Benzodiazepine drugs

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Chronik Wien
08/17/2021

Verdacht der unterlassenen Hilfeleistung: 17-Jährige stirbt nach Party

Bei einer Feier in Wien-Ottakring dürfte Alkohol gemeinsam mit verschreibungspflichtigen Medikamenten konsumiert worden sein.

Tragisch endete am Montagvormittag eine Party in Wien-Ottakring. Ein 17-jähriges Mädchen dürfte Alkohol und Beruhigungsmittel gemischt und schließlich das Bewusstsein verloren haben. Polizei und Berufsrettung leisteten zwar Erste Hilfe, die junge Frau starb aber wenig später im Spital.

Laut Polizeiaussendung trafen sich insgesamt drei Jugendliche beziehungsweise junge Erwachsene am Sonntagabend in einer Wohnung im Bereich Maroltingergasse. Der 21-jährige Wohnungsbesitzer aus Italien, ein 16-jähriger Finne und das 17-jährige Mädchen dürften dort bis in die Nacht gefeiert haben. Den Burschen wird vorgeworfen, zu spät Hilfe geholt zu haben.

Die beiden männlichen Partyteilnehmer haben einem Polizeisprecher zufolge ausgesagt, dass sie gemeinsam Alkohol tranken. Die junge Frau soll aber zusätzlich sogenannte Benzodiazepine, dazu zählen Schlaf- oder Beruhigungsmittel, eingenommen haben. 

Nachdem die drei schließlich schlafen gegangen waren, dürfte sich der Zustand der 17-Jährigen am nächsten Tag, also am Montag, zunehmend verschlechtert haben. Der Italiener und der Finne brachten ihre Bekannte daraufhin an die frische Luft und alarmierten die Rettungskräfte.

Keine Hinweise auf Sexualdelikt

Polizisten des Stadtpolizeikommandos Ottakring übernahmen bis zum Eintreffen der Rettungskräfte die Erste-Hilfe-Maßnahmen. Die Einsatzkräfte der Wiener Berufsrettung brachten die 17-Jährige in ein Spital, wo die Ärzte aber nichts mehr für sie tun konnten.

Das Landeskriminalamtes Wien, Außenstelle West, hat die Übermittlungen übernommen. Ersten Informationen zufolge dürfte es sich es sich um einen sehr tragischen Unfall handeln. Demnach gebe es vorerst keine Anzeichen auf ein Sexualdelikt. Auch hätten die Bekannten der jungen Frau auf das Eintreffen von Polizei und Rettung gewartet. Die beiden zeigten sich in den ersten Einvernahmen geschockt vom Tod der jungen Frau. Eine Obduktion wurde seitens Polizei aber dennoch angeregt.

Die Tatverdächtigen wurden nach der Einvernahme wegen des Verdachts der Unterlassung der Hilfeleistung auf freiem Fuß angezeigt. In der Wohnung wurden Suchtmittelutensilien sichergestellt. Dort stellten die Ermittler unter anderem eine Spritze sicher.

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