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11/21/2020

Pionierarbeit: Finanzsektor kann Klima verändern

Eine erste umfassende Analyse von Klimarisiken im österreichischen Finanzmarkt zeigt, dass der Finanzsektor einen großen Beitrag zur Reduktion der Klimarisiken leisten kann. Die Allianz Österreich agiert als Vorreiter und hat bereits vor Jahren ihre Investmentstrategie nachhaltig ausgerichtet.

Unter der Leitung des österreichischen Umweltbundesamtes wurde in den letzten beiden Jahren in einem unabhängigen Forschungsprojekt untersucht, welche Risiken für den österreichischen Finanzmarkt durch die Klimakrise erwachsen und wie der Finanzmarkt mit diesen Risiken umgeht.

Versicherungen an Bord

Im Projekt RiskFinPorto, ein Forschungsprojekt, das aus Mitteln des Austrian Climate Research Programme (ACRP) des Klima- und Energiefonds gefördert wurde, wurden unter anderem über 200 Akteure aus Banken, Versicherungen, Wissenschaft, NGOs, Politik und Verwaltung befragt. Dabei wurde der Finanzsektor als ein Schlüsselakteur für die Bewältigung der Klimakrise identifiziert. Denn für die Finanzierung von klimafreundlichen Infrastrukturen und Technologien müssten jährlich viele Milliarden Euro aufgebracht werden und die Finanzwirtschaft könnte hier einen riesigen Beitrag leisten. Doch viele Vermögensverwalter in Österreich investieren immer noch zu einem relativ hohen Anteil in Treibhausgas-intensive Sektoren.

Wir wollen auch nachfolgenden Generationen eine lebenswerte Zukunft ermöglichen

Rémi Vrignaud | CEO Allianz Österreich

Großes Aufholpotenzial

Dabei zeigt ein Vergleich nachhaltiger Fonds mit konventionellen Fonds nicht nur, dass nachhaltige Investments deutlich weniger gegenüber Klima-Risiken exponiert sind, sondern auch, dass die ökonomische Performance nachhaltiger Fonds mit jener von konventionellen Fonds vergleichbar ist. Fonds mit einer besonders hohen Treibhausgas-Intensität haben sogar ein signifikant ungünstigeres Rendite-Risiko-Profil als nachhaltige Fonds.

Doch der Anteil jener Finanzunternehmen, die Klimarisiken systematisch managen beziehungsweise diese ins Kerngeschäft integrieren, ist gering. Obwohl es laut RiskFinPorto 100 Prozent der befragten Stakeholder als notwendig erachten, klimawandelbedingte Risiken und Chancen vorausschauend zu managen, haben weniger als 35 Prozent angegeben, dies auch wirklich zu tun.

Allianz als Pionier

Genau hier setzt die Allianz Österreich an und hat in den letzten Jahren ihr Kerngeschäft Schritt für Schritt auf Nachhaltigkeit ausgerichtet. Seit 2008 ist die Allianz Österreich Partner der WWF CLIMATE GROUP. Unter dem Leitmotiv „Gemeinsam mehr erreichen“ engagierten sich in den vergangenen zwölf Jahren Vorreiter-Unternehmen in Österreich mit dem WWF Österreich für klimabewusstes Handeln in Wirtschaft, Politik und Bevölkerung.

Die Allianz Österreich hat im Zuge ihrer Partnerschaft ihre komplette Investmentstrategie neu ausgerichtet. Ein enormer Hebel, wird doch ein beachtlicher Teil aller Versicherungsprämien aus jeder Haushalts-, Kfz- oder Lebensversicherung am Kapitalmarkt veranlagt. Ende 2014 hat sich die Allianz in einer Vereinbarung mit dem WWF als erstes Unternehmen zu konkreten, messbaren Nachhaltigkeitszielen für ihr Portfolio verpflichtet.

88 Prozent nachhaltig

Das entwickelte Modell verbindet die Anforderungen von insgesamt 40 namhaften Organisationen an eine nachhaltige Zukunft in den Bereichen Umwelt, Soziales und Governance mit einer praxistauglichen Umsetzung an den Finanzmärkten. In einer Art Ampelsystem werden alle Investments des Unternehmens in Kategorien eingeteilt - von rot für „nicht nachhaltig“, über gelb bis hin zu grün für „sehr nachhaltig“.

Ende 2019 wurde gemeinsam mit dem WWF eine erste Zwischenbilanz gezogen. 88 Prozent der knapp sechs Milliarden umfassenden Kapitalanlagen entsprechen heute Nachhaltigkeitskriterien. Der Anteil an sehr nachhaltigen Investments macht nun mit 48 Prozent fast die Hälfte des Portfolios aus. Der Ausstieg aus Kohleabbauinvestments aus der gesamten Eigenveranlagung wurde bereits 2015 erfolgreich umgesetzt.

Ziele für die Zukunft

In Zukunft möchte man noch einen Schritt weiter gehen. Der Nachhaltigkeitsgrad des Portfolios soll in den nächsten Jahren stetig weiter erhöht werden. Rémi Vrignaud, CEO der Allianz Österreich: „Einzelne Nachhaltigkeitsfonds reichen nicht aus. Finanzunternehmen müssen ihrer Verantwortung nachkommen und ihr Kerngeschäft ökologisch und sozial verträglich gestalten. Deshalb setzen wir nicht nur auf Klasse, sondern auch auf Masse und werden den Anteil unserer nachhaltigen Investments bis 2030 auf 100 Prozent erhöhen.“ Alle Kundengelder sollen dann nach strengen ökologischen, sozialen und Governance-Kriterien investiert werden. Dabei folgt man dem Analysemodell des Wiener Sustainable Finance-Sozialunternehmens ESG Plus, das in Zusammenarbeit mit dem WWF entwickelt wurde. Um das gesamte Portfolio zu durchleuchten, werden mehr als 150 Indikatoren angewendet. Dabei werden 18.000 Einzelpositionen von 700 Emittenten analysiert. Alles sehr komplex, aber es lohnt sich. Vrignaud: „Wir gehen an die Substanz und investieren große Summen in innovative, nachhaltige Bereiche wie erneuerbare Energien oder den Gesundheitssektor. Wir erachten es als unsere Verantwortung, auch unseren nachfolgenden Generationen eine lebenswerte Zukunft zu ermöglichen. Dafür braucht es vollen Einsatz und nicht nur halbherzige Bemühungen.“

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