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Wiener Mozartverkäufer: Ab Juli 700 Euro an Strafe

Vorerst gelten vier Verbotszonen, es könnten aber noch welche dazu kommen.
Ein Mann im blauen Barockkostüm verteilt Flugblätter auf einer belebten nassen Straße.

Weniger als zwei Wochen dürfen die „Mozartverkäufer“ noch  stehen. Dann müssen sie den Stephansplatz, die Kärntner Straße, den Herbert-von-Karajan-Platz und den Graben räumen. Zwar gilt das Verbot seit 8. Mai, die Genehmigungen der Betreiber laufen aber erst mit Juni aus. Der KURIER berichtete.

Grund für das Verbot soll die steigende Zahl an Beschwerden von Passanten und Touristen über das „aufdringliche Verhalten der Verkäufer“ sein. Auch gebe es bei Kontrollen immer wieder Regelverstöße. „Wir haben jetzt die Zonen  mit den größten Missständen ausgewählt“, erklärt Planungsstadträtin Ulli Sima (SPÖ). Falls sich das Problem in der Innenstadt verlagere und neue Bereiche betroffen sein sollten, könne man die Zonen auch ausweiten. 

Strenge Kontrollen 

Die Kontrollen werden von der Gruppe Sofortmaßnahmen der Stadt Wien durchgeführt. Insbesondere jetzt am Anfang soll mit Schwerpunktaktionen das Verbot kontrolliert werden.  Eine Verordnung mit Beschränkungen für die Ticketverkäufer gab es bereits 2021. Laut Walter Hillerer, Leiter der Gruppe Sofortmaßnahmen, wurden seitdem aber zahlreiche Verstöße verzeichnet. 

2025 etwa wurden an 26 Aktionstagen insgesamt 303 Ticketverkäufer in der Inneren Stadt überprüft. Dabei wurden insgesamt 136 Verstöße festgestellt. „Mit dem nun konsequenten Verbot ziehen wir eine klare Grenze und werden dessen Einhaltung im Rahmen unserer Kontrollen ohne Ausnahmen durchsetzen“, sagt Hillerer. 

Falls ab Juli ein kostümierter Ticketverkäufer in einer der vier Verbotszonen erwischt wird, gibt es eine Geldstrafe. Laut Sima wird diese rund 700 Euro betragen. 

Drohungen vor Dom

Auch Bezirksvorsteher und ÖVP-Landesparteiobmann Markus Figl begrüßt die neue Maßnahme. Laut ihm hätte es von Anrainern zahlreiche Beschwerden über die Mozartverkäufer gegeben. „Sie haben auch ein Sicherheitsproblem dargestellt“, so Figl. Um die Verkäufer hätten sich zum Beispiel vor dem Stephansdom Menschentrauben gebildet. Falls im Dom eine Notlage ausgebrochen wäre, hätten Besucher Probleme beim Rauskommen gehabt. 

Das bestätigt auch der langjährige Dompfarrer Toni Faber. Laut ihm wurden aber nicht nur Touristen, sondern auch Mitarbeiter im Dom immer wieder belästigt. „Die Verkäufer haben gedroht“, sagt Faber. Sätze wie „Ich weiß, wo du wohnst“ sollen von den Mozartverkäufern gesagt worden sein. 

Ob das neue Verbot eine Verbesserung der Situation bringen wird, wird sich in den  kommenden Monaten herausstellen. 

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