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freizeit Essen & Trinken
05/28/2021

"Junge Wilde": Diese Köchin mischt die Männerwelt auf

Die Tirolerin Sandra Scheidl gewinnt als erste Frau den europäischen Kochbewerb „Junge Wilde“.

von Theresa Bittermann

Dass sie in der Spitzengastronomie kochen will, war ihr schon immer klar. Und da ist sie auf dem besten Weg. Sandra Scheidl ist 26 und konnte sich kürzlich beim Kochwettbewerb „Junge Wilde“ durchsetzen – ein Kräftemessen des Branchenmagazins Rolling Pin für junge Köchinnen und Köche unter 30 aus dem europäischen, mit großer Beteiligung aus dem deutschsprachigen Raum.

Mit der Tirolerin kürte die Jury zum ersten Mal in der 16-jährigen Geschichte des Gourmet-Bewerbs eine Frau zur Gewinnerin. „Das spiegelt einfach die Branche wieder“, sagt Scheidl. Mit ihrem Sieg verdient sie sich unter anderem eine Coverstory im Magazin und sorgt damit eindeutig für Abwechslung. Im Online-Archiv der Monatszeitschrift findet sich zuletzt im Jahr 2018 eine Frau auf dem Cover.

Scheidl freut sich unabhängig von ihrem Geschlecht über den Titel der „Jungen Wilden“: „Dass ich die erste Frau bin, ist für mich zwar spannend, aber keine Errungenschaft – die Leistung wird ja gleich bewertet. Im Endeffekt geht es darum, die Person zu finden, die am besten kocht. Egal, ob Mann oder Frau. Ich freu mich einfach wahnsinnig, dass ich gewonnen habe und meine Leistung ausgezeichnet wurde.“

Kreativität gefragt

Die Aufgabe: Aus einem vorgegebenen Warenkorb ein dreigängiges Menü zaubern. Die 26-Jährige überzeugte die Jury unter anderem mit ihrem Kamillenparfait mit Urkarotte und Erbsensprossen. „Ich wollte ein Dessert bieten, das von den Komponenten her nicht als solches wirkt, aber trotzdem auch den Geschmack von weniger Experimentierfreudigen trifft.“

Stichwort Experimentierfreudigkeit – das ist Scheidls große Leidenschaft. Sie fühlt sich in der modernen Küche zu Hause, ihrer Kreativität will sie keine Grenzen setzen. Ihre ersten Schritte beim Kochen hat die Tirolerin als Jugendliche gemacht. „An Feiertagen wollte ich immer meine ganze Familie bekochen, am liebsten mit mehreren Gängen“, erinnert sie sich und lacht. „Dabei hab ich versucht, bei den Geschmäckern und Texturen so kreativ wie möglich zu sein. Normales Kochen hat mich damals schon weniger interessiert.“

Stets mit einem klaren Ziel vor Augen – der Top-Gastronomie – machte sie sich auf den Weg nach London und Oslo, wo sie in ausgezeichneten Sterne-Restaurants in der Küche stand. Schließlich führte die junge Köchin ihr Weg wieder zurück nach Wien, wo sie aktuell an einem eigenen Projekt tüftelt. „Tatsächlich verbringe ich im Moment mehr Zeit vor dem Computer als in der Küche.“ Genaueres will sie noch nicht verraten, „aber es ist mein langfristiges Ziel, eine eigene Küche in Wien zu haben und mir damit auch eine Auszeichnung zu holen.“

Zwischendurch entwischt Scheidl aber vielleicht noch nach Bangkok: Als „Junge Wilde“ wird sie nämlich noch bei einem Starkoch in der Küche stehen. Ihr Favorit: Gaggan Anand. „Ich würde die indischen Einflüsse seiner Küchen gerne noch kennenlernen – und damit wieder ganz neue Techniken.“

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