© Kurier/Juerg Christandl

Chronik Wien
11/11/2020

Wiener können in 30 Containern abklären, ob sie Covid-19 haben

Die ersten Checkboxen wurden in Favoriten und Ottakring eröffnet. Sie sollen im Winter niedergelassene Ordinationen entlasten.

von Bernhard Ichner

Ingeborg Keippel hustet. Manchmal so stark, dass sich ihre Mitmenschen Sorgen machen. Am Mittwochvormittag packte die Pensionistin, die wegen der Pandemie nur ein Mal pro Woche die Wohnung verlässt, auf dem Weg zur Apotheke daher die Gelegenheit beim Schopf. Gemeinsam mit ihrem Mann klopft sie bei der neuen Corona-Checkbox an, die Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) und Johannes Steinhart, Vizepräsident der Wiener Ärztekammer, gerade vor dem Laaerbergbad eröffneten.

Nach einem Nasenabstrich und einer Viertelstunde Wartezeit hatte Frau Keippel – just an ihrem 80. Geburtstag – Gewissheit: Das Ergebnis ist negativ, Covid-19 hat sie nicht.

Damit hat die Checkbox ihren Zweck erfüllt: Menschen mit Symptomen können in der Container-Ordination feststellen lassen, ob es sich nun um einen simplen Schnupfen, einen grippalen Infekt oder eine Coronavirus-Infektion handelt. Bis Anfang Dezember soll es in der Stadt verteilt 30 davon geben. Die ersten beiden stehen bereits – in Favoriten ebenso sowie am Mildeplatz in Ottakring.

Termin notwendig

Sinn der Checkbox sei, die niedergelassenen Ordinationen insbesondere in der Schnupfen- und Grippezeit zu entlasten, sagt Hacker. Zum einen sei deren Personal zu schützen, zum anderen dürften Warteräume nicht selbst zu Orten von Covid-19-Ansteckungen werden. „Wir können keine Kollateralschäden brauchen“, betont auch Steinhart.

In den mobilen Container-Ordinationen, in denen das medizinische Personal weiße Schutzanzüge, Plastikhandschuhe, Schutzbrillen und Masken trägt, kommen Antigen-Schnelltests zum Einsatz. Ist das Ergebnis negativ, wird der Patient gleich an Ort und Stelle vom Arzt behandelt.

Im Fall eines positiven Resultats – also einer nachgewiesenen Corona-Infektion – ordnet der Mediziner eine Quarantäne an. „Dann heißt es: direkt nach Hause gehen – und nicht vorher noch einen Hamsterkauf erledigen“, präzisiert Steinhart. Das dafür notwendige Personal stellt der Ärztefunkdienst.

Wer sich testen lassen möchte, braucht allerdings einen Termin – der über die Homepage des Ärztefunkdienstes www.141wien.at ausgemacht werden kann. Tests sind damit täglich von 7 bis 19 Uhr in etwa zehnminütigen Zeitfenstern möglich.

„Wir ersuchen um Verständnis, dass man nicht einfach herkommen kann“, sagt Hacker. „Wir wollen nicht, dass es lange Warteschlangen gibt und die Menschen mit Husten und Schnupfen auch noch in der Kälte frieren.“

Rüffel für Anschober

Bei der Versorgung der Patienten in den Spitälern bestätigt Hacker Einschränkungen: Andere Behandlungen müssten bereits verschoben werden. Der Notfallbereich sei davon aber nicht betroffen. Um die Kapazitäten dem Bedarf anzupassen, kooperiert die Stadt mit Privat- und Ordensspitälern.

Dem entsprechend stellt etwa das Göttlicher-Heiland-Krankenhaus zusätzliche Betten für Covid-19-Patienten zur Verfügung. Die Klinik erweitert ihre Corona-Kapazität auf 45 Normalstationsbetten, acht Intensiv- sowie zehn Covid-Nachsorgebetten.

Einen Rüffel aus Wien, wo im 24-Stunden-Vergleich mit 1.427 neuen Corona-Fällen und zehn Verstorbenen (zwischen 40 und 96 Jahren) bundesweit die größte Steigerung registriert wurde, gibt es für den grünen Gesundheitsminister Rudolf Anschober. Aufgrund technischer Probleme mit dem Epidemiologischen Meldesystem des Bundes, in das die Bundesländer ihre Corona-Daten einspeisen, sei es zu Nachmeldungen gekommen. Stadtrat Hacker fordert Anschober auf, „seine Datenbank in Ordnung zu bringen“.

Insgesamt wurden in Wien, wo seit Beginn der Pandemie 695.585 Tests stattfanden, 41.528 Covid-19-Infektionen registriert, 398 Todesfälle sind zu beklagen. 28.606 Personen haben Corona überwunden.

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