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UBM Development
02/27/2020

Konkurrenz für den Central Park

Mit 8 Milliarden Euro Gesamtinvestition soll nun endlich das Hellinikon errichtet werden, eine gigantische Stadterweiterung am Rande von Athen. Heureka!

Es gilt als das ambitionierteste Projekt in Europa. Und es hat das Potenzial, das Gesicht Athens für immer komplett zu verändern. Und sogar New Yorks Central Park vom Stockerlplatz als größten Stadtpark der Welt zu verdrängen. Die Rede ist vom Hellinikon – ein gigantisches Tourismus-, Geschäfts- und Freizeit-Projekt, das Athens Rolle im östlichen Mittelmeerraum signifikant stärken würde.

Die Vision: Ein nachhaltiger, durchdesignter Stadtteil der Superlative mit Infrastruktur für Handel, Wohnen und Tourismus auf einer Gesamtfläche von 6,2 Millionen Quadratmetern.

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Park mit zwei Millionen m² Fläche

Durch das Projekt – Entwickler ist die zur Unternehmensgruppe des Latsis-Clans gehörende Lamda Development S.A. – werde ein allen Bürgern und Touristen offen stehendes Gebiet geschaffen. Mit verbesserter Verkehrsverbindung, neuen Kultur-, Sport-, Tourismus- und Bildungs-Angeboten. Allein der Park hätte eine Fläche von zwei Millionen Quadratmetern.

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Verläuft alles nach Plan, ließe ein großes Netz von mehr als 50 Kilometern Fuß- und Radwegen sowie die Einbindung der bestehenden öffentlichen Verkehrsinfrastruktur das Gelände nahtlos mit den Ausläufern der Stadt verschmelzen. Lamda Development kooperiert mit dem international anerkannten Architekturbüro Foster + Partners sowie zahlreichen renommierten griechischen Designbüros, wie es seitens von Lamda heißt.

Athen dann mit „Riviera“

Das Hellinikon-Projekt ist nach dem Areal benannt, auf dem es sich befindet, nämlich das ehemalige Flughafengelände in unmittelbarer Nähe zu Athen. Seit 2001 liegt der 8 Kilometer südwestlich des Athener Stadtzentrums gelegene, stillgelegte Airport brach.

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Mit der Realisierung könnte durchaus ein neues Kapitel in der Geschichte Griechenlands aufgeschlagen werden. Nachhaltig verändert wäre auf jeden Fall AthensRiviera”. Sieht der Plan doch den Bau von Hochhäusern, Luxusresidenzen, Hotels, Büros, einer neuen Marina sowie eines Kasinos vor. Die derzeit unzugängliche Athener Küste wäre auf einem Streifen von 3,5 Kilometern für alle offen.

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8 Milliarden Euro Gesamtinvestition

Die Gesamtinvestitionskosten des Projekts werden für die nächsten 25 Jahre auf 8 Milliarden Euro geschätzt. Imposante Ausmaße für ein Land, das Anfang 2010 nur knapp an der Pleite vorbeigeschrammt ist. Damals, kurze Zeit nach Ausbruch der globalen Finanzkrise Anfang 2008, hatten sich die Schulden auf 350 Milliarden Euro aufsummiert – fast doppelt so viel wie der Wert aller Waren und Dienstleistungen, die alle Griechen in einem Jahr erzeugen.

Naturgemäß bestand hohes Interesse, Gelder durch internationale Ausschreibungen in die leeren Kassen hinein zu spülen – was sich damals aber als nicht so einfach erwies. Schließlich unterzeichnete 2014 der an der Börse Athen notierte Entwickler Lamda Development eine Vereinbarung mit dem griechischen Staat.

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Es folgte die Linksregierung unter Alexis Tsipras und damit ein neuer Vertrag. Bis ins Jahr 2019 allerdings sorgten bürokratische Hürden, aufwändige Genehmigungsverfahren und so weiter für einen schleppenden Projektfortschritt. Seit dem Sieg der Konservativen bei den Parlamentswahlen stehen die Zeichen wieder erheblich günstiger.

EBRD-Zuschuss als Anschub

Und frischen Wind in die Sache bringt zweifellos der Zuschuss der EBRD in Höhe von 22,7 Millionen Euro in die 650 Millionen Euro schwere Kapitalerhöhung von Lamda Development. Damit stehen die Chancen gut, dass das größte Stadterneuerungsprojekt Griechenlands nun endlich in die Gänge kommt.

Die Mittel der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung gewährleisten die Einbindung nachhaltiger Ziele. Gemäß des Schwerpunkts „Stadterneuerung und Energieeffizienz” der neuen EBRD-Immobilien- und Tourismusstrategie sollen internationale Beiräte grüne Zertifizierungssysteme installieren und deren Einhaltung überwachen. Auch die EBRD erwartet positive Auswirkungen auf die griechische Wirtschaft und an die 85.000 neue Arbeitsplätze (Bau und Betrieb).

Text: Linda Benkö

Visualisierungen: Lamda Development

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