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Chronik Wien
08/15/2021

Zeitreisen in Wien: Von der Türkenbelagerung in die Goldenen 20er

Der Tourismus entdeckt die virtuelle Realität. In der Innenstadt kann man mit Hilfe der modernen Technik in frühere Zeiten eintauchen.

von Nina Oezelt

Brille aufsetzen und schon kann man in vergangene, vergessene oder neue Welten eintauchen. Das ist das Versprechen der virtuellen Realität (VR).

Einsetzbar ist die Technik – eine Brille mit Bildschirm vor den Augen – in vielen Bereichen. Besonders beliebt ist sie im Tourismus. Eine neue virtuelle Tour führt seit 1. Juli durch die Innenstadt.

Die Idee dafür hatten zwei ehemalige Wirtschaftsstudenten: Michael Böhm (32) und sein Geschäftspartner Jakob Anyszka (33). „Im Prinzip ist es ein Audio-Guide, der durch die Stadt führt und an sechs Stationen jeweils drei Minuten lang die Vergangenheit durch die virtuelle Realität lebendig macht“, erklärt Anyszka.

Sechs Stationen

Er selbst hat die einzelnen Texte für die Szenen geschrieben. Die Technik wurde in Budapest programmiert. „Dort gibt es unsere Führungen seit zwei Jahren“, sagt er.

Bei der ersten Wiener Führung sind derzeit sechs Stationen eingeplant: Man sieht etwa eine mittelalterliche Prozession auf dem Stephansplatz. Eine andere Station in der Nähe zeigt eine Szene der Türkenbelagerung. Wie die Pest in Wien wütete, erlebt man bei der Station am Graben (Pestsäule).

Und die Ausfahrt der Kaiserin Elisabeth zu einem Jagdausflug wird bei der Hofburg am Äußeren Burgtor (Heldenplatz) dank virtueller Realität erlebbar. Dann gibt es da noch Szenen aus den Goldenen 20ern, gleich bei der Wiener Staatsoper, und das Ende des Zweiten Weltkrieges spielt wieder vor dem Stephansdom.

Ratten bei der Pestsäule

Für Kinder sei die Tour ab 12 Jahren geeignet. „Blut sieht man nicht“, sagt Anyszka.

Dennoch seien die Szenen packend – ein wenig wie bei einem Computerspiel. „Bei der Pest-Station sieht man etwa Tote und Ratten, die dort umherlaufen.“ Geplant ist außerdem eine Station, die die Reichskristallnacht darstellen soll – in der Donnergasse am Neuen Markt.

Die gesamte Tour dauert zwei Stunden. Sie ist individuell, etwa als Firmenveranstaltung, buchbar. Im Moment gibt es die Touren in Deutsch und Englisch. Weitere Sprachen folgen. In Budapest seien die Führungen schon beliebt: Dort startet die Tour beim Schloss Buda und führt vom Mittelalter bis ins Zeitalter der Revolution.

Führungen in Wien gibt es derzeit jeden Freitag, Samstag und Sonntag um jeweils 16 Uhr. Die Ticketpreise starten ab 34 Euro. Picu, die VR-Brille, die bei der Tour zum Einsatz kommt, ist von Google und kann in 4K-Auflösung auf 360 Grad abspielen.

Das Büro der VR-Touren befindet sich dort, wo auch die Touren starten: in der Johannesgasse 21. Information: vrtoursvienna.com

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