© EPA/Bas Czerwinski

Chronik Wien
01/29/2020

Wolfsgruß bei Wiener Linien: Busfahrer vom Dienst abgezogen

Video zeigt Mitarbeiter der Wiener Linien, die verbotenen Gruß zeigen. FPÖ erstattet Anzeige. Unternehmen zieht Konsequenzen.

Türkischstämmige Busfahrer der Wiener Linien sollen bei einer Veranstaltung den Wolfsgruß der ultranationalistischen türkischen "Grauen Wölfe" gezeigt haben. Laut FPÖ gibt es davon einen Videomitschnitt, der die Betreffenden in ihrem Arbeitsgewand zeigt. Der verbotene Gruß soll bei einer Zusammenkunft in einem Lokal der Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter (FSG) gezeigt worden sein. Bei den Wiener Linien zog man bereits Konsequenzen: Die Mitarbeiter, die auf dem Video zu sehen sind, wurden vom Dienst abgezogen, bis der Fall geklärt ist.

Dem geschäftsführenden Obmann der Wiener FPÖ, Vizebürgermeister Dominik Nepp, geht das nicht weit genug. Er zeigte sich in einer ersten Reaktion "schockiert": "Die islamistischen Mitarbeiter müssen sofort fristlos entlassen werden. Jede Art von Toleranz ist hier fehl am Platz." Die FPÖ kündigt eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft an.

 

In dieselbe Kerbe schlägt auch die Wiener ÖVP. „Dieser Vorfall ist symptomatisch für die verfehlte Integrationspolitik von Rot-Grün. Über Jahre wurde negiert und einfach weggesehen“, kritisiert der türkise Stadtrat Markus Wölbitsch. Bürgermeister Michael  Ludwig und die zuständige Stadträtin Ulli Sima (beide SPÖ) müssten den Vorfall klären und Konsequenzen ziehen, meint er.

Auch Kritik von austrotürkischer Seite

Unverständnis zeigt man aber auch bei der Türkischen Kulturgemeinde (TKG): Die Mehrheit der Austrotürken habe "mit politisierten Zeichen, egal aus welchen Ecken und mit welchen Inhalten" nämlich nichts zu tun. Man solle diesen Fall, der "zum Fremdschämen" sei, daher nicht verallgemeinern. Vorfälle wie dieser würden "Menschen mit Migrationshintergrund, insbesondere Austrotürken und Muslime" durch "primitives Verhalten an der falschen Stelle (...) allgemein in ein schlechtes Licht" rücken. Die TKG begrüßt deswegen, dass die den Wolfgruß zeigenden Mitarbeiter vorübergehend vom Dienst suspendiert wurden.

Bei den Wiener Linien ist man indes um Schadensbegrenzung bemüht. "Seit wir das Video kennen, arbeiten wir mit Hochdruck an der Aufklärung des Vorfalls und prüfen alle dienstrechtlichen Konsequenzen“, wird betont: „Extremistische Gesten und Symbole haben bei uns keinen Platz.“

Mitarbeiter, die verbotene Symbole zeigen, würden ausnahmslos angezeigt. „Die Wiener Linien stehen für Vielfalt, Toleranz und das friedliche Miteinander aller Kulturen. Wer diese Werte nicht teilt, hat bei den Wiener Linien nichts verloren“, heißt es.

 

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