Neos starten Kampagne zur Kindergarten-Reform in Wien
Hand drauf: Bildungsstadträtin Bettina Emmering und Landesgeschäftsführer Philipp Kern (beide Neos).
Wiens Kindergärten sollen umgebaut, und das Fördersystem soll auf komplett neue Beine gestellt werden. Das kündigte Vizebürgermeisterin und Bildungsstadträtin Bettina Emmerling (Neos) bereits im Jänner an, beginnen soll der Reformprozess im März.
Am Montag präsentierte man – wohlgemerkt als Neos und nicht als rot-pinke Stadtregierung – die Kampagne „Das, was wirklich zählt“, die den Reformprozess begleiten soll.
Neben Plakaten, die in der ganzen Stadt zu sehen sein sollen, wurden auch Informationsstände in den Bezirken sowie Hausbesuche angekündigt. Laufen soll die Kampagne bis Ende März und mehr Bewusstsein für die Wichtigkeit von Kindergärten als erste Bildungseinrichtung schaffen.
Kindergärten als "Parkgarage für Kinder"
Im Fokus stehen Kinder sowie Pädagoginnen und Pädagogen, die den wichtigsten Job der Stadt hätten: „Ihnen gebührt volle Wertschätzung, das muss auch in der Gesellschaft ankommen“, sagte Emmerling. Viele würden Kindergärten nämlich als „Parkgarage für Kinder“ sehen.
Damit sich im Kindergarten laut einem der Slogans auch alle untereinander verstehen, soll die Sprachförderung reformiert werden. Hintergrund: Jeder zweite Schulanfänger in Wien spricht nicht ausreichend Deutsch, um dem Unterricht folgen zu können.
Es gebe unzählige Angebote, diese müssten jedoch besser gebündelt und zentral gesteuert, Sprachförderkräfte noch weiter ausgebaut werden, erklärte Emmerling.
Neue Berufsgruppen in Kindergärten integrieren
Öffnen will man den Kindergarten für neue, bildungsrelevante Berufsgruppen, beispielsweise aus der Ergotherapie, Logopädie und Sozialarbeit. Mehr Personal für administrative Aufgaben soll außerdem mehr individuelle Betreuung ermöglichen.
Hand drauf: Bildungsstadträtin Bettina Emmering und Landesgeschäftsführer Philipp Kern (beide Neos).
Das Neos-Versprechen, jedem Kind die Flügel zu heben, habe nicht ausgedient, sondern sei aktueller denn je. Unterzeichnet wurde das Versprechen bei der Präsentation plakativ mit einem pinken Handabdruck.
Opposition sieht nur „schöne Schlagworte“ statt Reformen
Kritik aus der Opposition an der Kampagne ließ nicht lange auf sich warten. Laut Grünen sei es fahrlässig, dass sich die Neos „lieber mit schönen Schlagworten“ beschäftigen, anstatt sich „gravierenden Problemen“ zu widmen.
ÖVP-Klubobmann Harald Zierfuß bezeichnete die Kampagne als „absurdes Ablenkungsmanöver vom pinken Totalversagen“ und von „Selbstbeweihräucherung“. Die Kampagne sei kein Ersatz für Deutschförderung, personelle Aufstockung oder funktionierende Fördermittelkontrolle.
Auch laut FPÖ ersetze eine Kampagne keine Reformen, etwa bei Sprachkenntnissen, Personal und Qualität.
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