© Kurier/Franz Gruber

Chronik Wien
12/03/2021

Wiederkehrs erste Wiederwahl

Am Samstag wird in Wien ein neuer Neos-Landessprecher gewählt. Es wird der alte sein.

von Andreas Puschautz

Drei Jahre ist es her, da übernahm der damals 28-jährige Christoph Wiederkehr die Agenden des Wiener Neos-Landessprechers von Beate Meinl-Reisinger. Die wechselte damals in die pinke Bundespartei, hatte den weitgehend unbekannten Wiederkehr zu ihrem Nachfolger als Klub- und Landesparteichef auserkoren und Klub wie auch Partei folgten. Ohne Gegenkandidaten wurde der gebürtige Salzburger im Dezember 2018 unter Standing Ovations mit 97,8 Prozent der Stimmen zum Landessprecher gewählt.

Am Samstag endet nun die dreijährige Funktionsperiode, an Wiederkehrs Wiederwahl auf der – lockdown-bedingt digital stattfindenden – Mitgliederversammlung gibt es jedoch keinen Zweifel. Schon alleine, weil er auch diesmal der einzige Kandidat für den Posten ist.

Überraschungserfolg

Aber natürlich auch, weil er entgegen vieler Unkenrufe bezüglich seiner mangelnden Bekanntheit im Wahlkampf im vergangenen Jahr eine gute Figur machte, den Neos ein Plus von 1,3 Prozent verschaffte und sie in ihre erste Regierungsbeteiligung in der Bundeshauptstadt führte.

Seit damals fungiert Wiederkehr als Vizebürgermeister und Stadtrat für Bildung, Jugend, Integration und Transparenz. Und auch, wenn man die Kräfteverhältnisse nach der Wahl (41,6 Prozent holte die SPÖ, 7,5 Prozent die Neos) sowohl im Koalitionspakt als auch in der täglichen Arbeit der selbst ernannten „Fortschrittskoalition“ deutlich spürt, scheint Wiederkehr in den pinken Reihen unumstritten.

Gute Laune

Hört man sich unter Neos-Funktionärinnen und -Funktionären um, sind alle ausschließlich voll des Lobes. Von den Bezirken bis ins Rathaus sei die Stimmung ausgesprochen gut. Der Parteichef mache einen guten Job, das Koalitionsprogramm werde Schritt für Schritt abgearbeitet, auch die Zusammenarbeit mit dem Koalitionspartner SPÖ laufe friktionsfrei. Kurzum: „Es geht sehr gut voran“, sagt eine Partei-Auskennerin.

Und so ist am Samstag auch bei der Wahl des Landesteams (entspricht dem Landesparteivorstand, Anm.) sowie des Erweiterten Landesteams (dem strategischen Gremium der Landespartei) mit keiner Revolution zu rechnen.

Als Wiederkehrs Stellvertreter kandidiert erneut Markus Ornig, trotz zweier Gegenkandidaten wäre alles andere als eine Wiederwahl des Wirtschaftssprechers im Gemeinderat eine Überraschung, deckt doch vor allem er die wirtschaftsliberale Flanke der Partei ab.

Doch was sind nun die Ziele des alten und neuen Parteichefs?

„Wir wollen als Organisation einen weiteren Wachstumsschritt machen und diesem Ziel werde ich mich als Landessprecher vorrangig widmen“, sagt Wiederkehr zum KURIER. Zudem gelte es, weitere inhaltliche Pflöcke in den Kernbereichen Bildung, Klimaschutz, Wirtschaft und Transparenz einzuschlagen und die Arbeit in den Bezirken noch mehr in den Mittelpunkt zu stellen.

Auch dafür dürfte er keinen Widerspruch ernten.

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