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08/01/2020

Gewerbe und Handwerk: Rasch den Motor wieder anwerfen

Die rund 230.000 Betriebe der WKÖ-Sparte hoffen, dass die vorgesehenen Förderungen und Boni schnell greifen

Das Gewerbe und Handwerk ist in nahezu allen Bereichen des täglichen Lebens tätig und die zahlenmäßig größte der sieben Sparten in der Wirtschaftskammer Österreich. Die Betriebe waren heuer gut ins Jahr gestartet. Durch die Corona-Krise änderte sich das über Nacht dramatisch. Die Folge waren starke Umsatzrückgänge, besonders bei Gesundheit und Wellness, Kreativ und Design, in der Veranstaltungstechnik und bei den Zulieferern des Tourismus.

Konjunkturpakete jetzt

Deshalb ist es wichtig, dass die im Juni vorgestellten Konjunkturpakete rasch ihre Wirkung entfalten, damit die befürchtete Auftragsdelle im Herbst abgemildert wird. Dazu zählen etwa die Förderung der Gebäudesanierung sowie Steueranreize für die thermisch-energetische Sanierung, wo weitere 750 Millionen Euro dazukommen, oder Förderungen für den Heizkesseltausch bei Unternehmen und privaten Haushalten.

Eine Maßnahme, die sich rasch und unbürokratisch umsetzen ließe, wäre der „Handwerkerbonus Neu“. Die Bundessparte hat dazu einen Vorschlag auf den Tisch gelegt: Demnach sollte es eine Förderung von 25 Prozent bei Renovierungs- und Modernisierungsarbeiten in Wohnungen oder Wohnhäusern samt Außenbereichen bis zu 20.000 Euro geben. Die Aktion sollte zwei Jahre laufen und mit 50 Millionen Euro pro Jahr dotiert werden.

Lehrlingsausbildung

Vom „Lockdown“ war auch die Ausbildung betroffen, da viele Lehranfänge unmöglich waren. Erfreulicherweise lassen sich viele Betriebe trotz Corona nicht vom Ausbilden abbringen. Umfragen der WKÖ in Oberösterreich und Burgenland zeigen, dass nur rund ein Fünftel der befragten Unternehmen plant, weniger Lehrlinge als im Vorjahr auszubilden.

Rund ein Viertel würde gerne mehr jungen Anwärtern eine Ausbildung ermöglichen. Der Lehrlingsbonus und der Sonderbonus für KMU bieten dafür Anreize. Allerdings gab die Hälfte der befragten Betriebe an, offene Lehrplätze nicht besetzen zu können. Die AMS-Zahlen belegen das: In Summe, über ganz Österreich betrachtet, gibt es bis zum Herbst um gut 2200 mehr verfügbare Lehrstellen als Suchende.

Meistertitel

Die Wirtschaftskammern Österreichs setzen sich seit vielen Jahren massiv dafür ein, das Image der beruflichen Ausbildung aufzuwerten. Nun wurde eine langjährige Forderung erfüllt. Alle Meisterinnen und Meister sind ab 21. August 2020 offiziell berechtigt, den Titel „Mst.“ oder „Mst.in“ in Kurzform vor dem Namen zu führen und in Urkunden eintragen zu lassen. Der handwerkliche Meistertitel ist im Nationalen Qualifikationsrahmen auf Stufe 6 zugeordnet und somit dem akademischen Bachelor gleichgestellt. Allein im Jahr 2019 wurden in Österreich 1827 Meisterprüfungszeugnisse (+9,5 Prozent) ausgestellt.

Breit aufgestellt

Das Gewerbe und Handwerk umfasst mit 230.000 Unternehmen mehr als 50 Prozent aller Betriebe in Österreich und beschäftigt fast 800.000 Menschen. In der Sparte werden rund 22 Prozent des BIP erwirtschaftet. Die Palette reicht vom Bau über den Ausbau und die Ausstattung von Gebäuden über den unterschiedlichen Einsatz von Produktionstechniken bis hin zu den Mode- und Lifestylebranchen und dem Dienstleistungssektor am und um den Menschen.

 

 „Die große Herausforderung ist, dass wir wieder in Fahrt kommen”

Renate Scheichelbauer-Schuster, Obfrau der WKÖ-Bundessparte Gewerbe und Handwerk, im Gespräch mit schauTV

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