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Chronik Wien
11/06/2020

Warum ein orangefarbener Wal in der Wiener Kleistgasse schwimmt

Die Gasse im 3. Bezirk wurde vor der Volksschule großflächig bemalt und mit Stühlen bestückt. Sie ist jetzt dauerhaft autofrei.

von Stefanie Rachbauer

Mitten in der Kleistgasse schwimmen jetzt grüne Fische. In einem orangefarbenen Meer aus Farbe. Das sich bei genauerer Betrachtung als Wal entpuppt.

Der Straßenabschnitt vor der Volksschule (der Teil zwischen Kölbl- und Hegergasse) ist in den vergangenen Monaten nämlich umgestaltet worden: Der Asphalt wurde mit rutschfester Farbe bemalt, am Straßenrand stehen nun bunte Liegen, Tische und Sessel. Und es wurden vier Sprühnebelduschen aufgestellt.  

Bekannt sind derartige Bemalungen vor allem aus Wiener Wohnstraßen. Erst im Sommer wurde die Langmaisgasse im 15. Bezirk mit überdimensionalen Blumen bemalt. Auch die Staglgasse im 15. Bezirk und die Waltergasse im 4. Bezirk haben einen bunten Anstrich erhalten.

Hinweis auf Regeln

Dieser soll Autolenker an die dort geltenden Regeln (Schritttempo, Durchfahrverbot) erinnern – und Kinder zum Spielen auf der Fahrbahn animieren. Das ist in Wohnstraßen nämlich explizit erlaubt.

In der Ernst-Melchior-Gasse, einer Fußgängerzone im 2. Bezirk, dient die Bemalung wiederum als Radspielplatz.

In der Kleistgasse hat die Farbe aus dem Asphalt einen anderen Hintergrund. Sie ist hier vor allem ein Gestaltungsmittel, denn der betroffene Abschnitt ist komplett autofrei.

Start als temporäre Aktion

Wie das funktioniert, wurde zum ersten Mal 2019 ausprobiert. Seit damals funktioniert die grüne Vizebürgermeisterin Birgit Hebein im Sommer bestimmte Straßen in „Coole Straßen“ um.

Das heißt: In den betroffenen Abschnitten wird ein Fahr-, Halte- und Parkverbot verhängt, auf der Fahrbahn werden Sitzmöbel, Pflanzen und Sprühnebelduschen aufgestellt. Das Ziel: Anrainer sollen sich dort an heißen Sommertagen erfrischen können.

Die Kleistgasse war eine dieser "Coolen Straßen" – die Temperatur konnte laut dem Büro der Vizebürgermeisterin dort um 1,3 Grad gesenkt werden. Weil im Anschluss 92 Prozent der Anrainer eine Wiederholung der Aktion wünschten, entschied Bezirkschef Erich Hohenberger (SPÖ), die autofreie Zone zu behalten.

Kosten: 260.000 Euro

2020 begann der Umbau, nun ist die dauerhafte „Coole Straße“ fertig. Kostenpunkt: 260.000 Euro. 90 Prozent davon bezahlte das Rathaus, den Rest der Bezirk.

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