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UBM Development
04/14/2020

Viele, viele bunte Smarties!

Die spanischen Top-Architekten José Selgas und Lucía Cano schaffen mit Farbenkraft, Naturnähe und visionären Formen Raum für kreative Köpfe. Der Serpentine Pavillon in Los Angeles legte dafür ein beeindruckendes Zeugnis ab.

Die spanischen Top-Architekten José Selgas und Lucía Cano schaffen mit Farbenkraft, Naturnähe und visionären Formen Raum für kreative Köpfe. Der Serpentine Pavillon in Los Angeles legte dafür ein beeindruckendes Zeugnis ab.

Das verspielte, futuristische Gebilde passte perfekt zum nahen Hollywood: In allen Farbnuancen schillernd, amorph, polygonal und lichtdurchflutet machte es in Los Angeles Furore. Entstanden ist es allerdings anderswo. Zuerst in den Köpfen der spanischen Architekten José Selgas und Lucía Cano. 2015 dann in London. Denn das Team Selgascano hatte den Zuschlag fürs Design des 15. Serpentine Gallery Pavilions erhalten.

Kult-Objekt als Vorbote für Kreativ-Campus

Im Herbst 2019 hatte die flexible Traum-Installation, die im Londoner Hyde Park für viel Aufsehen und Begeisterung sorgte, vorübergehend ein neues Zuhause: Die La Brea Tar Pits. Präsentiert von den Natural History Museums of Los Angeles County (NHMLAC) und dem Londoner Unternehmen „Second Home“ bot sie hier bis Ende November 2019 Raum für öffentliche Kultur- und Kunst-Events.

Das bunte Wunderwerk war allerdings mehr als eine temporäre Attraktion. Der Serpentine Pavilion war nämlich Vorbote eines anderen, bleibenden Projekts der beiden Architekten: Selgascano hat im Auftrag des britischen Co-Working-Space Entwicklers „Second Home“ dessen neuen „HolLA“-Campus konzipiert. Dieser soll im September 2020 seine Pforten öffnen. In East Hollywood. Als erste US-Anlage des britischen Unternehmens, das bereits über vier Locations in London und eine in Lissabon verfügt.

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Für das erste „Second Home“ Projekt in Übersee wurden rund 8.400 Quadratmeter Fläche in eine urbane Oase verwandelt. Um die 70 ovale, von einer Gartenanlage umgebene Büro-Bungalows sollten lebenswerten Arbeitsplatz für an die 700 Personen bieten. Das historische, in den frühen 1960er Jahren vom renommierten Paul Revere Williams für Philantropin Anne Banning designte Community House wurde zum Hauptgebäude umgebaut.

Work-Space mit „Outdoor-Gefühl“

Ein Bauwerk, das gut zu Second Home’s multikulturell-sozialer Ausrichtung passt. Schließlich war Williams der erste afroamerikanische Architekt, den das American Institute of Architects (AIA) als Mitglied akzeptierte. Jetzt wurde sein Werk – ausgestattet mit zusätzlichen Büros mit 200 Workspaces – das Zentrum des neuen Campus.

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Auch ein Cafe, eine Bar, ein Restaurant und eine Veranstaltungshalle standen auf dem Plan. Ebenso wie Ruhezonen und offene Terrassen. Durch gebogene, transparente Wände wurden die ovalen Büros des Campus 360-Grad-Sicht ins umliegende Grün eröffnet und so Naturnähe vermittelt.

Naturnahe Architektur für freies Denken

Geschwungene Dächer wurden als zusätzlicher Schutz vor zu viel direkter Sonneneinstrahlung konzipiert. Holzpfade, die sich durch die dichte Bepflanzung schlängeln, sollten als erholsame Verbindungswege dienen und entspannte Spaziergänge im Grün ermöglichen.

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Das Interieur der Bauten soll, wie Selgascanos Projektbeschreibung betont, in den Hintergrund treten. Denn: „Im Fokus steht der Outdoor-Charakter – die Quintessenz des Lifestyles von Los Angeles“.

Während unweit davon ihr nächstes, umfassenderes Werk entstand, fanden in Selgascanos Serpentine Pavilion bis zu 300 Besucher Platz. Das seltsame Gebilde bestand aus mehreren Schichten vielfarbigen, durchscheinenden Kunststoffs (Ethylene Tetrafluoroethylene) und einem Stahlrahmen. Drei separate Eingänge erlaubten beim Flanieren durchs unregelmäßig geformte, schillernde Innenleben völlig unterschiedliche Eindrücke. Geboten wurden hier unter anderem Events mit Kult-Regisseur David Lynch, Netflix und dem World Wildlife Fund.

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Was die La Brea Tar Pits selbst seit jeher zum begehrten Ausflusziel macht, steht im krassen Gegensatz zum märchenhaften Science-Fiction-Look des Pavilions: Die natürlichen Asphaltgruben mitten im Stadtgebiet sind eine einzigartige, aktive und ständig beforschte Ausgrabungsstätte. Sie sind Teil der Naturhistorischen Museen von Los Angeles County und geben lebendigen Einblick in 50.000 Jahre Erdgeschichte – vom Mikrofossil bis zum Saurier oder Säbelzahntiger.

Text: Elisabeth Schneyder

Bilder: Iwan Baan, Selgascano

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