Chronik | Österreich
25.04.2018

Offene Propaganda für „Graue Wölfe“ in Kulturvereinen

In Vorarlberg wurden nationalistische Kulturvereine von der Landesregierung verwarnt

Es passiert nicht versteckt. Die Facebook-Seiten von Kulturvereinen der Türkischen Föderation und ihrer Funktionäre strotzen vor Polit-Propaganda für die rechtsextreme türkische Partei MHP und die mit ihr verbundenen Grauen Wölfe.

Wie bereits vom KURIER berichtet, fallen etwa in Tirol zwei Kulturvereine in Kufstein und Innsbruck in dieser Hinsicht auf. Der faschistische Wolfsgruß wird stolz auf Fotos präsentiert. Fahnen der MHP und der Grauen Wölfe hängen in den Vereinslokal an den Wänden.

Der Innsbrucker Verein, der auch eine Moschee betreibt, hat es nun neben anderen in einen Bericht des Falter geschafft. Darin wird die Indoktrinierung von Kindern in diesen Vereinen thematisiert. Auch dem KURIER liegen Bilder von Kindern vor, die bei Demos oder Vereinsfesten in Innsbruck und Kufstein den Wolfsgruß üben. Zudem sind Besuche von Tiroler Funktionären bei MHP-Chef Devlet Bahçeli in der Türkei belegt.

In Vorarlberg, wo etwa ein Moscheeverein in Hard betroffen ist, hat das Treiben nun für Reaktionen der Politik gesorgt. Sicherheitslandesrat Christian Gantner (ÖVP) hat am Dienstag einen Lokalaugenschein vorgenommen. „Provokationen haben in unserem Land keinen Platz“, erklärte er nach einem Treffen mit Verantwortlichen.

Er habe im Gespräch festgestellt, dass der „ Wolfsgruß“ zwar keine strafrechtliche Relevanz hat, dass er jedoch bei anderen Volksgruppen provozierend wirkt und daher davon Abstand genommen werden solle.

Christian Willim