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Chronik Wien

Wiens Gastro-Obmann Dobcak fordert allgemeine Impfpflicht

Er habe auf die Vernunft der Menschen gehofft, doch offensichtlich sei das ein Irrweg gewesen.

von Andreas Puschautz

10/25/2021, 02:34 PM

Peter Dobcak, Obmann der Fachgruppe Gastronomie in der Wiener Wirtschaftskammer, sprach sich am Montag mit deutlichen Worten fĂŒr eine allgemeine Impfpflicht aus und kritisierte gleichzeitig die heimische Corona-Politik scharf.

"Als Enkelkind der Kriegsgeneration, aufgewachsen mit einem fĂŒr die Zeit selbstverstĂ€ndlichen Glauben an die Entscheidungskraft unserer gewĂ€hlten Volksvertreter", sei es fĂŒr ihn "zunehmend unertrĂ€glich", sich seitens ebenjener Volksvertreter "jeden Tag diese Feigheit vor dem Herrn" anzuhören, schrieb Dobcak in einer Kolumne auf dem Online-Portal gastronews.wien.

"Verschreckte Kinder"

Die Volksvertreter wurden gewĂ€hlt, um auch unpopulĂ€re Entscheidungen zu treffen, wenn diese sich als notwendig erweisen, so Dobcak weiter. Stattdessen wĂŒrden sie "wie verschreckte Kinder in einer so wichtigen Zeit um den heißen Brei herumreden, vor jeder notwendigen Entscheidung Umfragen durchfĂŒhren und nachfragen, ob die Entscheidung hoffentlich so genehm ist".

Den Grund fĂŒr diese von ihm kritisierte PassivitĂ€t ortet Wiens oberster Gastronom im Zeitgeist, "dem Geschrei jeder noch so kleinen Minderheit absolutes Gehör und damit völlig ĂŒbertriebenes Gewicht zu schenken".

Als BĂŒrger und Vertreter einer von der Pandemie besonders schwer betroffenen Branche frage er sich aber, "wie wir dazu kommen bei den inzwischen zur VerfĂŒgung stehenden Impfungen noch immer unter massiven EinschrĂ€nkungen leiden zu mĂŒssen, wirtschaftlich, wie gesellschaftlich?"

Dobcaks Forderung an die Bundesregierung: "FĂŒhrt doch endlich die allgemeine Impfpflicht ein und werdet Eurer Verantwortung gegenĂŒber Österreich gerecht!"

Sinneswandel

Bemerkenswert ist das nicht zuletzt, weil sich Dobcak im Sommer bezĂŒglich einer Impfpflicht noch Ă€ußerst skeptisch gezeigt hatte. Woher also der Sinneswandel?

"Ich habe auf die Vernunft der Menschen gehofft; darauf, dass die Informationskampagnen wirken, aber offensichtlich ist das nicht der Fall", sagt Dobcak zum KURIER. Um das zu sehen, mĂŒsse man sich nur die Zahlen anschauen.

Ob er mit seinem Wunsch nach einer Impfpflicht in der persönlichen Kolumne auch fĂŒr die Mehrheit "seiner" Mitgliedsbetriebe spricht, wisse er nicht. "Ich weiß nur, dass die absolute Mehrheit der Mitgliedsbetriebe dieses Hin und Her satt hat und wir uns wieder auf unser KerngeschĂ€ft konzentrieren wollen."

Fakt ist: Dobcak ist nicht der erste Gastronomie-FunktionĂ€r, der eine allgemeine Impfpflicht fordert. Sein Pendant in der österreichischen Wirtschaftskammer, Mario Pulker, hatte sich bereits im Juli dafĂŒr ausgesprochen.

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