Chronik | Wien
29.09.2017

Wiener Krankenhaus Nord wird weitere 200 Millionen Euro teurer

Die Gesamtkosten liegen laut zweitem Quartalsbericht des KAV bereits bei knapp 1,3 Milliarden Euro.

Schon wieder müssen die Gesamtkosten für den Spitalsbau in Floridsdorf nach oben revidiert werden. Das belegt der zweite Quartalsbericht des Krankenanstaltenverbund (KAV), der dem KURIER vorliegt.

Die Gesamtkosten werden dort mit 1.289.900.000 Euro angegeben. Das sind um exakt 200 Millionen mehr, als noch im ersten Quartalsbericht. Vermerkt ist unter anderem auch, dass dies die Gesamtkosten unter Einberechnung von Regressforderungen und Versicherungsentschädigungen sind.

Der zuständige Direktor des KAV, Thomas Balazs, sagte noch im Februar dieses Jahres, dass man kostenmäßig in stabilem Zustand sei. Laut seinen Angaben werde das Krankenhaus Nord mit rund 1,1 Milliarden Euro zu Buche schlagen, betonte Balazs damals. Ursprünglich wollte man deutlich unter Milliarde bleiben. Doch nach Planungsfehlern und einem Konkurs der Fassadenfirma verzögerte sich der Spitalsbau massiv.

Für Kritiker wie die ÖVP-Wien-Gesundheitssprecherin Ingrid Korosec ist das Wasser auf die Mühlen: „Vor mehr als drei Jahren haben wir bereits die Gesamtkosten mit mindestens 1,3 Milliarden angenommen. Anstatt die Zahl schlüssig zu widerlegen, wurden wir von der Gesundheitsstadträtin als Schwarzmaler und Schlechtredner der Stadt Wien hingestellt“, sagt sie. „Das zeigt die sozialdemokratische Politik in Reinkultur: Leugnen und Abwehren, bis es nicht mehr anders geht.“

Tippfehler

Laut Balazs sei die Ursache der Verteuerung ein einfacher Tippfehler. Man habe 200 Millionen Euro, die man aufgrund von Regressforderungen und Versicherungsentschädigungen noch bekomme, dazu gerechnet: "Das ist ein Fehler, wenn es dort so steht", sagte er zum KURIER.

Allerdings wurden die 1,1 Milliarden Euro im ersten KAV-Quartalsbericht ebenfalls inklusive der Regressforderungen und der Versicherungsentschädigungen angegeben. Im Februar sagte Balazs auf einer Pressekonferenz ebenfalls, dass die Regressforderungen gegenüber Baufirmen in der damaligen Kostenschätzung bereits berücksichtigt wurden. Ob der KAV die 200 Millionen Euro zur Gänze zurück bekommt, steht ohnehin in den Sternen.