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Chronik Wien
10/21/2019

Angebliche Vergewaltigung in Lokal: Internet-Userin erhebt Vorwürfe

Eine junge Frau soll in einem Restaurant vergewaltigt worden sein. Die Polizei bestätigt einen Einsatz.

von Markus Strohmayer, Konstantin Auer

Eine Amerikanerin sorgt derzeit mit einem Facebook-Posting für Aufregung. Darin schreibt die Frau, dass ihre Cousine am 15.10.2019 in einem Restaurant auf der Wiener Wieden vergewaltigt und schwer verletzt wurde.

Angeblich soll ihre Cousine bereits am Nachmittag K.o.-Tropfen verabreicht bekommen haben. Ein Bluttest soll das bestätigen. Weiters schreibt sie, dass eine ganze Gruppe von Männern sich an der jungen Frau vergriffen habe und diese im kritischen Zustand ins Krankenhaus eingeliefert worden sei. 

Foto veröffentlicht

Der Facebook-Post wird in dem sozialen Netzwerk derzeit auch kritisiert. So teilt die Frau etwa ein Foto des Beschuldigten. Das Bild soll vom Handy des mutmaßlichen Opfers stammen und der angebliche Täter es selbst gemacht haben. Außerdem behauptet die Amerikanerin, dass die alarmierte Polizei damals nichts unternommen hätte und wieder gefahren wäre.

Polizei-Sprecherin Irina Steirer bestätigt den Einsatz vom 15.10.2019. Damals sei es auch zu einer vorläufigen Festnahme eines Mannes gekommen sein. Am morgigen Dienstag soll der Beschuldigte erneut einvernommen werden. Er wurde auf freiem Fuß angezeigt.

In dem kleinen Restaurant schildert man die Geschehnisse etwas anders: Die betroffene Frau sei schon öfter in dem Lokal gewesen. An diesem Abend habe sie sehr viel Schnaps getrunken und sich zu mehreren anwesenden Gästen an die Tische gesetzt. Am frühen Abend habe sie sich zu dem beschuldigten Freund des Chefs des Lokals gesetzt. Dort sei sie fast eingeschlafen, weswegen der Freund des Restaurant-Inhabers sie ins Freie begleitet habe.

Frau nahm Kontakt mit Lokal auf

Was dann geschehen sei, will man im Lokal nicht wissen, nur, dass Nachbarn die Polizei gerufen hätten. Der Lokalbetreiber zeigt dem KURIER aber Facebook-Nachrichten, die er von der Frau bekommen hätte. Darin fordert sie ihn auf, ihr den Namen des Freundes zu nennen. Sie droht darin außerdem mit Klagen und sandte ein Video mit Todesdrohungen.

Auch beim Krankenanstaltenverbund (KAV) relativiert man die Vorwürfe etwas: Die 38-Jährige sei in den Abendstunden ins Spital eingeliefert worden und habe es am nächsten Tag auf eigenen Wunsch sehr zeitig wieder verlassen. Sie sei keinesfalls schwer verletzt gewesen. Weitere Angaben durfte man nicht machen.

Die Berufsrettung hatte die Alkoholisierte, die zeitweise bewusstlos war, zuvor erstversorgt. K.o.-Tropfen sind bisher nicht nachgewiesen worden, sagt Polizeisprecherin Irina Steirer.