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freizeit Essen & Trinken
08/25/2021

Japanische Weinbeere - die Rarität im Garten

Die orangerote Frucht, auch Rotborstige Himbeere genannt, ist in Österreich eine absolute Rarität. Dabei ist die vitaminreiche, leicht klebrige Beere ideal zum Naschen, für süße Rouladen oder Tortendekorationen. Mit Rezept.

von Stefan Hofer

Die Beere kommt aus Asien. Sie vermehrt sich rasant. Und ihr süß-säuerlicher Geschmack macht süchtig: Anfang der 1990er-Jahre pflanzten meine Eltern in ihrem Garten die Japanische Weinbeere. Sie mutierte rasch zum familiären Liebling unter den Beerenfrüchten und fand sich als Deko auf unzähligen Sommertorten wieder – sofern sie zuvor nicht frisch gepflückt im Kindermund verschwand.

Überraschend: Kaum jemand  in Österreich kennt  die vitaminreiche Frucht. „Eine absolute Rarität“, bestätigt Georg Kamptner vom Beerengarten Fuxengut in Garsten. Dabei sei es eine „super Frucht“ – übrigens Wildobst, keine Züchtung. Ein Vorteil  (gegenüber Himbeeren): „Wenn man Japanische Weinbeeren einfriert, schauen sie nach dem Auftauen aus wie frisch gepflückt.“ Ideal zum Verzieren.

Nur wenige Wochen im Juli und August ist Saison. „Die Früchte sind sehr gut, süßlich und klebrig“, sagt Katharina Schödl-Hummel vom Biobeerengarten Hummel in Loosdorf, die sie für den Eigengebrauch anbauen. Was muss man als Hobbygärtner beachten? „Im Winter die abgeernteten Triebe bodennah schneiden und das Gestrüpp auslichten.“ Die Früchte sind kleiner als Himbeeren, dadurch sei die Ernte aufwendiger – und  wegen der stacheligen Pflanze mühsam. „Ich trage deshalb Handschuhe, die bis zu den Ellbogen reichen“, so Schödl-Hummel.

In gut sortierten Gartencentern gibt’s die schnell wachsende Pflanze um zehn Euro (bio vierzehn Euro). Sie wird während einer frostfreien Zeit zwischen Oktober und April gepflanzt, man sollte sie an Rankhilfen hochbinden. 

Oder ganz einfach auf das Tortenfoto der Mama warten, die so zum Heimatbesuch lockt.

19. Jahrhundert: Wie der Name verrät, stammt die Beere  aus Fernost. In Japan, China und Korea beheimatet, kommt sie in den 1870er-Jahren über Frankreich nach Europa 

1- 3 Meter hoch wächst der Strauch der Japanischen Weinbeere, die zur Familie der Rosengewächse gehört. Ihr wissenschaftlicher Name lautet Rubus phoenicolasius

6,5 bis 7,5: In diesem Rahmen sollte der pH-Wert der Erde liegen. Ein lockerer, humusreicher Boden ist gut geeignet. Die Sträucher sollte man an Stützen hochbinden. Nach der Erntezeit werden die alten Triebe bodennah geschnitten

Zubereitung: 60 min
Backzeit: 30–40 min
Portionen: 12

BISKUITTEIG
6  Eier
175 g Zucker
1 Pkg. Vanillezucker
1 Prise Salz
120 g Mehl
80 g Speisestärke
1 TL Backpulver optional

JOGHURT-OBERS-FÜLLE
250 ml Obers
500 ml Naturjoghurt
1 Pkg. Vanillezucker
Saft einer halben Zitrone
8 Blatt Gelatine
60 bis 100 g Staubzucker je nach Süße

Marmelade etwa Jap. Weinbeere, zum Bestreichen
zirka 300 g Japanische Weinbeeren

- Eier trennen, die Dotter mit Zucker und Vanillezucker schaumig schlagen
- Eiweiß mit einer Prise Salz zu Schnee schlagen;  Mehl, Speisestärke und eventuell Backpulver durch ein Sieb vorsichtig unter die Dottermasse heben
- In einer gebutterten Tortenform (hier Herzform) dreißig bis vierzig Minuten bei 180 Grad backen
- Auskühlen lassen
- Für die Fülle Obers steif schlagen; Joghurt, Vanille- und Staubzucker mixen
- Gelatineblätter in kaltes Wasser geben, zirka fünf Minuten ziehen lassen.  Blätter herausnehmen, ausdrücken und in Zitronensaft auf kleiner Flamme schmelzen; dann rasch unter die Joghurtmasse rühren; geschlagenes Obers unterheben
- Torte in der Mitte quer durchschneiden; den unteren Teil  in die Tortenform geben, mit der Fülle bestreichen und den zweiten Teil der Torte darauflegen
- Mindestens drei Stunden beziehungsweise über Nacht kalt stellen
- Tortenoberfläche mit Marmelade bestreichen, die Japanischen Weinbeeren darauf gleichmäßig verteilen
- Je nach Vorliebe mit Tortengelee (siehe Packungsanleitung) überziehen und nochmals kalt stellen. Genießen!

 

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