Ruhe nach dem Sturm. Sonntagmittag sicherten Wiener Feuerwehr und Polizei die ehemalige Steyr-Panzerfabrik. Das Areal wurde gesperrt.

© KURIER/Franz Gruber

Sechs verletzte Polizisten
10/30/2016

WEGA stürmt illegale Rave-Party

Einige der 600 Besucher attackierten Beamte. Alte Fabrik geräumt.

von Michael Berger

Sechs verletzte Polizisten, massiver Einsatz von Pfefferspray und Schlagstöcken sowie Diensthunde die versuchten, aggressive Besucher in Zaum zu halten – so liest sich die Bilanz einer illegalen Rave-Party in Wien-Simmering. Erst mit dem Eintreffen der Sondertruppe WEGA und der Bereitschaftseinheit wurde das Happening beendet.

Sonntagnacht zelebrierten 600 Besucher in der aufgelassenen Steyr-Panzerfabrik in der Haidestraße in Wien-Simmering ein spontanes Fest. Über soziale Netzwerke wurde der Treffpunkt bekannt gegeben. Gegen 01.15 Uhr alarmierten Zeugen die Exekutive. Vor Ort angekommen, versuchten Beamte, die Gäste zum Verlassen des Areals zu bewegen. Vor dem Fabrikgebäude befanden sich 200 Personen, im Inneren des Gebäudes hielten sich 400 Menschen auf. "Als wir versuchten, die Party-Gäste zum Verlassen des Areals zu bewegen, wurde die Menge gegen die Beamten aggressiv. Es kam zu tumultartigen Szenen", beschreibt Polizeisprecher Paul Eidenberger den Beginn des nächtlichen Großeinsatzes.

Schließlich verbarrikadierten Besucher den Ausgang der Halle, sodass Hunderte Personen im – nicht beleuchteten und verwinkelten – Kellergeschoß der Fabrik eingeschlossen waren.

"Erinnerte an WKR-Ball"

Dann seien die Beamten mit Flaschen, Steinen und Feuerlöschern beworfen worden. "Die Situation erinnerte an dem Einsatz vom WKR-Ball", zieht Eidenberger einen Vergleich. Denn vier Polizisten wurden durch eine ätzende Flüssigkeit verletzt, zwei Kollegen erlitten bei der Räumung Blessuren. In der Zwischenzeit rollten WEGA, Bereitschaftseinheit und Diensthundestaffel als Verstärkung an. Es standen 80 Uniformierte und 30 Funkstreifen im Einsatz.

WEGA-Spezialisten verschafften sich über Seiteneingänge Zugang ins Gebäude. Mit Leuchtmittel erhellten die Einsatzkräfte den Keller. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits die Wiener Rettung mit vier Fahrzeugen plus dem Katastrophenzug, Vertreter des Büros für Sofortmaßnahmen sowie der Permanenz-Ingenieur der Stadt vor Ort.

Bei der Räumung kam es zu tumultartigen Szenen. Auf dem Hof versuchten Diensthunde , die Menge in Schach zu halten. Über Megafone drängten Beamte die pöbelnden Gäste zur Aufgabe. Erst gegen 4.30 Uhr war die Lage unter Kontrolle. Zwei Männer wurden festgenommen. Nach der Räumung durchsuchten Polizisten das Areal. Mehrere Päckchen Suchtmittel (Kokain, Marihuana und synthetische Drogen) wurden sichergestellt. Der Kommandant der Bereitschaftseinheit, Manfred Ihle, sagt über den heiklen Einsatz: "Bei diesem Szenario hätte mehr passieren können. Es war Glück dabei."

Noch am Sonntag starteten die Erhebungen nach den Organisatoren. Denn in der Panzerfabrik wurde ein Anhänger mit einem Notstrom-Aggregat zurückgelassen. Das angebrachte Kennzeichen dürfte die Verfolgung beschleunigen.

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