Die Feuerwehr rückte mit Chemikalienschutzanzügen an

© /MA 68 Lichtbildstelle

Großeinsatz
10/27/2016

Wien: Explosive Chemikalie in Wohnhaus ausgetreten

Ein 29-Jähriger hatte die Chemikalie verschluckt und sich im Haus erbrochen. 60 Personen wurden evakuiert.

Großeinsatz am Abend des Nationalfeiertags in Wien: Ein Bewohner eines Wohnhauses in der Wendstattgasse in Wien Favoriten hatte am Nachmittag eine hochgiftige und explosive Chemikalie geschluckt. Der 29-Jährige alarmierte noch selbst die Rettung. Beim Verlassen des Hauses erbrach er an mehreren Stellen im Stiegenhaus sowie im Lift. Obwohl er noch mit dem Rettungshubschrauber ins Spital gebracht wurde, starb der Mann im Krankenhaus. Zuvor hatte er aber noch angegeben, welche potentiell gefährliche Substanz er zu sich genommen hatte. Dabei soll es sich um eine Chemikalie handeln, die Anfang des 20. Jahrhunderts zur Herstellung von Sprengstoff verwendet und in den 1930er Jahren - ehe die Toxizität bekannt war - als Mittel gegen Fettleibigkeit eingesetzt wurde.

Da zu befürchten war, dass mehrere Hausbewohner der Chemikalie ausgesetzt waren, evakuierte die Feuerwehr unter Atemschutz 60 Personen mit Fluchtfiltermasken aus dem Gebäude. Zudem wurde die Berufsrettung Wien samt Katastrophenzug alarmiert. Dort sowie in zwei Bussen der Wiener Linien wurden die Menschen versorgt. Sie mussten laut Feuerwehr bis zu den Schuhen dekontaminiert werden. 14 Bewohner, die angaben mit der Substanz in Berührung gekommen zu sein, wurden zur nochmaligen Dekontamination ins Hygienezentrum der Stadt Wien gebracht werden.

Um eine weitere Verschleppung der Chemikalie zu verhindern, führte die Feuerwehr umfangreiche Reinigungs- und Dekontaminationsmaßnahmen durch. Jene Wohnungen, bei denen niemand geöffnet hatte, wurden aufgebrochen und kontrolliert. Die Wohnung des 29-Jährigen wurde von der WEGA untersucht. Laut Polizeisprecher Roman Hahslinger wurden jedoch weder Waffen noch weitere Chemikalien sichergestellt. Zuvor hatten laut Polizei wilde Gerüchte über den Mann die Runde gemacht. "Es gibt jedoch keinerlei Verdacht, dass eine Verbindung zu Terrorismus besteht", stellt Hahslinger klar. Der 29-Jährige wird nun obduziert zudem wird die Substanz, die er geschluckt hatte, untersucht.

Um 22.30 Uhr konnte das Stiegenhaus von der Berufsfeuerwehr Wien freigegeben werden und die Bewohner wieder in ihre Wohnungen zurückkehren.

Ingesamt waren 35 Fahreuge der Feuerwehr, 14 Fahrzeuge der Berufsrettung sowie neun Fahrzeuge der in Wien tätigen privaten Rettungsorganisationen (Arbeiter Samariterbund, Johanniter, Malteser, Rotes Kreuz, Grünes Kreuz und Sozialmedizinischer Dienst) im Einsatz.

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