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Sophies Welt

Diamonds & Co

Von falschen Boten und echten Juwelen – auf der Suche nach einem verlorenen Schatz.

von Sophie Strobele

11/21/2015, 06:00 AM

Es ist schon eine Zeit her, dass ich das aus Österreich stammende Star-Model Iris Strubegger und ihre ebenfalls modelnde Freundin in einem Pariser Café traf. Die anmutig-androgyne Iris, trotz ihrer Bekanntheit zurückhaltend und bescheiden geblieben, war aufgrund eines Jobs für ein paar Tage „in town“, wie Modelbooker es nennen. Gerade waren die beiden Models von einem internationalen HighClass-Magazin für ein Editorial (so nennt man die relevanteste Fotostrecke eines Magazins) zum Thema Schmuck fotografiert worden.

Die wichtigsten Marken von Rang und Namen – wie Cartier, Chopard, Tiffany oder Piaget – sind gewohnt, für solche Shootings ihre neuesten Pretiosen zu schicken. Natürlich werden die Juwelen den Magazinen nur geborgt – unter höchsten Sicherheitsmodalitäten: Securities begleiten das Geschmeide ins Fotostudio, um zu verhindern, dass einer diebischen Elster ein funkelndes Steinchen zu gut gefällt.

Zum Shooting mit Iris sandte eine der Luxusmarken einen Schmuckkoffer mit den allerschönsten Diamantcolliers und Ringen. Per Chauffeur, nach Austausch eines dazugehörigen Passwortes. Die Übergabe vom Schmuckchauffeur an die Stylistin funktionierte tadellos. Das „brillante“ Shooting mit Iris und ihren Modelkolleginnen verlief glänzend, sodass am Ende des Tages mit dem Fotografen, der Redaktion, den Stylisten, Make-up- Artisten, Models und Assistenten der Champagner geköpft werden konnte. Wir waren glücklich, dass wir alles so gut geschafft hatten. Da klingelte es an der Studiotür, draußen stand der Kurier der französischen Supermarke und wollte den Schmuck abholen.

Den Schmuck? Aber der ist doch längst abgeholt? Ein paar hektische Telefonate später die Nachricht, die allen die Taittinger-Kügelchen im Hals gefrieren ließ: Die Juwelen werden vermisst. Der Bote mit Sonnenbrille und Schirmkappe, dem die Stylistin den Schmuckkoffer gegen das Passwort „Diorissima“ ausgehändigt hatte, war nicht der echte gewesen. Offenbar hatte ihr ein dreister Dieb den wertvollen Koffer abgeluchst. Ich staunte nicht schlecht: Woher wusste er das Passwort? Den Hinweis kann er doch nur von jemandem vom Shooting bekommen haben! Oder aus der Company selbst? Zweckdienliche Hinweise sind bitte an die Avenue Montaigne zu richten.

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