© Yoga Brunch Vienna

Chronik Wien
02/17/2019

Yoga-Events in Wien: Ooooom liebsten ungewöhnlich

In Wien gibt es immer mehr Yoga-Events. Der KURIER weiß warum und gibt einen Überblick über die coolsten Veranstaltungen.

von Julia Schrenk

Wer am Yoga-Brunch in der Turnhalle im Brick 5 in Rudolfsheim-Fünfhaus teilnehmen will, braucht Glück. Denn die Kombination von einer eineinhalbstündigen Yoga-Einheit mit vegetarischem Brunch-Buffet danach hat mittlerweile so viele Fans, dass jeder neue Termin in kürzester Zeit ausgebucht ist. Im Rhythmus von etwa drei Monaten veranstaltet Yogalehrerin Jasmin Spanitz das Event unter dem Titel "Yoga Brunch Vienna". 

Und der Brunch ist längst nicht das einzige Yoga-Event, das in Wien stattfindet. Mittlerweile gibt es Yoga im Museum, Yoga mit DJ-Set, Yoga mit Klavierbegleitung - und alle erfreuen sich regen Zulaufs.

Aber warum? Laut Otmar Weiß, Sportsoziologe und stellvertretender Vorstands des Instituts für Sportwissenschaft Auf der Schmelz, hat das vor allem mit der sogenannten Anschlussgeselligkeit zu tun. Wer Yoga im Museum oder vor dem Brunch macht, "erledigt" gleich mehrere Freizeitaktivitäten auf einmal: Freunde treffen, Sport und Essen oder eben Kultur - ein großer Vorteil in einer "schnelllebigen Zeit, wo es viel Stress gibt und Zeitknappheit herrscht", sagt Weiß.

Generell sehne sich der Mensch wieder nach Ruhe und körperlicher Aktivität. Weiß nennt das die "Wiederkehr des Körpers", die als Ausgleich zum oft digitalisierten Berufsleben zu sehen sei. Und weil Menschen soziale Wesen seien, würden sie eben auch gerne Sport gemeinsam machen. Laut Weiß ist das mittlerweile sogar bei sogenannten Individualsportarten so - dazu zählt etwa Laufen.

Der große Yoga-Trend nahm in Österreich in den 2000er-Jahren seinen Anfang, zuletzt ist die Begeisterung noch größer geworden. Aber sind Spezial-Yogas mit Eventcharakter überhaupt im Sinne der traditionell indischen Philosophie, in der Spiritualität und körperliche Aktivität kombiniert werden?

Für Jasmin Spanitz, die den Yoga-Brunch veranstaltet, gibt es da keinen Widerspruch. "Events wie der Yoga-Brunch helfen, im Moment zu sein" - und darum gehe es schließlich beim Praktizieren von Yoga. "Ich glaube auch, dass erkannt wurde, dass in einem Raum sitzen und Om singen eher nichts für Europäer ist. Europäer brauchen einen anderen Zugang zu Yoga", sagt Spanitz.

Das sieht auch die 28-jährige Yoga-Lehrerin Lisa Hackl so. "Yoga in Europa ist anders als in Indien." In Europa ginge es den Menschen vor allem darum, während der Yoga-Praxis "abzuschalten und nicht an die Arbeit zu denken".

Der KURIER hat sich sechs spannende Yoga-Konzepte angesehen. Worum es dabei geht, wie viel sie kosten und wann sie stattfinden.

1. Yoga-Brunch

Zuerst die Arbeit, dann das Vergnügen. So könnte man das Konzept des Yoga Brunch Vienna zusammenfassen – fast. Denn für die meisten Teilnehmer ist wohl schon jener Part, der für die „Arbeit“ steht, ein Genuss.
Etwa alle drei Monate findet – immer am Sonntagvormittag –  im Café Turnhalle im Brick 5 eine 90-minütige Yoga-Einheit mit anschließendem vegetarischem Frühstück statt.

Zubereitet wird der Brunch von den Betreibern des Café Turnhalle. Ins Leben gerufen wurde der Yoga-Brunch von Yoga-Lehrerin Jasmin  Spanitz:  „Ich muss sagen, die Idee war nicht uneigennützig“, erzählt die 29-Jährige. Yoga und Essen seien ihre Leidenschaften. Wenn man dabei Menschen zusammenbringen könne –  umso besser. Denn nach der Anstrengung in der Turnhalle im ersten Stock werden im Café darunter allerhand Köstlichkeiten aufgetischt. Linsensalat zum Beispiel und Ofen-Süßkartoffeln, Müsli und  Muffins. 

Wo? Turnhalle im Brick 5. 15., Herklotzgasse 21. Kosten: 32 Euro für eine 90-minütige Yoga-Einheit und anschließendem vegetarischen Brunch-Buffet (ein Heißgetränk inklusive). Facebook: Jasmin Spanitz More than Yoga

2. Yoga im Museum

Vorbild war das New Yorker Metropolitan Museum oft Art (MET). Im März 2017 startete das Museum seine "Workout-Klassen" - zwischen Bronzefiguren von Rodin wurde getanzt oder Yoga praktiziert. Die Wiener Albertina zog nach. Dort fand ebenfalls im März 2017 in den Prunkräumen eine Yoga-Einheit von Sabine Harbich (33) statt - und zwar im Musensaal, zwischen Gott Apollon und seinen neun Musen.

"Die Albertina ist bei solchen Projekten total offen", sagt Harbich. Sie wollte Yoga im Museum probieren, zum selben Zeitpunkt war die Albertina auf der Suche nach einer Yoga-Lehrerin. "Unser Ziel ist, ungezwungen einen Zugang zu Kunst zu bekommen", sagt Ulla Bartel von der Albertina. Die "verhärteten Strukturen" in Bezug auf die Kunst sollen "aufgebrochen" werden.

Mehrmals pro Monat (immer samstags) findet in der Albertina eine Vinyasa-Flow-Yogastunde statt. In den Eintrittspreis ist am selben Tag auch der Eintritt ins Museum zu den aktuellen Ausstellungen inkludiert.

Wo? Museensaal in der Albertina, 1., Albertinaplatz 1. Wann? Samstags. Alle Termine hier. Kosten? 20 Euro, Museumseintritt für den selben Tag inkludiert. Achtung: Keine Garderobe. 

3. Elektro-Yoga

D-Jane Seba Kayan hat den US-Trend Elektro-Yoga nach Wien geholt. „Yoga und elektronische Musik passen zusammen“, sagt sie. Bei Elektro-Yoga folgt auf eine 90-minütige Vinyasa-Flow-Yoga-Einheit ein Live-DJ-Set von Seba Kayan. "Elektro-Yoga ist für Menschen, die elektronische Musik und Yoga lieben, aber auch für Yogis, die gerne etwas Neues ausprobieren wollen", sagt Kayan, die für ihr Event mit unterschiedlichen Yoga-Lehrerinnen zusammenarbeitet.

Durch die elektronische Musik sollen die Yogis tiefer in die Yoga-Praxis eintauchen können. Das Elektro-Yoga findet immer abwechselnd an verschiedenen Orten statt, zuletzt etwa auf der Probebühne der Volksoper Wien oder am Luftschluss Cobenzl. 

Wo? Immer woanders. Wann? Neue Termine werden auf www.elektroyoga.at bekanntgegeben. Kosten: 19,50 Euro (Frühbucher), 23,90 Euro (Normalpreis). Begrenzte TeilnehmerInnenzahl: 30

4. Yoga und Musik

Zehn Monate war Lisa Hackl (28) auf Ausbildung im Ausland, zurück in Österreich startet sie nun als Yogalehrerin durch. Erster Termin ist Yoga mit Musik. "Eigentlich ist es ein Konzert mit Yoga", sagt Hackl. Während sie eine 90-minütige Vinyasa-Flow-Einheit gibt, begleitet sie ein Musiker auf dem Piano. Ähnliche Einheiten hat sie auch schon mit Gesangsbegleitung, Trommeln oder Gitarre gegeben. "Dadurch kann man tiefer in die Yoga-Praxis eintauchen", findet die 28-Jährige. 

Künftig veranstaltet Hackl ein Mal pro Monat Yoga-Events - passend zu ihren Ausbildungen (Hackl ist klinische Sozialarbeiterin, Sonderpädagogin und Psychotherapeutin in Ausbildung unter Supervision): Yoga und Genuss, Yoga und Meditation und Yoga und Healing, das einen therapeutischen Ansatz verfolgt.

Info:  Alle neuen Termine samt Ortsangaben auf Facebook unter Body Mind Soul Yoga mit Lisa. Kosten: 28 Euro (Frühbucher), 33 Euro (Normalpreis). Außerdem Vinyasa-Flow immer dienstags im Hinterhaus, 7., Schottenfeldgasse 12 (75 Minuten für 15 Euro).

5. Glow Yoga

Am besten funktioniert es, wenn die Yogis sich in weiß oder Neonfarben kleiden - für den Rest sorgt Selma Kornmüller. Die 34-jährige Yoga-Lehrerin veranstaltet ein bis zwei Mal pro Monat das "Glow-in-the-dark-Yoga". Dabei handelt es sich um eine 60-minütige Hatha-Flow-Session im Studio, das dafür mit Schwarzlicht ausgeleuchtet wird. Kornmüller bringt fluoreszierende Schminke und leuchtende Armreifen mit - damit es noch mehr funkelt im Dunkeln. Dazu gibt's "coole Beats", sagt Kornmüller. Aber kein "Disco-Feeling".

Wo? Tanz Hotel, 2. Zirkusgasse 35. Dauer: 60 Minuten. Kosten: 15 Euro. Info: www.happy-glow-yoga.com

6. Lachyoga

Dass Lachen gesund ist, ist bekannt. Beim Lachyoga steht grundloses Lachen im Vordergrund. Alma Gall (27) ist Lachyoga-Lehrerin. Ihre Ausbildung hat sie in Indien gemacht. "Beim Lachyoga kombinieren wir Atem- und Stretchübungen mit Begegnungsspielen", erklärt sie. Dabei wird anfangs künstlich gelacht, irgendwann soll der Lachimpuls aber dann natürlich kommen. "Wir lachen zumindest zehn bis 15 Minuten am Stück, dabei schüttet unser Körper Glückshormone aus, die helfen uns beim Stressabbau und steigern unser Wohlbefinden", sagt die Lachtrainerin. Einmal im Monat kann man mit ihr gemeinsam in ihren Lachclubs im Wiener Markhof lachen.

Wo? Markhof, 3. Markhofgasse 19. Wann? Einmal im Monat, mittwochs um 18 Uhr Dauer: 50 Minuten. Kosten: freie Spende. Info: www.almagall.com

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