Neues Wiener Naturschutz-Areal: Alter Wohnwagen wird zu Info-Center
Der ÖBB-Waggon wird für als Info-Center für das Naturschutzgebiet in Breitenlee bis Ende Oktober umgebaut.
Der ehemalige Verschiebebahnhof Breitenlee im Norden Wiens lag jahrzehntelang brach. Sehr zum Nutzen der Natur, die das 90 Hektar große Gebiet für sich zurückerobert hat. Heute ist das Gebiet wertvoller Lebensraum für seltene und geschützte Arten. Die Stadt Wien hat das Areal von den ÖBB erworben, um hier mit „LIFE VienNATURA“ bis zum Frühjahr 2027 das bisher größte innerstädtische Renaturierungsprojekt zu realisieren.
Für das geplante Info-Center ist nach vielen Jahren des Stillstands jetzt wieder ein ganz besonderer Waggon eingetroffen: ein ehemaliger Wohnwagen für Gleisarbeiter – auch „Gleisbauzugwagen“ genannt. Er wird nun bis Ende Oktober umgestaltet und für das Info-Center adaptiert, da das Gebiet auch als Naherholungsgebiet dienen soll.
Der Waggon diente einst als Wohnwagen für Gleisarbeiter.
Der alte ÖBB-Waggon wurde per Bahn antransportiert. Diese Woche wurde er mit Hilfe der Wiener Berufsfeuerwehr noch über die Straße auf seinem künftigen fixen Standort platziert.
Kampf gegen invasive Arten
Der Verschiebebahnhof Breitenlee war nur kurz in Betrieb und wurde 1945 stillgelegt. Entstanden ist dort seither ein Biotop-Komplex aus Trockenrasen sowie Wäldern mit Altbäumen und Teichen. Zuhause sind hier auch geschützte und seltene Arten wie Neuntöter, Wiedehopf, Zauneidechse, mehr als 140 Wildbienenarten und Orchideen.
Ausgebreitet haben sich aber auch invasive Pflanzenarten, sogenannten Neophyten, allen voran Götterbaum und Goldrute. Diese können die ansässigen Arten verdrängen und ganze Wiesen „entwerten“. Für die Renaturierung werden die invasiven Arten entfernt, es wird entsiegelt, gemäht und Gehölz zurückgedrängt.
Das Projekt wird von der EU gefördert, geplant ist die Wiederherstellung von Lebensräumen und Entsiegelungen, die Etablierung einer Weidelandschaft, die Bekämpfung invasiver Arten und der Erhalt von Lebensräumen und Arten. Entstehen wird auch eine Zone „zur sanften Erholungsnutzung, Direktvermarktung und für Umweltbildung“.
Der Ankauf des Areals durch die Stadt Wien wurde durch den Biodiversitätsfonds des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft gefördert.
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