Chronik | Wien
03.01.2018

Wien: Frau erstochen, Mann tot, Kind in Spital

Mutter starb durch Messerstiche, Vater durch Fenstersturz. Kind in akuter Lebensgefahr. LKA Wien ermittelt.

„Ich kann’s noch immer nicht glauben. Die Familie war so nett“, rang eine Nachbarin um Worte: In der Miesbachgasse in Wien-Leopoldstadt dürfte Mittwochvormittag ein 41-Jähriger seine Frau erstochen und die Tochter schwer verletzt haben. Der Mann sprang danach von einem Fenster der Dachgeschoßwohnung in den Tod.

Kurz nach 11 Uhr alarmierten Passanten die Polizei: Sie entdeckten den Mann auf dem Gehweg, für ihn gab es keine Hilfe mehr. Was zunächst nach einem möglichen Unfall aussah, stellte sich bald als Familiendrama heraus: Als die Sondereinheit WEGA die Wohnung des 41-Jährigen in dem Gemeindebau öffnete, entdeckten die Beamten eine tote Frau es handelte sich um die 45-jährige Ehefrau des Mannes. Ihr Oberkörper wies laut ersten Meldungen mehrere Messerstiche auf, sie dürfte verblutet sein.

In ihrer Nähe lag ein Kind die gemeinsame Tochter mit dem Verdächtigen: Die Zehnjährige war bereits ohne Bewusstsein, als der Notarzt eintraf. Sie kämpft im Spital ums Überleben: Ihr Zustand war Mittwochnachmittag laut einem Sprecher des Krankenanstaltenverbundes äußerst kritisch, sie sei in „akuter Lebensgefahr“. Details über die Verletzungen des Mädchens nannte die Polizei vorerst nicht.

Motiv unklar

Viel war bis Mittwochabend nicht über den tragischen Fall und dessen Hintergründe bekannt. Wann die 45-Jährige getötet wurde, ist unklar; vermutet wird jedoch, dass sie am Vormittag im Zuge eines Streits von ihrem Mann erstochen wurde. Möglicherweise musste die Tochter auch miterleben, wie ihr Vater die Mutter attackierte und versuchte, zu helfen. Dabei könnte sie ebenfalls verletzt worden sein. Dass sich eine weitere Person in der Wohnung befunden haben könnte, ist nach derzeitigem Ermittlungsstand auszuschließen. Die Tatwaffe dürfte ein Küchenmesser gewesen sein. Der mutmaßliche Täter dürfte jedenfalls kurz nach der Tat aus einem Fenster der Wohnung im fünften Stock gesprungen sein.

Ebenso wenig fassbar wie der Ablauf war bis Mittwochabend das Motiv. In dem Gemeindebau spekulierten Nachbarn über mögliche Geldprobleme der Familie. Das Ehepaar selbst sei nie aufgefallen, es seien auch keine Streitigkeiten beobachtet worden.