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UBM Development
04/09/2020

wHY Architecture lädt zum Tanz

Das Tschaikowski Opern- und Ballett-Theater im russischen Perm ist eine legendäre Institution. Jetzt bekommt das berühmte Ensemble ein neues, extravagantes Zuhause: Ein Opernhaus, das „tanzt“ – designt vom US-Studio wHY Architecture.Büros.

Ballett -Liebhabern ist es ganz sicher ein Begriff. Schließlich ist das Staatliche Opern- und Ballett-Theater Pjotr Illjitsch Tschaikowski in Perm eines der ältesten Theater Russlands. Und es gilt als eines DER Zentren höchster russischer Ballett-Kunst. Bisherige Heimstatt seines berühmten Ensembles ist ein klassizistisches Gebäude aus dem Jahr 1880. Jetzt sollen die 300 famosen Tänzer der Truppe ein neues Zuhause bekommen: Ein Opernhaus, das selbst wirkt, als würde es tanzen – designt vom New Yorker Büro wHY Architecture.

Neubau statt Erweiterung

Dass Stadtrat und Planungskommission jüngst grünes Licht für diesen außergewöhnlichen Neubau gaben, kam für Beobachter vermutlich überraschend. Denn bislang stand lediglich ein erweiternder Umbau des 1.000 Plätze umfassenden Theaters auf der Agenda. Der entsprechende Wettbewerb wurde bereits im Jahr 2010 entschieden. Damals zugunsten des Londoner Studios David Chipperfield Architects.

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Das jetzige Umdenken dürfte mit einer aktuellen Initiative zusammenhängen: Die Stadt will die kulturelle Wiederbelebung eines Bereichs am Kama-Fluss in Angriff nehmen. Das neue Opernhaus soll dieses Vorhaben mit einem Highlight krönen. Es wird auf einer Anhöhe im Zentrum Perms thronen – als weithin sichtbares, ikonisches Symbol für die Identität der Stadt und ihr historisches und künstlerisches Erbe.

Unser Ziel ist es, ein neues kulturelles Wahrzeichen für Perm und Russland zu schaffen

Andrija Stojic, Leiterin des New Yorker wHY Architecture Büros

Man wolle ein Gebäude konzipieren, das die Dynamik und Kreativität der Aufführungen reflektiert, die darin stattfinden, schildert Andrija Stojic, Chefin des wHY Architecture Büros in New York.

Weltklasse-Bau für Spitzentänzer

Musik schlage eine Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft. Das Design werde Perms Geschichte und lokale Kultur berücksichtigen. Zugleich werde der Neubau jene Weltklasse bieten, die der Tschaikowsky-Oper und ihrem Ballett gerecht wird.

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Was wHY Architecture darunter versteht, zeigen kürzlich veröffentlichte Renderings (siehe Bilder). Und diese lassen tatsächlich Aufregendes erwarten: Die Gebäudeform ahmt tänzerische Bewegung nach, als würde sie sich zum Klang aufschwellender Musik nach außen öffnen. Das gewellte Dach und die geschwungene Glasfassade vermitteln Leichtigkeit, die an fließende Ballett-Choreographie erinnert.

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Die Materialpalette mit vielen kupferfarbene Elementen würdigt Geologie und Tradition der Region. Schließlich waren es Kupfererz-Funde, die im 18.Jahrhundert den Grundstein für Perms Wachstum legten.

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Das „tanzende“ Opernhaus hebt sich durch seine allgegenwärtig kurvigen Formen von anderen Kulturbauten ab. Ob Fassade, Mauern, Räume oder Entree: Alles scheint einer schwingenden Melodie zu folgen – harmonisch und mit eigener Dynamik.

wHY lässt auch im Park „tanzen“

Fließende Aufgänge und Treppen leiten von der Vorhalle ins Innere des Theaters. Das Gebäude wirkt einladend offen und bietet rundum freien Blick über die Stadt. Zudem umfasst das 35.000 Quadratmeter große Projekt auch die Neugestaltung des umliegenden Park-Areals. Hier will das Team von wHY Architecture durch geschwungene Pfade und Terrassen fühlbare Kontinuität zwischen gebauter und natürlicher Umgebung schaffen.

Ganzjähriger Genuss drinnen & draußen

Auch ein künstlich angelegter See und ein Wasserlauf sind Teil des Konzeptes. Dies und mehr soll Besucher der Kultureinrichtung dazu verleiten, auch den Outdoor-Bereich des neuen Opernhauses zu erkunden. Und zwar zu jeder Jahreszeit.

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Dass das wHY-Team neben Kulturbauten auch auf Landschaftsarchitektur spezialisiert ist, kommt dem Projekt in Perm zupass. Die 40 Kreativen der fünf zugehörigen Studios in New York und Los Angeles sind für überraschende Designansätze bekannt.

Mehrfache Expertise

Zu den bisher wichtigsten Bauprojekten des Büros zählen das Grand Rapids Art Museum, die Pomona College Studio Art Hall und das Speed ​​Art Museum. Auch in Sachen Landschaftsplanung sind die US-Architekten gefragt. So bewiesen sie ihr Können etwa in den beliebten West Princes Street Gardens in Edinburgh und im Rees Ridge Parkgelände in Toronto (in Kooperation mit BrookMcIlroy).

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2019 wurde wHY von Architectural Digest auf die Liste der 100 weltweit führenden Architekturen gesetzt. Der Theater-Neubau in Europas östlichster Millionenstadt Perm erweitert das Portfolio des Teams um ein spektakuläres internationales Projekt.

Gespannt erwartet, unerwartet spektakulär

Mediale Aufmerksamkeit ist dem tanzenden Opernhaus jedenfalls gewiss. Und dies nicht nur, weil innovative Kulturbauten meist großes Interesse auf sich ziehen, wie etwa das Projekt des „London Centre for Music“ von Diller, Scofidio + Renfro oder Snøhettas Pläne für eine neue Oper in Shanghai und eine Bibliothek mit „Bug“ in North Carolina.

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Immerhin zählt das Permer Akademische Opern- und Ballett-Theater P. I. Tschaikowski neben jenem von Nowosibirsk, dem Bolschoi- und dem Mariinski-Theater zu den bedeutendsten ganz Russlands. Und es bietet seit jeher modern-exquisite, weltweit bewunderte Tanzkunst. Nur logisch also, dass auch die Eröffnung seiner neuen, extravaganten Heimstatt mit Spannung erwartet wird.

Text: Elisabeth SchneyderBilder: AtChain / wHY architecture

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