Immer mehr Unfälle: Auf einem E-Scooter darf eine Fahrt nur alleine angetreten werden. Daran halten sich nicht alle. 

© REUTERS/ANNEGRET HILSE

Chronik Wien
10/06/2021

Wegen hoher Unfallzahlen: Ruf nach strengeren Regeln für E-Roller

Zwischen Roller- und Radfahrern soll in der StVO künftig unterschieden werden.

von Stefanie Rachbauer

Ein KURIER-Bericht über die heuer besonders hohe Zahl der Unfälle mit E-Rollern ruft jetzt die Politik auf den Plan: „Angesichts der Zunahme der Unfälle mit E-Scootern braucht es neue Regeln zur Erhöhung der Verkehrssicherheit“, sagt die Wiener Verkehrsstadträtin Ulli Sima (SPÖ).

Anlass dafür sind folgende Zahlen: Im gesamten Vorjahr gab es auf Wiens Straßen 70 E-Scooter-Unfälle mit Verletzten. Heuer wurden bis inklusive August bereits 113 Unfälle gezählt.

Deshalb will Sima nachschärfen.

„Ich möchte dies mit der zuständigen Verkehrsministerin diskutieren, um Änderungen in der Straßenverkehrsordnung zu erwirken“, sagt sie.

Die Wunschliste der Stadträtin ist lang – und enthält Forderungen, die auch Experten erheben. Allen voran möchte Sima, dass E-Scooter-Fahrern eigene Verhaltensvorschriften vorgegeben werden. Derzeit gelten für sie die gleichen Regeln wie für Radfahrer.

Vorstellbar ist für Sima etwa eine generelle Helmpflicht (momentan gibt es diese nur für Kinder unter 12 Jahren).

Anhebung der Altersgrenze

Weitere Ideen sind eine Senkung des Tempolimits (aktuell sind 25 km/h erlaubt) und eine Anhebung der Altersgrenze – analog zum Moped-Führerschein – auf 15 Jahre. Momentan liegt das Mindestalter generell bei 12 Jahren, Kinder mit Radfahrausweis dürfen aber bereits ab einem Alter von 9 Jahren einen E-Scooter fahren.

Stärker in die Pflicht nehmen will Sima auch die Nutzer von Leihscootern: Sie parken die Gefährte oft unüberlegt im öffentlichen Raum und gefährden oder behindern damit andere. Und nicht zuletzt müsse bei den Kontrollen nachgeschärft werden.

Kärnten und Wiener Neustadt dafür

Bei ihren Amtskollegen in Kärnten und Niederösterreich läuft Sima mit ihrem Vorstoß offene Türen ein: „Eine Anpassung der Regeln ist durchaus zu prüfen“, heißt es aus dem Büro des zuständigen Kärntner Landesrates Sebastian Schuschnig (ÖVP).

Ähnlich der Tenor in Wiener Neustadt, wo E-Roller-Fahrer sogar per Radar überwacht werden.

Reserviert reagiert man in Linz: Die StVO gebe „eh sehr viel her“, es mangle aber an Kontrollen, sagt Verkehrsreferent Markus Hein (FPÖ). Er fordert eine Kennzeichen-Pflicht für E-Scooter.

In Innsbruck sieht man ebenfalls keinen Handlungsbedarf.

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