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freizeit Essen & Trinken
03/29/2021

Fürs perfekte Osterfrühstück: Radieschen machen Frühlingslaune

Ob zum Butterbrot oder im Essigsud eingelegt – die süß-scharfen Wurzeln geben dem Osterfrühstück Pfiff, weiß Nicole Ott.

Lenzbegeistert sitze ich an meinem Esstisch, bestreiche mein Brot mit der ersten frisch eingekochten Marmelade des Jahres – knallrosa Rhabarber mit Himbeere – und denke daran, dass endlich wieder die bunten Farben des Frühlings in unser Leben einziehen.

Sind es im Wald die Primeln und die Märzenbecher, in der Küche bringen die ersten Radieschen knackig-frische Frühlingslaune. Radieschen stammen aus China und Japan und kamen erst im 16. Jahrhundert als „Radies“ nach Europa, wo sie zuerst in der französischen Küche Einzug hielten. Ein bisschen später fanden sie den Weg zu uns, wurden in Radieschen umbenannt und sind als treue Begleiter des Butterbrotes nicht mehr wegzudenken.

Sie stecken voller Vitamine und enthalten den Scharfmacher Senföl, der wahre Wunder für unseren Darm bewirken kann. Ihre Aussaat ist bei uns im Freiland ab März möglich,  auch auf dem Balkon. Wie gerne denke ich an meine kleine Nichte, die in Potsdam aus ihrem  Mini-Hochbeet für Kinder die Radieschen aus der Erde zupft und die  Knollen nach dem Waschen gleich verputzt.

„Vielleicht schmecken mir Radieschen dünn gehobelt im Salat am besten“, teile ich dem Jüngsten am Telefon mit. „Sie geben Farbe, machen gute Laune und ich liebe ihren süß-scharfen Geschmack.“ – „Ich mach mir gerne einen Aufstrich mit Frischkäse, dünn gestiftelten Radieschen, ein bisschen Knoblauch und Zitronenschale, dazu eine Scheibe dunkles Brot.

An meinen vegetarischen Tagen gibt es nichts Besseres“, erwidert der Sohnemann. „Und die Blätter schmecken auch so gut“, kontere ich. „Ich lege sie in Eiswasser, um sie zu erfrischen und mische sie  in den Salat. Ein Pesto könnte ich daraus zaubern und die Radieschenblättersuppe meiner Cousine ist auch ein Hit.“

„Von der Wurzel bis zum Blatt, das ist doch die neue Kochphilosophie“, meint er da. „Ich finde, das ist eine tolle Idee, so können wir  Abfall vermeiden und mit ein bisschen Fantasie entstehen herrliche Speisen. Ich hab letztens aus Erdäpfelschalen Chips gemacht. Knuspern statt Wegwerfen ist die neue Devise!“

Süßsauer und blitzschnell

Später überlege ich mir eine neue Art, die Radieserl  zu verarbeiten. „Quick Pickeln“ ist eine Methode, die ich in Amerika kennengelernt habe. Wie verlockend und einfach es ist, einen Sud zu kochen, über das Gemüse zu leeren und in Blitzesschnelle süßsaure Köstlichkeiten für die nächsten Tage parat zu haben!

Während ich dem Gemüse zusehe, wie es beim Auskühlen eine  kirschblütenrosa Farbe annimmt, überlege ich mir, zu welchen Gelegenheiten ich die Neuerscheinung in meiner Küche verschmausen könnte. Natürlich – nächste Woche werden wir sie zum Osterschinken verputzen. Übermuttrunken denke ich bereits an Grillereien im Sommer … Oder, schön verpackt,  als Mitbringsel, falls ich doch je wieder zum Abendessen eingeladen sein werde? Wie schön das Leben hoffentlich bald sein wird!

Das freizeit-Rezept für April

QUICK-PICKLED RADIESCHEN

Zutaten:
2 Bund Radieschen, geputzt
1 kleine Zwiebel, geschält
1 Knoblauchzehe, geschält
220 ml Weißweinessig
200 ml Wasser
2 TL Rohzucker
1 TL Salz
1 TL Senfkörner
1 TL Korianderkörner

1 Ein Gefäß mit 750 ml Inhalt auskochen (sterilisieren). Die Radieschen, die Zwiebel und die Knoblauchzehe auf der Mandoline oder per Hand in hauchdünne Scheiben schneiden und in das Gefäß schlichten.

2 In einem kleinen Topf den Essig mit den restlichen Zutaten eine Minute aufkochen lassen. Über die Gemüsemischung gießen, mit einem Deckel abdecken und auskühlen lassen. Die Radieschen sind gekühlt mindestens eine Woche haltbar.

TIPP: Für die Aufbewahrung im Kühlschrank alle Blätter entfernen und die Radieschen in eine kleine Menge Wasser legen.

Nicole Ott ist Köchin, Gastronomin und Kochbuchautorin. Am Wiener Kutschkermarkt führt sie das Café Himmelblau, www.himmelblau18.at

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