© KURIER / Jürg Christiandl

Wien
02/18/2013

Altbau-Bewohner zahlen zu viel Miete

Mietobergrenzen, Wucher und Richtwerte sind die Themen beim KURIER-Stadtgespräch.

Gleich um satte 1760 Euro pro Jahr zu viel Miete bezahlte ein Mieter in Hernals. Er hatte 2006 einen befristeten Mietvertrag abgeschlossen. Für die 55-m²-Bleibe wurde ihm eine Nettomiete von 4,99 €/m² vorgeschrieben. Das kam ihm spanisch vor und er kontaktierte die Schlichtungsstelle. Dort zeigte sich, dass es sich nicht um eine gut ausgestattete Wohnung der Kategorie A, sondern bloß um eine der Kategorie C handelt. Die zulässige Miete wurde auf 2,33 €/m² reduziert.

Fälle wie diesen kennt man bei der Wiener Arbeiterkammer (AK) zuhauf. Laut ihrer Analyse für das Jahr 2010 zahlen Mieter in privaten Altbauten viel zu viel Miete – bei befristeten Verträgen im Schnitt um 2240 Euro pro Jahr zu viel. Zusammengerechnet macht das für das Jahr 2010 rund 15 Millionen Euro aus. Rechnet man noch die unbefristeten Mietverhältnisse dazu, sind es sogar 22 Millionen Euro.

Mehr Transparenz

„Das Richtwertsystem funktioniert nicht und ist zu intransparent“, sagt AK-Konsumentenschützerin Gabriele Zgubic. Pikantes Detail: Bei befristeten Verträgen wird laut Studie trotz Befristungsabschlag ein höherer Nettomietzins verlangt als bei unbefristeten.

Die AK fordert klare Mietobergrenzen bei den privaten Mieten. Vor allem der undurchschaubare Dschungel an Zu- und Abschlägen beim Richtwert-System müsse beseitigt werden. Insbesondere der Lagezuschlag sei zu streichen. Es sei nicht einzu­sehen, dass private Vermieter mehr verlangen dürfen, wenn die öffentliche Hand eine U-Bahn in der Nähe errichtet.

KURIER-STADTGESPRÄCHE

Ist Wohnen in Wien noch leistbar? Diskutieren Sie mit Wohnbaustadtrat Michael Ludwig und dem Obmann des Österr. Mieterbundes Helmut Puch­ebner. Am Dienstag, 19 . Februar, um 18.30 Uhr, im Restaurant Kent, 16., Brunneng. 67, Freier Eintritt.

Mehr unter kurier.at/stadtgespraeche

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