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09/01/2021

Tulum macht modern mobil

Die Maya waren ihrer Zeit in vielem weit voraus. Wo sie einst grandiose Bauten schufen, entsteht nun ein Exempel zukunftsorientierter Architektur: Der von AIDIA Studio designte neue Bahnhof von Tulum zelebriert moderne Mobilität. Nachhaltig, elegant und nutzerfreundlich.

Ist von der Riviera Maya an Mexikos Karibikküste die Rede, kommen zu allererst Urlaubsträume in den Sinn. VonCancún im Norden und Playa del Carmen bis zum südlichen Tulum: Überall locken paradiesische Strände, Top-Resorts und – nicht zuletzt – faszinierende Relikte aus der Ära des Maya-Reichs. Vor allem Tulum ist für gut erhaltene Bauten eines Maya-Hafenortes bekannt. Und genau dort, wo diese hochentwickelte Kultur ihrer Zeit vorauseilte, entsteht jetzt zukunftsorientierte Architektur: Das innovative Büro Aidia Studio hat einen neuen Bahnhof für Tulum designt. Und dieser stellt die Weichen für nachhaltige, benutzerfreundliche Mobilität.

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Mit Nachhaltigkeit als höchstem Ziel, konzipierte Aidia Studio ein außergewöhnliches Projekt. Schließlich soll der neue Bahnhof von Tulum auch das kulturelle Erbe der Region würdigen. Also fand man eine Lösung,die durch Einsatz von Licht, Schatten, Mustern, Materialien und Vegetation die Qualitäten der prähispanischen Maya-Architektur zum Ausdruck bringt.

Kompakt gestapelt

Wichtiges Element des Entwurfs ist die Minimierung der Grundfläche des Bahnhofs. Die Architekten entschieden sich für einen augenförmigen Grundriss. Dieser ist in der Mitte, wo alle Hauptfunktionen zusammenlaufen, am breitesten. Zudem wurde das öffentliche Programm des Bahnhofs von Tulum gestapelt über die Bahnsteige gesetzt. Dadurch wird das Schema insgesamt noch kompakter. Die übereinander gelegten Ebenen werden vertikal vernetzt. Vorgesehen ist auch eine große Halle mit viel Licht und natürlicher Belüftung.

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Entscheidender Faktor bei der Planung war auch Benutzerfreundlichkeit. Wer künftig per Zug in Tulum an- oder abreist, soll angenehme Mobilität erleben. Jeder soll sich leicht orientieren können und Tageslicht genießen. Dabei helfen die lineare Konfiguration des Bahnhofs und dessen Symmetrie. Unterstützend wirkt zudem die Dachgeometrie des Neubaus, die die Nutzer intuitiv zum Zentrum der Anlage leitet.

„Erlebnis“ Zugreise

Auch während Wartezeiten werden Reisenden in Tulum attraktive Angebote zur Verfügung stehen. Aidia Studio hat die kommerziellen Zonen bewusst so designt, dass sie „das Erlebnis des Schienenverkehrs konstant zelebrieren“: Die Architektur des Bahnhofs „umrahmt“ den Blick auf die ein- und ausfahrenden Züge. Und die Einzelhandelsflächen sind in direkter visueller Verbindung mit den Bahnsteigen angeordnet.

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Das Klima der Region ist tropisch, mit Regen und hoher Luftfeuchtigkeit im Sommer. Um diesem extremen Wetter gerecht zu werden, bekommt der Bahnhof ein großes, offenes Gitterdach. Dieses wird an strategischen Stellen verglast und schafft öffentliche, halboffene Räume, die keiner mechanischen Belüftung bedürfen.

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Die Dachkonstruktion besteht aus einer Stahlgitterschale, die oben mit glasfaserverstärktem Beton und unten mit Schichtholzplatten verkleidet ist. Sie sorgt nicht nur für angenehme Temperatur und Atmosphäre im neuen Bahnhof von Tulum, sondern auchfür elegante optische Effekte: Die durchs Dach einfallende Sonne projiziert komplexe geometrische Muster an Wände und Böden, die ein schönes Spiel aus Licht und Schatten ergeben. Die daraus resultierenden Motive an den Außen- und Innenseiten erinnern an traditionelle geometrische Muster der Maya.

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Die Gitterschale des Bauwerks erfüllt allerdings auch einen weiteren Zweck. Denn sie hilft, die Strahlungseinwirkung im Laufe des Tages zu regulieren: Kleinere Öffnungen im Zenit reduzieren die Wärmegewinne in den heißesten Stunden, während größere an den Seiten Luft und Licht einlassen, wenn die Temperatur sinkt.

Passive Kühlung

Die aerodynamische Geometrie des Daches indes fördert den Zustrom von Meeresluft und leitet diese durch die Station. Der Einsatz dieser passiven Kühlungsstrategien ist essenziell für die Nachhaltigkeit des Gebäudes.

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Charakteristika der Maya-Architektur einzubringen war dem Team von Aidia Studio wichtig. Dazu zählen etwa Symmetrie, Monumentalität, geometrische Ausrichtung und die Verwendung von Kalkstein. „Wir haben versucht, dieses Erbe zu würdigen, indem wir dieselbe räumliche Qualität aufgriffen und zeitgemäß interpretierten“, betonen die Architekten.

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Der Bahnhof in Tulum ist Teil eines Großprojekts namens „Tren Maya“: Für diese, 1.525 Kilometer lange Intercity-Strecke werden bestehende Gleise entlang der historischen Maya-Stätten reaktiviert und neue gebaut.

Zugstrecke, der Umwelt zuliebe

Das ambitionierte Ziel: Umweltfreundliche Mobilität. Und zwar nicht nur, was Güterverkehr betrifft. Jährlich sollen rund drei Millionen Passagiere transportiert werden, um Ökotourismus Vorschub zu leisten. Das Stationsareal in Tulum umfasst 14.400 QuadratmeterFläche.Auftraggeber ist FONATUR tren maya.

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Dass Aidia Studio den Auftrag für Tulums neuen Bahnhof erhielt, kommt wohl nicht von ungefähr. Nicht etwa, weil das interdisziplinäre Team neben seinem Londoner Büro auch eines in Mexico City führt. Sondern weil es für außergewöhnliche Lösungen bekannt ist.

Spezialisten für Tulum

Das Studio hat einen guten Namen für Projekte, die Klima und Umwelt stets im Blick behalten. Mitunter auf spektakuläre Art. Wie zum Beispiel mit dem Design der visionären Wohnkapsel „Oculus“, die sich wie ein lebendiger Organismus vor Hitze schützt.

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Die Einrichtung der Tren Maya Strecke wurde im Jahr 2018 von Mexikos Regierung angekündigt. Ab 2023 soll sie nutzbar sein. In Tulum sind die Weichen für moderne Mobilität inzwischen jedenfalls gestellt. Die Bauarbeiten am spannenden Projekt werden voraussichtlich bis Juni 2023 dauern. Dann sollen Reisende vor Ort einen Bahnhof der besonderen Art erleben. Einen, der fit für die Zukunft, zugleich jedoch eine Hommage an die große Vergangenheit der Maya Riviera ist.

Text: Elisabeth Schneyder Bilder: Aidia Studio

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