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freizeit
06/15/2021

Der neue Keramik-Hype mit den besten Teilen zum Nachshoppen

Kunstobjekt oder Alltagsgegenstand, Hauptsache die Keramik ist handgefertigt. Hier die schönsten Objekte.

von Florentina Welley

"Wir sind diese Erde“, proklamierte die bekannte Trendforscherin Lidewij Edelkoort vergangenes Jahr anlässlich eines Symposiums über die zukünftigen Trends von 2021. Die Niederländerin fokussierte in ihrem Forecast das wachsende  Interesse an natürlichen Materialien, die die Natur in allen ihren Farben und Formen hervorbringt. Da kommt der aktuelle Trend zu Keramik und handgefertigten Tonobjekten gerade zum richtigen Zeitpunkt. Heute überprüfen Designer wie Künstler längst  ihre Beziehung zu Natur und Umwelt, um ihre Produktionsweisen anzupassen und einen möglichst  geringen  CO2-Fußabdruck zu  hinterlassen. 

Ton und Keramik als reine Naturmaterialien stehen daher hoch im Kurs. Nicht nur in Kunst und Design boomt das Material aus dem reinen Naturstoff. Die französischen Modedesigner nach-Bijoux versehen sogar ihre Handtaschen mit Tierköpfen aus Porzellan  (gesehen im MAK-Designshop), die als Verschluss fungieren.

Roh geformte und gebrannte Produkte, denen man ansieht, dass sie von Hand gefertigt wurden, sind in der Kunst wie auch im Design gefragt, als logische Folge von nachhaltigen Färbeprozessen mit Naturfarben oder der Erzeugung von veganem Leder.

Rückkehr des Kunst-Handwerks

Solche Produktionsprozesse sind in der Industrie  schon sehr verankert,  verlangen aber kleinen Unternehmern viel Know-how ab. „Keramik hat mich immer schon interessiert und fasziniert, für mich ist es generell wichtig, in meiner Arbeit etwas zu machen, wo ich ein Resultat vor Augen habe, und mit den Händen arbeiten kann“, sagt Onka Allmayer-Beck.

„Ich habe Spaß daran, immer wieder neue Formen zu bauen. Wichtig ist mir, dass die fertige Keramik lebendig aussieht und trotzdem funktionell ist“, bringt es die Wiener Designerin auf den Punkt. Ihre fantasievollen Keramik-Objekte, die „messed vessels“, waren bis vor Kurzem in der Design-Ausstellung Earth&Fire auf Schloss Hollenegg zu sehen.

Eine Institution, die sich dem Design verschrieben hat und diesen Sommer auch die Arbeit der Künstlerin Marie Janssen zeigt, die dort eine Ohrmuschel aus Keramik anfertigen wird. Dass Ton auch in der Kunst eine Rolle spielt, zeigt die Erwin Wurm-Ausstellung Dissolution im Wiener Geymüllerschlössel. Seine gestischen Skulpturen aus Keramik lassen an abstrakte Charaktere denken.

Die Kunsthistorikerin und Handwerkerin Petra Lindenbauer erzählt mit ihren neuen Keramikschalen wiederum  ihre persönliche Geschichte  des Lockdowns: Sie nützte die Zeit und rezyklierte gelagerte Tone und Glasurreste zu  originellen Unikaten, die „Lucky Bowls“. Ihre Tableware findet man auch auf den Tischen der Spitzengastronomie.  


 

Trendforscherin Li Edelkoort meint, dass ein wachsendes Bewusstsein von den endlichen Ressourcen dieser Welt zu einem radikalen Wandel kreativer Prozesse führen wird. Sie wiederholt in ihren Vorträgen gerne das berühmte Zitat von Medienpapst Marshall McLuhan: „Das Medium ist die Botschaft“.

Ein Satz der viel Interpretationsspielraum bietet und wie  man schon anhand dieser Designer sehen kann,  bereits jetzt nachhaltig umgesetzt wird. Denn nach dem Boom vom Smart-Home, in dem wir uns um nichts mehr kümmern müssen, weil die Haustechnik mittels Voice-Control vom Computer aus gesteuert und von Hausrobotern übernommen wird, stellt sich  die Frage: Was machen wir in Zukunft mit unseren Händen?

Diese Frage haben uns Designer und Künstler mit ihren handgefertigten  Arbeiten aus Keramik und Ton beantwortet.

Vasen-Kunst    Die Vasen der Designer Ronan & Erwan Bouroullec sind Kunstwerke. Vase „Découpage“, 295 €. Bei Vitra, https://vitra.com

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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