Einfache Sprache
27.06.2017

Frau gewinnt Klage gegen israelische Fluglinie

Bei einer israelischen Fluglinie kam es immer wieder vor, dass Frauen wegen Beschwerden von Männern aufgefordert wurden, sich auf andere Plätze zu setzen. Ein Gerichtsurteil verbietet das nun.

Link zum Original-Kurier-Artikel

Streng gläubigen Juden ist es verboten,
in der Öffentlichkeit neben einer Frau zu sitzen.
Eine versehentliche Berührung wird als
unanständig empfunden.
Deswegen durften Männer bisher bei israelischen Fluglinien
darum bitten, dass neben ihnen keine Frauen sitzen.
Weil Frauen zufällig neben streng gläubigen Juden sitzen
und sich deswegen umsetzen müssen, kommt es weltweit
bei Fluglinien zu Problemen und Verspätungen.

Im Jahr 2015 ist die 83-jährige Renee Rabinowitz
in ein Flugzeug von der Linie „El Al“ gestiegen.
Rabinowitz stieg in New York ein und wollte mit dem Flugzeug
zurück nach Tel Aviv fliegen.
Dort lebt sie in einer Einrichtung für betreutes Wohnen.
Rabinowitz ist eine Israelin, die während dem 2. Weltkrieg
aus Europa geflohen ist.
Im Flugzeug setzte sie sich auf ihren Platz am Gang.
Dann kam ihr Sitznachbar, um sich auf seinen Platz
am Fenster zu setzen.
Er war ein streng gläubiger Jude.
Daher beschwerte er sich darüber, neben einer Frau zu sitzen.
Der Mann erklärte ihr, dass das in seinem Glauben verboten ist.
Daraufhin wurde Rabinowitz von den Flugzeug-Mitarbeitern
gebeten, sich auf einen anderen Platz zu setzen.

Deswegen hat Frau Rabinowitz gegen die Fluglinie geklagt.
Den Fall hat eine israelische Organisation übernommen,
die sich für die Gleichbehandlung von Frau und Mann einsetzt.
Die Richterin hat für Rabinowitz entschieden.
Von jetzt an dürfen Fluglinien Frauen nicht mehr dazu
auffordern, sich umzusetzen, nur weil ein Mann das wünscht.
Als Wiedergutmachung bekam Rabinowitz 1500 Euro.