stücke schneiden. Zitronensaft und -zesten machen. Weißwein in einen großen Topf füllen, Gewürze, Obst, Saft hinein. Auf mittlerer Hitze für rund 15 Minuten erhitzen

Empfehlung von Wiener Zucker

Zutaten:
    3 Eier
    180 g Wiener Backzucker
    Mark einer Vanilleschote
    1 Prise Salz
    150 ml Öl
    150 ml Feuerzangenbowle (alternativ: 150 ml Rotwein + 1 Schuss Rum)
    Zesten ½ Bio-Orange
    400 g Mehl
    1 Pkg. Backpulver
    75 g geriebene Nüsse
    1 TL Zimt
    1 TL Spekulatiusgewürz

Zubereitung:

Zutaten zu Gugelhupf verarbeiten. Bei  180 °C für 50 Min. backen.
Für die Glasur:  Feuerzangenbowle oder Rotwein & Rum mit dem Staubzucker glattrühren.

Empfehlung von Wiener Zucker

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