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Chronik Wien
08/06/2019

Zu viele Wahlärzte? Hacker will über Einschränkungen nachdenken

Wiens Gesundheitsstadtrat lässt mit einer radikalen Idee aufhorchen: Er stellt infrage, ob sich jeder Arzt als Privatmediziner niederlassen darf.

von Josef Gebhard

Allein in den vergangenen sechs Jahren ist die Zahl der Ambulanzbesuche in Wiens Spitälern um zehn Prozent gestiegen, sagt Wiens Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ). Die Ambulanzen sind überlaufen, weil es zu wenige Kassenärzte gibt. Jungmediziner werden stattdessen lieber Wahlarzt. Hacker kann sich nun radikale Lösungen vorstellen, um die Zahl der Kassenärzte wieder zu heben. Probleme bereitet ihn aber auch die Flut an Patienten aus anderen Bundesländern, die in den Wiener Spitälern behandelt werden.

Eigentlich wollten Sie nie in die Politik, da Sie ihre Schattenseiten nur allzu gut kennen würden. Unter welchen hatten Sie die ersten 15 Monate als Stadtrat am meisten zu leiden?

Peter Hacker: Auf der einen Seite ist es sehr schmeichelhaft, wenn ich auf der Straße erkannt werde. Andererseits gibt es kaum intime Ruhephase mehr, was mitunter belastend ist. Außerdem folgt die Politik anderen Spielregeln als das Management, wo man versucht, emotionale Aspekte auszuschließen.

Bei welchen Entscheidungen spielten zuletzt Emotionen eine Rolle?

Bei der Umgestaltung der Mindestsicherung durch Türkis-Blau zum Beispiel, die keiner rationalen Logik folgte.