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11/29/2021

Wissen schützt vor Anlagebetrug

Die Internetkriminalität hat in den vergangenen Jahren deutlich zugelegt. Immer öfter werden Sparer und Anleger Opfer von Cyberkriminellen. Mit Finanzbildung lässt sich der Schaden begrenzen und deshalb verfolgt die nationale Finanzbildungsstrategie auch Maßnahmen in diesem Bereich.

Die Pandemie hat auch Auswirkungen auf die Kriminalitätsstatistik. Insgesamt ist 2020 die Gesamtkriminalität um 11,3 Prozent gesunken. Aber gleichzeitig ist die Cyber-Kriminalität deutlich gestiegen: Mit 35.915 Anzeigen (2019: 28.439) nahm die Cyber-Kriminalität (inklusive Internetbetrug) um 26,3 Prozent zu. Der Bestellbetrug, sowohl Käufer- als auch Verkäuferseitig, ist der mit Abstand größte Bereich, gefolgt von der missbräuchlichen Verwendung von Kreditkarten und Accounts mit per Phishing erlangten Daten.

20 Prozent plus

Auch der Finanzbetrug legte in den vergangenen Monaten deutlich zu. Eduard Müller, Vorstand der Finanzmarktaufsicht (FMA): „Die Zahl der Betrugsopfer ist heuer um 20 Prozent zum Vergleichszeitraum des Vorjahres angestiegen. Das höchste verlorene Investment ist mehr als doppelt so hoch wie letztes Jahr und liegt bei 1,5 Millionen Euro.“

Ursache dafür ist, dass die zunehmende Digitalisierung der Bankgeschäfte, insbesondere in Pandemiezeiten, den Cyberkriminellen in die Hände spielt. Müller: „Einerseits haben die Menschen durch Lock-down und Homeoffice mehr Zeit im Internet verbracht und sind dort häufiger über Online-Plattformen auf Anlagebetrüger hereingefallen. Anderseits wurden natürlich auch digitale Assets und die damit verbundene Hoffnung auf hohe Renditen durch Anlagebetrüger ausgenutzt.“

„Das höchste verlorene Investment liegt heuer bei 1,5 Millionen Euro.“

Eduard Müller, Vorstand FMA

Maschen der Betrüger

So bunt die Welt des Internets auch sein mag, so vielfältig sind auch die Erscheinungsformen des virtuellen Betrugs. Müller: „Wir beobachten derzeit drei Betrugsmaschen: Erstens: Betrüger geben sich als FMA-Mitarbeiter aus und fordern Zahlungen von Gebühren oder Kontoinformationen. Achtung, die FMA fordert nie von einzelnen Personen die Zahlung von Gebühren oder die Bekanntgabe von Kontozugangsdaten! Zweitens: Verschiedene Betrugsmaschen, die in Zusammenhang mit Krypto-Assets stehen. Drittens: Eine Betrugsmasche, die wir als „Nachschussbetrug“ bezeichnen. Diese betrifft Menschen, die bereits Opfer von Finanzbetrügern wurden – ihnen wird zum Beispiel vorgegaukelt, dass sie ihr bereits verlorenes Geld wieder zurückbekommen, wenn sie dafür Geld bezahlen. Das stimmt natürlich nicht, sie verlieren durch diese Betrugsform noch mehr Geld.“

Eine weitere typische Falle ist eine falsche Website. Diese sieht der Original-Webseite der Hausbank täuschend ähnlich. Auf der gefälschten Seite werden Verbraucherinnen und Verbraucher dazu verleitet, Kontodaten und Passwörter einzugeben. Bei Cyberkriminellen ebenfalls beliebt sind Phishingmails. Hier erhalten Opfer eine E-Mail, die so aussieht, als käme sie von einer Bank, einer Internetplattform oder einem Online-Shop. Einen Klick weiter werden die Opfer aufgefordert, persönliche Daten einzutippen. Gibt der Empfänger der Phishingmail jetzt seine vertraulichen Finanzdaten, Passwörter und Zugangskennungen ein, wird er zum Opfer.

Kryptowährungen

Auch der Kryptowährungsbetrug ist in Österreich auf dem Vormarsch. Erst vor Kurzem nutzten Betrüger den Hype um die Netflix-Serie „Squid Game“ schamlos aus. Als im Oktober eine Kryptowährung mit dem Namen „$SQUID„ auf den Markt kam, sorgte das in den sozialen Medien für entsprechende Furore. Die Gründer des Tokens kündigten auf einer eigens erstellten Webseite und diversen Social-Media-Accounts ein Onlineturnier an, das sich am Verlauf der Netflix-Serie orientieren sollte. Insgesamt hätte es sechs Runden geben sollen, für die die Teilnehmer jeweils eine Startgebühr in Squid-Coin gezahlt hätten. Wer die letzte Runde gewinnt, erhält alle Startgebühren abzüglich einer Provision für die Entwickler. So lautete das Versprechen der Token-Entwickler. Wie bei so vielen anderen Kryptowährungen fanden sich schnell Leute, die sich den Coin sicherten. Der Kurs vom „$SQUID“ legte entsprechend zu: Von zwölf Cent explodierte die digitale Währung auf 2.800 US-Dollar.

Noch am selben Tag stürzte der Kurs massiv ab und lag danach nur noch bei rund 30 Cent. In der Szene wird eine solche Aktion als “rug pull„ bezeichnet: Die Initiatoren kassieren schnell ab und tauchen unter. Die Anleger erlitten einen Totalverlust. Doch die Betrugsmaschen rund um Kryptowährungen sind vielfältig. „Ein Grund dafür ist das bereits länger anhaltende Niedrigzinsumfeld. Anleger sind auf der Suche nach hohen Erträgen. Diese werden Ihnen gerade bei Betrugsfällen, die in Zusammenhang mit Krypto-Assets stehen, oft vorgegaukelt“, so Müller.

Alle Altersgruppen

Betrüger fokussieren sich nicht nur auf alte oder junge Menschen, sondern arbeiten sehr zielgruppenspezifisch. Ob Enkeltrick oder Kryptowährungsbetrug - jeder kann Opfer von Anlagebetrügern werden. Müller: „Daher gilt stets: Seien Sie kritisch! Was zu gut klingt, um wahr zu sein, ist meistens auch nicht wahr!“ Wer sich informiert und in Gelddingen auskennt, ist auf jeden Fall besser vor Anlagebetrügern geschützt.

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