Anrainer bremsen in Wien Auto-Poser mit Straßensperren aus
Straßensperre gegen Auto-Poser: Die Tuchlauben wird für Poser gesperrt, dafür kommen Menschen zusammen, essen und trinken.
Sie fahren in Luxuskarossen, die meist nur dafür angemietet sind, stundenlang im Kreis, lassen die Motoren aufheulen, belästigen Frauen, sorgen für Staus und Hupkonzerte: Immer freitags und samstags verabreden sich Auto-Poser, vornehmlich junge Männer, um bis in die Nacht hinein ihre Runden im ersten Bezirk zu drehen. Sie wollen angeben und auffallen.
Das Schauspiel treibt nun auch die Anrainer auf die Barrikaden. Eine von ihnen ist Marisol Eggenburg-Piber, die mit ihrem Mann auf der Tuchlauben wohnt. Schon seit zwei Jahren würde sich die Auto-Szene hier treffen, seit 1,5 Jahren werde es jedoch immer schlimmer.
Die Schwerpunktaktionen von Polizei, Bezirk und Stadt zeigen nur begrenzt Wirkung.
Für Samstag hatte sie die inzwischen vierte Demonstration organisiert, um die Auto-Poser auszubremsen. Rund 60 Nachbarn kommen zusammen, stellen von 20.30 bis 23.30 Uhr Bierbänke auf und errichten so wortwörtlich eine Straßensperre.
Die Route der Auto-Poser ist immer dieselbe: von der Oberen Donaustraße zur Salztorbrücke über die Tuchlauben bis zur Rotenturmstraße. Und das immer und immer wieder, bis zwei Uhr morgens. Polizei, Bezirk und Stadt haben reagiert, bei fünf Schwerpunktaktionen wurden in Kooperation mit mehreren Behörden Hunderte Anzeigen und Strafen ausgestellt. Geholfen hat das bisher aber nur begrenzt.
Nachtfahrverbot gefordert, Bezirk ist dafür offen
„Wir sind keine Initiative gegen Autos oder Menschen, die draußen feiern“, sagt Eggenburg-Piber zum KURIER. Es gehe vielmehr darum, die Innenstadt für die Menschen, die hier leben, zu gestalten.
Nicht nur würden die Poser den Anrainern den Schlaf rauben und schlecht fürs Geschäft von Betrieben sein. Sie würden auch Frauen ansprechen und ihnen nachpfeifen. „Man fühlt sich nicht mehr sicher“, sagt Eggenburg-Piber.
Nach vielen Gesprächen auf mehreren Ebenen will man nun so lange Demonstrationen veranstalten, bis man Gehör bekommt. Die Initiative fordert inzwischen ein Nachtfahrverbot an Wochenenden für Nicht-Anrainer, mit gewissen Ausnahmeregelungen.
„Wir haben eine kritische Masse erreicht und man muss uns zuhören“, betont Eggenburg-Piper. Weiter demonstrieren will man so lange, bis wirksame Maßnahmen gegen die Poser umgesetzt werden.
Von ÖVP-Bezirkschef Markus Figl hieß es zuletzt, dass man einer Prüfung eines zeitlich beschränkten Nachtdurchfahrtsverbots bzw. einer Zufahrtsbeschränkung ab 22.00 Uhr grundsätzlich offen gegenüberstehe, sofern dadurch eine spürbare Entlastung der Bewohnerinnen und Bewohner erreicht werden kann.
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