Unfälle im Wiener Wurstelprater: Die Liste ist lang und wird länger
Immer wieder kommt es zu Zwischenfällen. In den vergangenen zehn Jahren gab es zwei Todesopfer unter Mitarbeitern.
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Fünf Verletzte gab es am Samstagnachmittag in Folge eines Unfalls im Wurstelprater. Die Fahrzeugführerin der „Wiener Hochschaubahn“ (auch „Zwergerlbahn“ genannt) sei zu schnell unterwegs gewesen, deswegen entgleiste der Waggon, berichtete der Betreiber. Zwei der fünf Verletzten mussten sogar ins Spital gebracht werden.
Dieser Unfall ist aber nicht der einzige, der sich bei den Fahrgeschäften im Prater bisher ereignet hat, wie der Blick zurück beweist. Hier eine unvollständige Auswahl:
- 2024 ist die Liliputbahn im Prater entgleist. Der Betreiber vermutete einen Sabotageakt durch auf die Gleise gelegte Steine und Metallstücke. Bestätigt wurde das aber nicht, die Ermittlungen wurden eingestellt. Verletzt wurde niemand: Nur die Lok kippte um, die Waggons mit den Passagieren blieben aufrecht. Vier Jahre zuvor, nämlich 2020, war die Liliputbahn schon einmal entgleist. Damals kam es bei starkem Regen zu einer Kollision mit einem Kleinbus. Nur ein Passagier sei damals an Bord gewesen.
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Im Jahr 2024 ist die Liliputbahn zuletzt entgleist.
- 2022 verstarb eine 31-jährige Mitarbeiterin des „Olympia Loopings“, einer transportablen Achterbahn, die zwischenzeitlich auch im Wiener Prater aufgestellt war. Die Frau soll zuvor den abgesperrten Bereich betreten haben und sei dann vom Zug erfasst worden. Noch an der Unfallstelle erlag sie ihren Verletzungen.
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Eine Mitarbeiterin wurde vom Waggon des Fahrgeschäfts "Olympia Looping" erfasst.
- 2018 wurde ein 11-jähriges Mädchen aus einer Gondel des Fahrgeschäfts „Extasy“ geschleudert. Sie kam mit leichten Verletzungen davon. Zu einem Unfall mit schwererem Ausgang kam es beim selben Fahrgeschäft im Jahr 2010: Ein 34-Jähriger und sein 29-jähriger Freund verließen das Karussell „Extasy“ nachdem die Runde zu Ende war. Plötzlich kam der Ältere aber auf die Idee, noch eine Runde fahren zu wollen. Er sprang über das Geländer und wollte auf das bereits fahrende Karussell aufspringen. Der Mann wurde von dem Fahrgeschäft erfasst und erlitt schwerste Verletzungen im Brustbereich. Laut Rettung starb er an einem Polytrauma. Er dürfte alkoholisiert gewesen sein.
- 2017 wurde ein Mitarbeiter der Hochschaubahn „Volare“ von einer Gondel am Kopf getroffen. Zuvor habe er sich im „Betriebsbereich“ der Bahn aufgehalten. Der 25-Jährige starb später im Krankenhaus. Auch beim Fahrgeschäft „Volare“ kam es zuvor im Jahr 2010 schon einmal zu einem Unfall: Ein Waggon der Hochschaubahn krachte gegen einen Kran, auf dessen Bühne ein 21-jähriger Arbeiter stand, der das Gerüst der Bahn strich. Er stürzte acht Meter in die Tiefe und erlitt schwerste Kopfverletzungen.
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Beim Fahrgeschäft "Volare" kam es bereits zwei Mal zu einem Unfall.
- 1994 ereignete sich ein Unfall beim Fahrgeschäft „Para-Tower“, bei dem Personen in einer Art Korbwagen in die Höhe gezogen werden, um dann rasch in die Tiefe zu sinken. Bei dem Unfall sank der Korbwagen zu weit ab. Einem 60-Jährgen wurde damals beinahe ein Bein abgetrennt. Seine 25-jährige Begleiterin erlitt schwerste Verletzungen an der Wirbelsäule. Im Jahr 1991 kam es beim selben Fahrgeschäft schon einmal zu einem Zwischenfall: Damals war eine Gondel aus geringerer Höhe unsanft in die Tiefe gesunken. Die Passagiere kamen mit leichten Verletzungen davon.
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