© Kurier/Juerg Christandl

Chronik Wien Wien-Wahl 2020
10/12/2020

Die Wiener FPÖ muss den Gürtel deutlich enger schnallen

Nach der Wahlschlappe verliert die FPÖ rund Dreiviertel ihrer Parteienförderung. Auch die meisten Abgeordneten müssen gehen.

von Bernhard Ichner

Auf die Wiener FPÖ kommen schwere Zeiten zu. Nach dem desaströsen Wahlergebnis – man stürzte von 30,8 Prozent auf 7,7 ab – werden die Freiheitlichen mehr verlieren als bloß Mandate: Begehrte politische Posten, Personal, Infrastruktur und nicht zuletzt viel Geld.

Bis dato saßen 30 FPÖ-Abgeordnete in Landtag bzw. Gemeinderat. Nach der Wahl 2015 waren es sogar 34 – vier Mandatare verließen aber bekanntlich den Klub und liefen zum Team HC Strache über.

Wer bleibt und wer geht

Bleibt es nach Auszählung der Wahlkarten beim derzeitigen Ergebnis, geht man bei der FPÖ von acht Mandaten aus.

Diese acht Plätze dürften Stadtparteichef Dominik Nepp, Veronika Matiasek (bis dato Zweite Landtagspräsidentin), der bisherige nicht amtsführende Stadtrat Maximilian Krauss und Dietbert Kowarik von der FPÖ-Landesliste besetzen. Dazu kämen aufgrund jeweils eines Grundmandats die Abgeordneten Stefan Berger (Favoriten), Paul Stadler (Simmering), Wolfgang Irschik (Floridsdorf) sowie Anton Mahdalik (Donaustadt).

Abschied von Stenzel

Andere bekannte Personen müssen indes Abschied aus dem Rathaus nehmen. Die Prominenteste ist Ex-Innenstadt-Bezirksvorsteherin Ursula Stenzel, die nach ihrem Wechsel von der ÖVP zur FPÖ zuletzt ebenfalls nicht amtsführende Stadträtin war.

Und auch Amtskollegin Ulrike Nittmann wird ihren Sitz verlieren. (Mit Nepp, Krauss, Stenzel und Nittmann hatte die FPÖ bis jetzt vier nicht amtsführende Stadträte.)

Eine Restchance, dem nächsten Gemeinderat anzugehören, haben noch Akademikerball-Organisator Udo Guggenbichler und Wolfgang Seidl aus der Leopoldstadt.

Bekäme man wider Erwarten doch ein neuntes Mandat, hoffe man auf zumindest einen nicht amtsführenden Stadtrat, sagt ein Insider. Für den Posten käme am ehesten Maximilian Krauss infrage. Über die Landesliste könnte dann Guggenbichler nachrücken und auch Seidl würde noch ins Plenum rutschen.

Geld für Personal fehlt

Einbüßen wird die FPÖ jedenfalls einen Großteil ihrer finanziellen Mittel. Und da geht es um beträchtliche Summen. Allein im Vorjahr erhielten die Freiheitlichen 8,9 Millionen Euro an Parteien- und 2,7 Millionen Euro an Klubförderung. Dazu kamen mehr als 717.000 Euro für Bildungsarbeit.

Nach der Wahlschlappe vom Sonntag dürften etwa Dreiviertel der Parteienförderung wegbrechen, heißt es aus der Stadtpartei.

Das hat natürlich Auswirkungen auf den Personalstand der Wiener FPÖ. Etliche Mitarbeiter und Bürokräfte müssen sich neue Jobs suchen. Zudem werden den deutlich geschrumpften Blauen weniger Räumlichkeiten im Rathaus zur Verfügung stehen als bisher. Um das konkrete Ausmaß der Einbußen kommentieren zu können, sei es aber noch zu früh, heißt es aus der Rathaus-FPÖ.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Um diesen Artikel lesen zu können, würden wir Ihnen gerne die Anmeldung für unser Plus Abo zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diese anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.