Chronik | Wien
04.07.2018

Wiener Cobenzl: Schloss bleibt, Panorama-Bar und Terrassen kommen

Architekturwettbewerb entschieden: Bestandsgebäude werden um Neu- und Zubauten ergänzt. Eröffnung im Frühling 2021 geplant.

In den kommenden Jahren soll das frühere Cafe-Restaurant Cobenzl in Wien einen Neustart hinlegen. Betreiber und Konzept sind schon länger bekannt, nun steht auch die architektonische Gestaltung fest. Schloss und Meierei bleiben, dazu kommen neue Pavillons mit viel Glas, Terrassen und begehbaren Dächern samt Panorama-Bar. Als Eröffnungstermin ist der Frühling 2021 angepeilt.

Als Sieger des ausgelobten Architekturwettbewerbs ging ein Entwurf der Berliner Realarchitektur und mostlikely architecture aus Wien hervor. Architekt und Juryvorsitzender Albert Wimmer sprach am Mittwoch bei der Präsentation von einer "gekonnten Architektursprache, die mit scheinbarer Leichtigkeit eine schwierige Aufgabe bewältigt". Schwierig deshalb, da es sich um einen sensiblen Ort handle. Das Siegerprojekt mit seiner Mischung aus Altem und Neuem füge sich perfekt in die Landschaft ein, wurde mit Lob nicht gespart.

"Weitsicht"

Herzstück der Location, die dann unter "Weitsicht" firmieren wird, bleiben freilich das bestehende Schloss und die angrenzende Meierei. Verschwinden werden hingegen diverse vorgelagerte Nebengebäude. Dadurch ergibt sich ein zentraler Platz vor dem Schloss, der flexibel möbliert werden kann. Das Areal selbst wird gewissermaßen in eine Outdoor-Terrassenlandschaft umgewandelt. Südlich an das Schloss angrenzend wird ein völlig neues Gebäude errichtet - eine transparente Panorama-Bar samt begehbarem Dach mit Blick über die Stadt. Das Meierei-Gebäude wird ebenfalls durch einen modernen Zubau ergänzt. Genutzt werden all diese Segmente für Veranstaltungen und den Restaurantbetrieb. Bis zu 1.500 Personen werden dort Platz finden, so Betreiber Martin Rohla von Goodshares GmbH - bekannt für die vegane Burgerkette Swing Kitchen oder das Flüchtlings-Gastro-Projekt Habibi & Hawara.

 

Noch nicht geklärt ist, ob das ehemalige Cafe-Rondell bestehen bleibt. Falls es nicht restauriert werden kann, soll es durch einen formähnlichen Neubau ersetzt werden, erklärte Wimmer. Betrieben wird das Kaffeehaus von Gert Kunze vom Cafe Eiles. 200 Plätze im Lokal und noch einmal soviel unter freiem Himmel will man bieten. Fix ist, dass das Rondell ebenfalls mit einem begehbaren Dach versehen wird - und zwar ohne Konsumzwang.

Ein Teil des Gartens soll ebenfalls der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Schließlich will man nicht nur für eine "gated community" da sein, formulierte Rohla. Co-Working-Spaces und einige Zimmer als Übernachtungsmöglichkeit ergänzen das Ausflugsziel im 19. Bezirk. Insgesamt würden sich die Investitionskosten zwischen zehn und 20 Mio. Euro bewegen.

 

Umbau ab Frühjahr

Die aktuelle Zwischennutzung mit Pop-up-Cafe und Picknick-Wiese soll noch bis zum Herbst laufen. Für die Zeit des Umbaus, der im kommenden Frühling beginnen soll, werde das Areal wohl nicht bespielt werden, kündigte die zuständige Stadträtin Ulli Sima ( SPÖ) an: "Wir wollen schnell fertig werden."

Das ist insofern verständlich, als die Neugestaltung des Cobenzl schon eine etwas längere Vorgeschichte hat. Nach jahrelangem Rechtsstreit mit dem vormaligen Pächter wurde im März 2017 schließlich eine Zwangsräumung veranlasst. Die Stadt machte sich danach auf die Suche nach einem neuen Konzept bzw. Betreiber. Die Auslobung der konkreten Ausgestaltung war nun der letzte Schritt des dreistufigen Verfahrens.