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12/05/2020

Das sind die besten Projekte des Allianz Umweltpreises

Aus mehr als 100 Einreichungen setzte sich eine innovative Methode für Plastik-Recycling und eine Initiative gegen Lebensmittelverschwendung durch.

Mit dem Ziel, nachhaltige Ideen zu fördern, hat die Allianz Österreich dieses Jahr erstmals den Allianz Umweltpreis in zwei Kategorien vergeben. Nicht nur Einzel-, Klein- und Mittelbetriebe, sondern auch Privatpersonen und Vereine waren aufgerufen, innovative Projekte aus dem Bereich Klima- und Umweltschutz einzureichen. Ein Aufruf, der großen Anklang fand: Aus mehr als 100 nachhaltigen Projekten wurden mittels Jury- und Online-Voting nun die Gewinner ermittelt. „Die beeindruckende Zahl innovativer Einreichungen hat uns gezeigt, was für ein großes Potenzial für nachhaltige, skalierbare Lösungen in Österreich vorhanden ist. Wir freuen uns sehr, dass wir mit dem Allianz Umweltpreis nicht nur einen Beitrag dazu leisten können, ihre Bekanntheit zu steigern, sondern sie auch in ihrem Fortbestand und Ausbau unterstützen dürfen“, zeigte sich Rémi Vrignaud, CEO der Allianz Österreich, begeistert.

Der erste Preis in der Kategorie A der Einzel-, Klein- und Mittelbetriebe, verbunden mit einem Preisgeld von 12.000 Euro, ging an das Austrian Centre of Industrial Biotechnology (acib) für das Projekt „Plastik Recycling mittels Biotechnologie“.

Doris Ribitsch, Forscherin am Institut für Umweltbiotechnologie der BOKU Wien und am Austrian Centre of Industrial Biotechnology (acib), über Enzyme, die Plastikmüll in wertvollen Rohstoff verwandeln.

„Plastik-Recycling mittels Biotechnologie“ lautet der Titel Ihres Projektes. Können Sie uns Laien Ihre Methode möglichst einfach erklären?
Doris Ribitsch: Kunststoffe werden aus sehr wertvollen fossilen Rohstoffen gemacht, aber heute werfen wir das meiste davon einfach in den Müll und verbrennen es. Recycling bei Kunststoffen funktioniert bis heute nicht zufriedenstellend. Das ist Ressourcenverschwendung. Seit rund 20 Jahren arbeiten wir nun daran, diese wertvolle Ressource natürlich wieder nutzbar zu machen. Dabei haben wir uns Techniken der Natur abgeschaut und Enzyme im Labor so nachgebaut, dass Kunststoffe ähnlich abgebaut werden wie natürliche Polymere in der Natur und dabei wieder ein wertvoller Rohstoff entsteht, den man wieder für die Kunststoffherstellung einsetzen kann. 

Funktioniert diese Methode bereits?
Mittlerweile ist es mit Enzymen möglich, beispielsweise PET-Flaschen über Nacht in Bausteine zu zerlegen. Und das ohne umweltschädliche Rückstände! Nun geht es darum, diesen Prozess noch zu beschleunigen und den Einsatz dieser Methode industrietauglich zu machen. Im Kunststoffrecycling kommt das einer Revolution gleich.

Was bedeutet der Allianz Umweltpreis für Sie?
Der Preis bestätigt uns in unserem Tun und solche Preise helfen uns, eine Öffentlichkeit zu bekommen. Heimische Forschung steht oft zu wenig in der Öffentlichkeit, aber gerade in diesem Bereich können wir uns weltweit zur Spitzengruppe zählen. Zudem hilft uns das Preisgeld die stetige Budgetknappheit zu lindern und auch Lücken zu stopfen, die es gerade bei einem aufwendigen Forschungsprozess immer wieder gibt.
 

In der Kategorie B der Privatpersonen und Vereine setzte sich die Initiative „Offener Kühlschrank“ aus Vorarlberg durch und wurde mit dem ersten Preis sowie einem Preisgeld von 6.000 Euro prämiert.

Ingrid Benedikt, Initiatorin des Projektes „Offener Kühlschrank“ in Vorarlberg, über Lebensmittelverschwendung und Umweltschutz.

Wie sind Sie auf die Idee „Offener Kühlschrank“ gekommen?
Ingrid Benedikt: Schon seit Jahrzehnten engagiere ich mich in Vorarlberg für die Umwelt. In einer Zeitschrift habe ich im Jahr 2017 von einem Projekt „Offener Kühlschrank“ in der Schweiz erfahren. Das habe ich besucht und fand die Idee so gut, dass ich das auch gleich in Dornbirn umsetzen wollte. Es gibt ähnliche Projekte bereits in Großstädten wie etwa Berlin, aber es war für uns völlig unklar, ob das auch kleineren Städten wie etwa Dornbirn funktionieren kann. 

Was möchten Sie mit dem Projekt „Offener Kühlschrank“ erreichen und welche Maßnahmen haben Sie dafür gesetzt?
Jährlich landen allein in Vorarlberg Lebensmittel im Wert von 45 Millionen Euro im Müll. Das sind elf Kilo pro Kopf. Eine Million Tonnen genießbare Lebensmittel landen jährlich in Österreich im Müll. Mit unserem Projekt möchten wir möglichst viele dieser Lebensmittel retten. Lebensmittel, die nicht mehr gebraucht werden, über einen offenen Kühlschrank zu verteilen, ist nicht nur ein Sozialprojekt, sondern in erster Linie ein Umweltprojekt. Beim Wegwerfen von Lebensmitteln geht es um Ressourcenverschwendung und das möchten wir den Menschen vor Augen führen und auch ein Bewusstsein dafür schaffen.

Welche Herausforderungen mussten Sie bei der Umsetzung bewältigen?
Die größte Herausforderung sind die Bedenkenträger, die bei solchen Projekten meist viele Einwände haben. Aber mit viel Engagement lassen sich auch diese Einwände ausräumen. Wenn es um Lebensmittel geht, müssen zudem sehr strenge hygienische Regeln erfüllt werden, und auch der Standort spielt für ein solches Projekt eine große Rolle. Hier erfuhren wir von den Behörden große Unterstützung und auch Standorte waren schnell gefunden. Gestartet sind wir in der Dornbirner Stadtbibliothek, mittlerweile betreuen wir zwei Standorte in Dornbirn, einen in Feldkirch und in Götzis, bald folgt einer in Hohenems. 

Welche Bedeutung hat der Allianz Umweltpreis für Sie und wie möchten Sie das Preisgeld nun einsetzen?
Das Wichtigste ist, dass wir mit einem solchen Preis auch eine Öffentlichkeit bekommen um auf das Problem der Lebensmittelverschwendung aufmerksam machen können. Das Preisgeld hilft uns aber Dienstleister zu bezahlen und auch das Projekt voranzutreiben. Deshalb freuen wir uns sehr, dass wir diesen Preis bekommen haben.
 

Nachhaltigkeits-Pionier

Die Allianz Österreich hat in den letzten Jahren ihr Kerngeschäft Schritt für Schritt auf Nachhaltigkeit ausgerichtet und nimmt damit eine Pionierrolle ein. So hat sich die Allianz bereits Ende 2014 in einer Vereinbarung mit dem WWF Österreich zu konkreten Nachhaltigkeitszielen für das Portfolio verpflichtet. Die Analyse und Anlage der Kapitalanlagen basiert auf dem Modell von ESG Plus nach strengen ökologischen, sozialen und ethischen Kriterien. Heute erfüllen bereits 88 Prozent der knapp sechs Milliarden umfassenden Kapitalanlagen des Unternehmens Nachhaltigkeitskriterien. Bis 2030 soll dies auf alle Kapitalanlagen zutreffen. „Uns geht es nicht um einzelne grüne Leuchtturm-Fonds – wir müssen in die Substanz gehen und die großen Summen in innovative, nachhaltige Bereiche investieren. Deshalb richten wir unser Kerngeschäft nachhaltig aus und haben uns auch darüber hinaus der Unterstützung nachhaltiger Projekte verschrieben“, so Vrignaud.

Mehr Informationen unter allianz.at/umweltpreis

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