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Eine Tonne: Noch nie wurde so viel Cannabiskraut sichergestellt

Neun „Gärtner“ lebten auf der Plantage und kümmerten sich um den Anbau, die Bewässerung und den Verkauf von Cannabiskraut
Cannabis-Plantage in Liesing in Halle sichergestellt

Die Halle in Liesing, in der Tausende Cannabispflanzen angebaut wurden, ist so groß wie acht Tennisplätze – 3.200 Quadratmeter fasst das Gelände.

Neun „Gärtner“ lebten dort auf der Plantage und kümmerten sich um den Anbau, die Bewässerung und den Verkauf von Cannabiskraut – bis zum 9. September des Vorjahres, als Ermittler die als CBD-Produktionsstätte getarnte Halle stürmten. 

Insgesamt wurde eine Tonne Cannabiskraut im Wert von 4,5 Millionen Euro sichergestellt. „Es handelt dabei um eine der größten jemals in Österreich sichergestellten Mengen an Cannabiskraut im Zusammenhang mit einer einzelnen Plantage“, sagte Landespolizeivizepräsident Dieter Csefan bei einem Medientermin. 

Flucht nach Kroatien

Das mache deutlich, dass hinter professionellen Cannabisplantagen keine Hobbygärtner stehen, sondern hochorganisierte Tätergruppierungen mit enormen finanziellen Gewinnen. 

Das Geld wurde in Sackerln aufbewahrt.

Die Halle fasst 3.200 Quadratmeter und mehrere Stöcke.

Goldbarren, Münzen und Wertgegenstände, die von der Landespolizeidirektion Wien im Zusammenhang mit der sichergestellten Cannabis-Plantage präsentiert wurden.

Rund 10.000 Pflanzen wuchsen in der Halle.

Das Netzwerk bestand aus neun Gärtnern, die aus Bosnien und Serbien stammten und sich illegal in Österreich aufhielten. Der Kopf der Bande waren drei Wiener: „Einer der Hauptverdächtigen, ein 42-jähriger Österreicher, war der Geschäftsführer. Er hat eine juristische Ausbildung und ist direkt nach dem Zugriff nach Kroatien geflohen“, erklärte Martin Roudny, Leiter der Außenstelle Zentrum-Ost des Landeskriminalamts. 

Dort wurde der Mann festgenommen und im Februar diesen Jahres an Österreich ausgeliefert. Ein weiterer Österreicher, ein 46-jähriger Wiener, hatte die Rolle des Produktionsleiters inne. 

Operation "Psycho"

„Auf diesen Mann geht der Name der Operation ’Psycho’ zurück. Er wurde im Täterumfeld aufgrund seines auffallend kontrollierenden Verhaltens als ,Psychonaut‘ bezeichnet“, schilderte Roudny. Der Mann sei kleinlich, pingelig und sehr paranoid gewesen – er habe 20 Handys besessen und seine Wohnung unter einem falschen Namen angemeldet. 

Der dritte Hauptverdächtige, ein 55-jähriger Wiener, war für den Verkauf des Cannabiskrauts zuständig. Die Abnehmer stammten großteils aus dem Raum Wien. 

Geldflüsse über Teilfirmen

Nähere Details zu den Sub-Dealern und den Geldflüssen über Teilfirmen in Zypern, Lichtenstein, Tschechien und der Slowakei wollten die Ermittler aber nicht bekannt geben. „Hier sind die Ermittlungen noch im Gange“, betonte Roudny. Neben den Gärtnern und den drei Wienern wurde auch ein Großabnehmer festgenommen. 

Gehsteig eingebrochen 

Die drei Hauptverdächtigen hatten bereits im Jahr 2019 erste Vorbereitungen für die Cannabis-Plantage getroffen. „Die Männer haben von einem Container aus einen Tunnel zu einem Elektroverteiler gegraben. Offensichtlich mit der Absicht, dort eine unterirdische Stromleitung zu legen“, berichtete der LKA-Leiter der Außenstelle Ost. 

Im Zuge der Bauarbeiten sei dann aber der Gehsteig eingebrochen. „Dadurch wurden sie enttarnt und wir konnten bei den als U-Boot lebenden Verdächtigen einen Aufenthaltsort feststellen“, so Roudny. Anschließend begannen die Observationen – die in der Razzia im  September 2025 endeten. 

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