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Interview
05/15/2021

Cornelia Froboess: So hat Peter Kraus auf sie aufgepasst

Als Kinderstar hat Platin-ROMY-Preisträgerin Cornelia Froboess begonnen, am Theater ihre Erfüllung gefunden. Mit Peter Kraus verbindet sie mehr als nur ein Teil ihrer Laufbahn.

von Alexander Kern

Ihre Stimme tönt selbst Nichtschwimmern im Ohr: „Pack’ die Badehose ein“ machte Cornelia Froboess mit acht Jahren zum Kinderstar. „Mich erstaunt heute, mit welch selbstverständlicher Verve ich das gesungen habe“, erzählt sie amüsiert bei der Überreichung der Platin-ROMY für ihr Lebenswerk im Gärtnerplatztheater in München (Ausstrahlung heute, 20:15 Uhr, ORF 2). 

Die Laufbahn der 77-Jährigen ist außergewöhnlich: Mit Peter Kraus bildete sie nach ihren frühen Anfängen in ihren Filmen das Teenie-Traumpaar der Nachkriegsunterhaltung, wurde als Sängerin ein Idol. Schließlich wandte sie sich dem Theater zu – und avancierte zur gefragten Darstellerin, spielte Brecht bis Bernhard. Und auch im TV („Praxis Bülowbogen“) feierte sie Erfolge. Ändern würde sie nichts an ihrem Leben, sagt sie. „Ich möchte nichts davon missen.“

freizeit: Vom Kinderstar zum Teenie-Idol zur Charakterdarstellerin – eine enorm facettenreiche Karriere. Wie kam es dazu?

Cornelia Froboess: Ich habe nicht groß darüber nachgedacht. Allerdings wollte ich auf der Bühne nicht mehr nur als die Conny gesehen werden, wollte in andere Figuren schlüpfen. Also besuchte ich zwei Jahre in Berlin die Schauspielschule. Hans Weigel war mein Mentor. Wie Ernst Haeusserman arrangierte er ein Vorsprechen für mich am Landestheater Salzburg. Als ich einen Film mit Peter Alexander drehte, kam die Zusage.

Ihre Beziehung zu Österreich?

Österreich hat für mich ein Leben lang eine große Rolle gespielt. Ich bin auch österreichische Staatsbürgerin, durch Heirat (mit Theaterintendant Hellmuth Matiasek, Anm.); meine Kinder sind Österreicher. Ab 1952 habe ich meine Filme hier gedreht. Immer in Sievering, in diesen wunderbaren Ateliers, später am Rosenhügel. Sievering habe ich geliebt, das war meine Jugend.

Im Blick zurück, was sehen Sie?

Meine Kindheit war schwierig. In der Pubertät habe ich mich gelöst von der Musik. Und mit dem Schauspiel begann es für mich richtig interessant zu werden. Ich war eigenständig, mein Vater managte mich nicht mehr. Ich konnte mir alles selbst aussuchen. Wollte keine Solistin mehr sein, sondern Teil eines Ensembles. Da wurde ich langsam erwachsen. Das hat lang gedauert bei mir. Ich war ein sehr folgsames Kind (lacht).

Wie würden Sie Ihre Beziehung zu Peter Kraus beschreiben?

Peter ist mein ältester Freund – und ein richtiger Freund. Es ist eigentlich wurscht, wann wir uns sehen, es ist immer wie gestern. Der Peter war immer, bis zum heutigen Tage, mein großer Bruder. Als wir als Teenager im Sportpalast gesungen haben, gab es ein ziemliches Remmidemmi. Ich habe mich ein bisschen gefürchtet. Da hat der Peter mich an der Hand genommen und gesagt: „Komm’ Schatzi, jetzt führ’ ich dich hier raus und bring dich nach Hause.“ Er hat immer auf mich aufgepasst, immer, ein ganzes Leben.

Wie verbringen Sie heute Zeit miteinander?

Er sagt, Spatzerl, hast du Zeit, ich hab’ ne Vorstellung in München, kannst du kommen? Dann treffen wir uns vorher zum Essen oder trinken nachher ein Glasl Wein. Also unheimlich schön.

ROMY- GALA 2021

Die begehrten Publikumspreise werden heuer nicht in der traditionellen Gala in der Hofburg, sondern in einer Fernsehsendung in gewohnt stilvollem Rahmen überreicht.  Moderator ist Andi Knoll. Markus Freistätter  präsentiert die Preisträger Nachwuchs weiblich und männlich. 
Die Ausstrahlung findet heute Samstag, 15. Mai 2021 um 20.15 Uhr in ORF 2 statt. 

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