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UBM Development
04/30/2020

Baubegrünung, leicht gemacht!

In der Stadt und trotzdem im Grünen wohnen – geht denn das? Oh ja! Ein spezielles System zur Baubegrünung macht’s leichter als gedacht. Und ein aktuelles Projekt in Berlin zeigt, wie vertikale Gärten problemlos prächtige Natur mitten in die City holen.

Wohl wahr, dass man nicht immer „alles“ haben kann. Geht es aber um den Wunsch, in der Stadt und im Grünen zugleich zu wohnen, ist mittlerweile „alles“ drin. Nicht etwa nur, weil man nach Wien ziehen könnte, das laut „Resonance Consultancy“ die grünste Metropole der Welt ist. Tatsache ist vielmehr, dass Begrünung heute weit oben auf der Agenda zukunftsorientierter Stadtplanung steht. Aus gutem Grund: Pflanzen bedeuten Klimaschutz. Sie helfen, Hitzeinseln zu verhindern und Energiekosten zu senken. Sie atmen frische Luft ins Häusermeer und erfüllen die Natursehnsucht gestresster City-Bewohner.

Wohntraum „Immergrün“

Nur logisch also, dass moderner Wohnbau auf Begrünung setzt. Ein schönes Beispiel ist etwa das Projekt „Immergrün“ in der Berliner Thulestraße 62. Dort, im Bezirk Pankow, entsteht derzeit eine 17.000 Quadratmeter große Stadtoase: Sechs freistehende Häuser inmitten grüner Pracht wachsen ihrer baldigen Eröffnung entgegen. Mit 396 Wohneinheiten, flexiblen Grundrissen und – natürlich – auch vertikalen Gärten, die besondere Atmosphäre schaffen.

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Die vom Berliner Büro zanderrotharchitekten designte, von PORR gebaute und von UBM-Development entwickelte Anlage wird mit Pflanzengefäßen ausgestattet, die die umlaufenden Terrassen und Balkone erblühen lassen. Und zwar auf insgesamt rund zwei Kilometern Länge.

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Die Bewohner werden also neben den großen, von Kuula Landschaftsarchitekten gestalteten Grünflächen des neuen Komplexes auch private Naturzonen genießen können. Denn durch die Bepflanzung entstehen auf den „Immergrün“-Etagen viele kleine private Gärten.

Begrünung ohne Mühe & Sorge

Dafür, dass diese ebenso pflegeleicht wie langlebig sind, garantiert ein innovatives Konzept: Die „Hydro Profi Line Begrünungssysteme“ der deutschen GKR Hydro GmbH, die viele bisherige Probleme der Baubegrünung obsolet machen.

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Die Vorteile des patentierten Systems machen es interessanter denn je, grüner zu bauen und zu wohnen. Auch dann, wenn es in Städten an offenen Bodenflächen mit natürlichen Nährstoff- und Wasserkreisläufen fehlt. Schließlich ist „Hydro Profi Line“ eigens für versiegelte oder unfruchtbare Flächen gedacht. Es ist dazu gemacht, jene Hürden, die Begrünung an und in Gebäuden bisher oft entgegenstanden, aus dem Weg zu räumen.

Wenig Gewicht, geringer Wasserbedarf

Stark verringerte Gewichts- und Platzanforderungen und simple Installation machen das Konzept für Architekten und Bauherren attraktiv. Und dass einmal installierte Pflanzen deutlich weniger Wasser brauchen, auch nach Jahren leicht rückgebaut oder getauscht werden können, reduziert Sorgen in Sachen Instandhaltung.

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Im Gegensatz zu herkömmlichen Begrünungen braucht „Hydro Profi Line“ kein Substrat, keine aufwändige Technik und keine wartungsintensive Bewässerung. Die Idee basiert auf „schwebenden Pflanzen“. Welcher Art die Gewächse sind, spielt dabei keine Rolle.

Spezialtöpfe mit „Klimakammer“

Bepflanzte Spezialkulturtöpfe hängen in einer Systemscheibe über einem freien Wasserreservoir. Dazwischen, in der „Klimakammer“, befindet sich nur feuchte Luft, die fast regenwaldartige Verhältnisse schafft. Dieser Aufbau triggert das natürliche Wurzelwachstum der Pflanzen: Feine Nährstoffwurzeln drängen aus dem Topf heraus und „greifen“ nach dem nahen Wasser. Dadurch wird die Problematik der Wurzelverdichtung gelöst. Entsprechend sinken auch nötige Aufbauhöhen und statische Anforderungen.

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Austausch und Veränderung einzelner Pflanzen – hier „Quick Change“ genannt – sind jederzeit punktuell und ohne große Mühen möglich. Wer grüner wohnen will, muss also nicht mehr fürchten, dass wenige Jahre später unliebsame Gewächse seine Erholungszone überwuchern. Auch aufwändige Entfernung abgestorbener oder kranker Pflanzen ist somit kein Thema mehr. Und die Erstinstallation geht wesentlich einfacher und schneller von statten.

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Das flache, substratfreie Becken des Systems ermöglicht verschiedenste Begrünungen. Mit viel Volumen und Regenwasserspeicher versorgt es die Pflanzen auf pflegeleichte Art. Verdunstendes Wasser wird durch natürliche Kondensation an der Systemscheibe aufgefangen. Die Nährstoffwurzeln bereiten es auf. Für Rasen und Extensiv-Begrünungen wird der Aufbau des Systems entsprechend angepasst.

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Dass „Hydro Profi Line“ auch in Innenräumen funktioniert, belegt etwa das Büro von Roman Klis Design im deutschen Herrenberg. Von Ippolito Fleitz Group in Kooperation mit Porsche Consulting zum New Work Office umgestaltet, wird dort seit 2019 „grüner“ gearbeitet.

Auch „Indoor“ ein Gewinn

2100 Pflanzen, die durch das von GKR entwickelte System gedeihen, sorgen dort nun für erstaunliche Verbesserungen: Die Raumbegrünung konnte die Luftfeuchtigkeit signifikant steigern, den Lärmpegel erheblich dämpfen und die allgemeine Zufriedenheit deutlich heben. Es heißt, das neue Indoor-Grün habe sogar dazu beigetragen, die Zahl der Krankmeldungen zu halbieren.

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Ob derlei beeindruckende Gesundheitseffekte allein durch Pflanzenwuchs im Innenraum möglich werden, sei dahingestellt. Gesichert ist indes, dass Grün tatsächlich viel fürs Wohlbefinden tut. Dies bestätigt unter anderem eine Meta-Analyse der britischen University of East Anglia.

Baubegrünung als Gesundheitsschutz

Das Wissenschafterteam um Caoimhe Twohig-Bennett und Prof. Dr. Andy Jones von der Norwich Medical School stellte fest: „Grüner“ zu leben reduziert die Risiken von Diabetes, Herz-Kreislauf- sowie Stress-Erkrankungen und vorzeitigem Tod. Und zwar egal, ob freie Natur oder erholsames Stadt-Grün zur Verfügung stehen.

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Den genauen Ursachen dieses Effekts sind Forscher aller Welt noch auf der Spur. Dass es Sinn macht, den wachsenden Wunsch nach Grün auch im urbanen Raum zu erfüllen, ist jedoch längst geklärt.

Trendsetter wie Studio Heatherwick mit dem „1.000 Trees“-Projekt in Shanghai oder Sheppard Robson mit dem „bewaldeten“ Londoner Hotel heizen den Trend zur Stadtbegrünung an. Und moderner Wohnbau wie „Immergrün“ und praktische Systeme wie „Hydro Profi Line“ machen’s möglich, künftig auch dann davon zu profitieren, wenn es an Geld für Luxusausführungen fehlt.

Text: Elisabeth Schneyder

Bilder: UBM-Development, GKR

Lesen Sie weiter im UBM Magazin, der Plattform für Immobilienwirtschaft, Stadtplanung und Design.

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