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19.04.2018

Syrien: Giftgas-Angriff wird von Experten untersucht

Vor Kurzem wurde in Syrien Giftgas eingesetzt, wahrscheinlich von den Regierungs-Truppen. Experten untersuchen den Angriff jetzt.

Link zum Original-KURIER-Artikel

Zurzeit wird der Giftgas-Angriff in Syrien untersucht.
Dort soll am 7. April eine Bombe
mit verbotenen Giftstoffen explodiert sein.
Es ist sehr wahrscheinlich,
dass die Regierungs-Truppen vom syrischen Präsidenten
für den Angriff verantwortlich sind.
Sie haben nämlich die nötigen Mittel dazu.
Im Krieg Giftgas einzusetzen,
ist seit dem Ende vom 1. Weltkrieg verboten.
Deswegen wird von 9 Experten der Giftgas-Angriff untersucht.
Hier sind Fragen und Antworten zur Untersuchung von dem Angriff.

Ist nach mehr als 10 Tagen überhaupt noch etwas zu finden?
Das kommt ganz darauf an,
ob Experten die Explosions-Stelle untersuchen können.
Es ist auch davon abhängig,
ob sie auch Zeugen und Opfer befragen dürfen.

Einer der Experten für Chemiewaffen
ist der deutsche Chemiker Ralf Trapp.
Er sagt, dass man noch Waffenreste
oder Bombensplitter finden könnte.
Die Ermittler können auch Opfer untersuchen
und so herausfinden,
welche Stoffe verwendet wurden.
Anzeichen wie zum Beispiel Schaum vor dem Mund, Erstickungen,
Zuckungen am ganzen Körper deuten auf bestimmte Gifte hin.

Was werden die Experten als Erstes tun?
Sie werden versuchen, so viele Proben
wie möglich zu entnehmen,
von Boden, Wasser und Gebäuden.
Sie werden Blutproben
und Gewebeproben von Opfern entnehmen.

Bei Autopsien werden sie auch auf Veränderungen
der Organe achten, etwa in den Lungen,
die auf bestimmte giftige Stoffe hinweisen.
Bei einer Autopsie wird eine Leiche untersucht,
um die Todesursache feststellen zu können.

Kann man die Spuren der Giftstoffe auch beseitigen?
Trapp glaubt nicht, dass das in diesem Fall möglich ist.
Er meint: "Es ist nicht so einfach, Spuren zu beseitigen
und Gebäude zu entgiften."
Außerdem sind da auch
noch die Zeugen und Ärzte,
die den Experten wertvolle Hinweise geben könnten.

Es wurde Chlorgas als möglicher Kampfstoff  genannt.
Ist das überhaupt noch nachzuweisen?

Chlorgas ist wichtig für die Trinkwasser-Säuberung
und für den normalen Gebrauch nicht verboten.
Es ist aber verboten, Chlorgas als Waffe einzusetzen.
Das Gas selbst ist schnell weg, es hinterlässt aber
in der Umwelt und auch in Organen Spuren.

Könnte es auch ein anderer Stoff gewesen sein?
Außer Chlorgas wurde im Krieg in Syrien auch schon
einige Male das Nervengift „Sarin“ verwendet.
Deswegen will Trapp nicht ausschließen,
dass bei dem Angriff „Sarin“ verwendet wurde.

Darauf deuteten die Fotos von den Todesopfern hin, sagt er.

Wann ist mit Ergebnissen der Untersuchung zu rechnen?
Das Team braucht vor Ort sicher ein paar Tage, schätzt Trapp.
Dann müssen sie die gesammelten Proben
in Labors untersuchen lassen.
Diese Untersuchungen können 2 Wochen dauern.
Bis ein Endergebnis vorliegt, wird es wahrscheinlich
3 bis 4 Wochen dauern.