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„Völlig unreguliert“: Wien nimmt E-Oldtimer und Rikschas ins Visier

In der Innenstadt dürfen E-Oldtimer von 16-Jährigen ohne Führerschein gelenkt werden. Auch Rikschas sind der Stadt ein Dorn im Auge.
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Laut einer Zählung der Wiener Wirtschaftskammer (WKW) sind in der Wiener Innenstadt immer mehr E-Oldtimer unterwegs. Für diese gelten vergleichsweise laxe Bedingungen. Die 10-kmh-Fahrzeuge dürfen bereits ab 16 Jahren und ohne Führerschein gelenkt werden.

Weil die Fahrzeuge als Fuhrwerke gelten, braucht es auch kein Kennzeichen oder Haftpflichtversicherung. Erlaubt ist für Lenker 0,8 Promille Alkohol im Blut, auch Gurtpflicht gibt es keine. Die Kritik bekommt auch Unterstützung aus der Stadtregierung. Planungsstadträtin Ulli Sima (SPÖ) schließt sich der Forderung der WKW nach strengeren Regeln an.

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„Es müssen rasch bestehende Schlupflöcher geschlossen werden“, sagt Sima. Dass E-Oldtimer bereits ab 16 Jahren ohne Führerschein gelenkt werden dürfen, sei aus ihrer Sicht „unverantwortlich“.

Wirtschaftskammer: „Das ist Wahnsinn“

Laut WKW waren am vergangenen Wochenende knapp 260 E-Oldtimer in der Innenstadt unterwegs. Das seien rund viermal so viele wie noch vor drei Jahren. „Es kann passieren, dass ein 16-Jähriger völlig legal zwei Bier trinkt und dann mit zwölf unangeschnallten Touristen über den Ring fährt, während er mit dem Handy telefoniert und nicht weiß, dass er vor einem Zebrastreifen anzuhalten hat“, warnt Ludwig Richard, Obmann der Wiener Autobusunternehmen.

„Das ist Wahnsinn, wenn man vergleicht, welche strengen Auflagen für Autolenker und ganz besonders Buslenker gelten“, sagt Richard. Gefordert wird deshalb unter anderem eine Versicherungs- und Kennzeichenpflicht sowie Führerscheinvorschriften.

Gerade am Stephansplatz ist es aufgrund der großen Touristenströme und der U-Bahn-Ausgänge ohnehin sehr beengt. Dass dort zusätzlich Faxis den Platz verstellen, ist für mich nicht akzeptabel.

von Uli Sima

Planungsstadträtin

Bei Fahrten mit mehr als acht Fahrgästen soll nach ihren Vorstellungen zudem ein D-Führerschein notwendig sein. Auch gewerberechtlich sollen die Anbieter künftig strengeren Vorgaben unterliegen. Nötig wäre dafür eine Änderung im Kraftfahrgesetz und in der Gewerbeordnung.

Der verparkte Stephansplatz

Sima nimmt aber nicht nur die E-Oldtimer ins Visier. Auch die sogenannten „Faxis“ – Fahrradtaxis oder Rikschas, die vor allem für touristische Rundfahrten unterwegs sind – seien seit Längerem ein Problem. „Bei den Faxis handelt es sich um ein völlig unreguliertes Taxigewerbe“, kritisiert die Stadträtin. Besonders problematisch sei die Situation am Stephansplatz. Die Faxis würden dort teilweise den ohnehin knappen Platz verstellen.

„Gerade am Stephansplatz ist es aufgrund der großen Touristenströme und der U-Bahn-Ausgänge ohnehin sehr beengt. Dass dort zusätzlich Faxis den Platz verstellen, ist für mich nicht akzeptabel“, so Sima.

Auch die Bezirksvorstehung der Inneren Stadt hatte sich bereits für strengere Vorgaben bei E-Oldtimern und Faxis ausgesprochen. Erst seit Juli gilt das Verbot für die Mozartverkäufer an manchen Plätzen in der Innenstadt. Am Stephansplatz haben nun Fahrradtaxis ihren Platz übernommen. Laut Sima, die auch das Verbot der Mozartverkäufer vorangetrieben hat, arbeite die Stadt an einer Lösung.

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