Der österreichische Schriftsteller Arno Geiger hat sein Lieblingsbuch noch nicht gefunden

© dapd/Sebastian Willnow

Arno GEIGER
10/17/2015

Arno GEIGER

über „Robinson Crusoe“ von Daniel Defoe

von Sabine Edelbacher

Ein Buch meines Lebens gibt es in meinem Leben bisher nicht. Etwas in mir sträubt sich dagegen, ein Buch über alle anderen zu stellen. In meinem Umfeld fällt mir nur ein Mensch ein, von dem ich mit gutem Grund behaupten kann, dass er ein Buch des Lebens hatte: mein Vater. Er hat in seinem Leben nur einen Roman gelesen, den dafür mehrmals: „ Robinson Crusoe“ von Daniel Defoe. Wie Robinson Crusoe war mein Vater bemüht, ein einfaches und autonomes Leben zu leben. Wie Robinson Crusoe hörte er nie auf, um Selbstbehauptung zu ringen. Robinson Crusoe führte vom ersten Tag an einen Kalender, um zu wissen, wo in der Zeit er sich befand. Er war orientiert, obwohl er, genau genommen, nicht viel davon hatte: außer Selbstachtung.

* Der Schriftsteller erzählt in seinem aktuellen Buch von der Schwierigkeit des Erwachsenwerdens: „Selbstporträt mit Flusspferd“, Leseprobe, Carl Hanser Verlag www.hanser-literaturverlage.de, www.arno-geiger.de

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